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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Nach Unfall in Rendsburg : „Rettet die Schwebefähre“: Schon 11.000 Unterschriften – und zwar aus ganz Deutschland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Unterschriftenaktion ist beendet – mit großen Erfolg! Weit über SH hinaus hat die Fähre ihre Fans. Ein wichtiges Zeichen für Berlin.

„Das ist ja genial“, entfuhr es Monika Heise ganz spontan. Und Bürgermeister Pierre Gilgenast freute sich mit den Worten: „Enorm! Klasse!“ Mehr als 11.000 Unterschriften erbrachte die Petition für den Erhalt der Schwebefähre. Das ergab am Freitag eine erste Auszählung. Gestern um Mitternacht endete die Aktion. In den kommenden Tagen können noch Listen aus Unternehmen oder Institutionen in der Geschäftsstelle der Landeszeitung abgegeben werden.

Seit einem Zusammenstoß mit einem Frachter ist die Schwebefähre nicht mehr fahrtüchtig. Ganz Rendsburg setzt sich für eine schnelle Reparatur ein. Doch dabei ist man auf Hilfe des Bundesverkehrsministeriums angewiesen. Die Unterschriftenaktion soll dafür sorgen, dass in Berlin die Relevanz der Schwebefähre wahrgenommen wird.
Mit einer so großen Resonanz hatten weder Rendsburgs Touristik-Chefin Monika Heise (Foto) noch LZ-Redaktionsleiter Dirk Jennert gerechnet.
Mit einer so großen Resonanz hatten weder Rendsburgs Touristik-Chefin Monika Heise (Foto) noch LZ-Redaktionsleiter Dirk Jennert gerechnet. Foto: Masuch
 

„Mit so einer wahnsinnigen Rückmeldung hatte ich nicht gerechnet“, gestand Touristik-Chefin Monika Heise. Vor drei Wochen, am 16. Januar, hatte die Landeszeitung unter der Überschrift „Lasst uns dieses Denkmal retten“ dazu aufgerufen, mit einer Unterschrift zu zeigen, wie wichtig dieses Kulturdenkmal für die Region ist. Das ist gelungen. Denn nach ihrem Zusammenstoß mit einem Frachter am 8. Januar liegt die Schwebefähre immer noch defekt am Kanal-Südufer.

Unterstützung kommt aus ganz Deutschland

Als nächstes steht ein Besuch von Sachverständigen an. Erst danach kann eine Reparatur des historischen Gefährts in Angriff genommen werden. „Für einen großen Teil der Bevölkerung ist der Erhalt eine Herzensangelegenheit“, stellt Monika Heise fest. Dies zeigt sich auch daran, dass zahlreiche Unternehmen und Institutionen Unterschriften-Listen auslegten. Manfred Buncke, Vorsitzender des Vorstands von der Sparkasse Mittelholstein, brachte die mehr als 800 Unterschriften aus seinem Hause eigenhändig in der Redaktion vorbei. Der Shanty-Chor Neptun kam ebenfalls mit einer langen Liste in die Landeszeitung. Das Hobby-Wohnwagenwerk, der Unternehmensverband, die Stadt Büdelsdorf, die Theaterfreunde – um nur einige wenige zu nennen – hatten die Listen in ihren Häusern ausgelegt oder herumgehen lassen. Rund 6000 Unterschriften kamen auf diese Weise zustande, weitere 5000 „Fähren-Retter“ unterzeichneten die Petition im Internet.

„Mit so einer großen Beteiligung hatte ich nicht gerechnet, das ist überwältigend“, erklärte Bürgermeister Gilgenast, als er am Telefon vom Erfolg der Aktion erfuhr. Er weiß von einer Versammlung der deutschen Straßenbau-Ingenieure, die ebenfalls die Petition unterzeichneten. „Damit wird deutlich, was für ein besonderes Kulturgut dieses Verkehrsmittel ist“, sagte Gilgenast. Aber es ist auch eine Touristenattraktion. Aus Frankfurt, Köln, Berlin, aus ganz Deutschland erreichten die Tourismus-Information Unterschriften. Und aus dem Umland kamen etliche Bürger extra in die Stadt, um ihre Solidarität mit diesem einzigartigen Verkehrsmittel zu bekunden und um deutlich zu machen, wie wichtig ihnen der Erhalt „ihrer“ Schwebefähre ist. Eben eine Herzensangelegenheit, die die Region verbindet.

 

„Sonst bewegt die Fähre uns, jetzt hat sie viele Menschen bewegt“, kommentierte Bürgermeister Gilgenast den Erfolg der Aktion. Mit so vielen Unterschriften im Gepäck werde er gerne nach Berlin reisen, verriet er. Voraussichtlich am 18. Februar wird eine Delegation aus Rendsburg im Berliner Verkehrsministerium die Petition übergeben. Damit wollen die Schwebefähren-Befürworter deutlich machen, „wie wichtig die Fähre als Verkehrsträger ist“, so Gilgenast. Zudem habe die Suche nach Alternativen in den vergangenen Tagen gezeigt, „dass es keine andere Querungsmöglichkeit gibt, die so effektiv und kostengünstig funktioniert“.

Und wenn Berlin kein Einsehen hat? Eine ältere Dame, die Monika Heise und LZ-Redaktionsleiter Dirk Jennert beim Fototermin vor der Landeszeitung beobachtete, sagte es deutlich: „Wir müssen weiterkämpfen.“ Monika Heise ergänzt: „Wir sind noch nicht am Ende, wir werden nicht lockerlassen.“

 

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erstellt am 06.Feb.2016 | 12:07 Uhr

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