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Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Übung in Norderstapel : Rendsburger Luftretter testen Landung in der Nacht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Feuerwehren Süder- und Norderstapel probten die Zusammenarbeit mit der Besatzung des neuen „Christoph 42“.

Im Januar dieses Jahres noch war es nach einem schweren Verkehrsunfall zu Irritationen gekommen um die Frage, ob der Rettungshubschrauber aus Rendsburg im Notfall auf dem Sportplatz in Norderstapel landen darf. Seitdem ist viel passiert. Die Suche der DRF Luftrettung nach Nachtlandeplätzen im Kreis wurde intensiviert, und das mit Erfolg. So auch im Amt Kropp-Stapelholm, wo sich alle Feuerwehren an der Suche nach Landemöglichkeiten beteiligten. Der Sportplatz Norderstapel wurde für gut befunden, und dass diese Wahl zurecht erfolgte, belegte an diesem Wochenende eine Übung.

„Wir haben hier eine fliegende Intensivstation“, erläuterte Notarzt Holger Harbs am Rande der Übung, zu der die Wehren Norder- und Süderstapel am Sonnabend ausgerückt waren. Harbs deutete auf die umfangreiche Ausrüstung mit medizinischen Geräten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass er und seine Kollegen nun deutlich mehr Bewegungsfreiheit haben als noch im Vorgänger. Der „Neue“ wird ebenfalls auf den Namen Christoph 42 hören und ist das Paradepferd der DRF Luftrettung.

Stationiert in Rendsburg wird der Hubschrauber ab November tagsüber schnelle Hilfe in rund sechzig Kilometer Umkreis um die Station bringen. Aber auch in der Nacht ist der EC 145 einsatzbereit und dann als einziger Rettungshubschrauber in Schleswig-Holstein für das gesamte Land zuständig. „Mit dem Hubschrauber haben wir einen Techniksprung von rund 20 Jahren gemacht“, stellt Pilot Sebastian Hilliger fest. Dank eines digitalen Autopiloten kann der Luftfahrzeugführer wesentlicher häufiger den Luftraum beobachten und kritische Situationen schneller erkennen: „Wir bewegen uns ja in einer Einsatzhöhe, die auch von Sportfliegern stark genutzt wird und da ist jede Sekunde wichtig, die man nicht auf die Instrumente achten muss.“

Für die Nachteinsätze ist der Hubschrauber mit einem Hochleistungssuchscheinwerfer ausgestattet, der auch aus 500 Meter Flughöhe noch jedes Detail am Boden erkennen lässt. „Unmittelbar vor dem Aufsetzen müssen wir den ausschalten, sonst würde das Gras verkohlen“, schmunzelte Hilliger. Wie ein Einsatz abläuft, demonstrierte die Crew aus den zwei Piloten Dirk Kugel und Sebastian Hilliger, dem Notarzt Holger Harbs und Frank Schmelzkopf als Notfallsanitäter bei der Jahresabschlussübung unter der Regie von Wehrführer Björn Baumann, der in enger Zusammenarbeit mit der DRF Luftrettung ein realistisches Szenario erarbeitet hatte. Für die Wehrleute war deshalb am Sonnabend um 18.03 Uhr das Wochenende schlagartig unterbrochen, als die Sirenen zum Einsatz riefen und sich erst am Einsatzort herausstellte, dass der vermeintlich schwere Verkehrsunfall nur eine Übung war. Mit technischer Unterstützung eines Einsatzteams der Erfder Feuerwehr konnte der eingeklemmte und schwerverletzte Fahrer geborgen und nach der Erstversorgung durch den eingeflogenen Notarzt zum Weitertransport in den Hubschrauber gebracht werden. Nach einer Platzrunde war die Übung dann beendet.

Von der Amtswehrführung lobte Sönke Rahn die Stapeler Wehren, die trotz einer verminderten Antrittsstärke alle Aufgaben mit Bravour gemeistert hatten. Auch Björn Baumann zeigte sich vollauf zufrieden: „Die Übung hat gezeigt, dass die seit über zwei Jahren laufende Zusammenarbeit mit den Rettungsfliegern klappt.“ Das Team der Luftrettung hatte die Übung genutzt, um die Routine mit dem neuen Equipment weiter einzuüben.  

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