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Landeszeitung

30. September 2016 | 08:38 Uhr

Nach Kollision auf dem Nord-Ostsee-Kanal : Rendsburger Schwebefähre: Die Chancen auf ihren Erhalt steigen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt verspricht eine neue Fähre, falls die alte nicht mehr reparabel ist.

Die Zukunft der Schwebefähre hat jetzt auch 70 Teilnehmer einer Vortragsveranstaltung der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Schleswig-Holstein (VSVI) beschäftigt. Dabei stand neben dem Straßenverkehr auch der Verkehr auf dem und über das Wasser auf dem Programm. Karsten Thode von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sagte wörtlich: „Wir haben die rechtliche Verpflichtung, die Schwebefähre weiter zu betreiben, durch Instandsetzung oder Neubau.“

Die Schwebefähre ist eine Verbindung zur Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals und historisches Wahrzeichen. Die Fähre wurde bei dem Unfall so stark beschädigt, dass sie aktuell nicht mehr einsatzbereit ist.

Anders als eine Sprecherin der Bundesbehörde vor wenigen Tagen ging Thode damit einen Schritt weiter und versprach eine neue Schwebefähre auch für den Fall, sollte die alte nicht mehr reparabel sein. Diese Garantie hatte die Sprecherin nicht abgeben wollen. Ihr Hinweis: „Wir haben keinen Anlass, von einem Totalschaden auszugehen.“

Die Zukunft der Schwebefähre gilt nach der Kollision mit einem Frachter am 8. Januar dennoch als ungewiss. Thode betonte, dass die Fähre unter der Eisenbahnhochbrücke viele Vorteile habe. Sie sei sehr wirtschaftlich, modern durch elektrischen Antrieb und barrierefrei.

„Die Schwebefähre ist in ihrer Einzigartigkeit ein besonderer Teil Rendsburgs. Sie ist Teil unserer Verkehrsinfrastruktur und für mich damit auch Baukultur“, sagte Matthias Paraknewitz, Vorsitzender des VSVI. „Solange die Eisenbahnbrücke besteht, wünsche ich mir keinen Ersatz, sondern den Erhalt der Schwebefähre in ihrer Bauweise und Funktionalität. Die Kosten dürfen bei der Reparatur nicht das alleinige Kriterium sein“, meinte Paraknewitz. Denn nach Thodes Angaben habe die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in den kommenden zehn Jahren einen Investitionsbedarf von etwa 6,6 Milliarden Euro, um ihre Bauwerke zu ersetzen oder zu sanieren. Bei dieser Größenordnung dürfe die Schwebefähre kein Problem sein, sagte Paraknewitz.

Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Schwebefähre für den Verkehr und als touristischen Anziehungspunkt hingewiesen. Viele der Vortragsteilnehmer trugen sich in eine Unterschriftenliste ein, mit der auf LZ-Initiative für den Erhalt der Fähre Position bezogen wird. Thode ging auch auf die Sanierung des Kanaltunnels ein, die „wegen vieler Hindernisse, die nicht vorauszusehen waren“, aus dem Zeitrahmen gelaufen sei. Jetzt werde die Betriebs- und Anlagentechnik installiert. Die Oströhre sei in naher Zukunft fertig. „Die Weströhre wird dann einfacher“, sagte Thode, weil man alle Schritte bereits einmal durchlaufen habe. Die Gesamtfertigstellung werde im Jahr 2018 erfolgen, so Thode.

Die Sanierung der Eisenbahnhochbrücke durch die WSV sei kurz vor dem Abschluss, teilte Thode mit. Laut Auftrag der Bahn sei die Stahlbrücke über den Kanal im Rahmen der Arbeiten auch verstärkt worden. Die Tragfähigkeit sei von 1300 Tonnen auf jetzt 5700 Tonnen erhöht worden. Noch sei die Brücke nicht für die volle Belastung freigegeben. Demnächst könnten sich aber auch große Züge auf der Brücke begegnen. Das sei eine wichtige Verbesserung auf der Trasse nach Skandinavien.

Unterdessen läuft die Petition der Rendsburger Landeszeitung weiter: Sie soll den Erhalt der Fähre sichern.

 

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erstellt am 26.Jan.2016 | 19:35 Uhr

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