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Zeitplan der Kanalverwaltung : Rendsburg: Neue Schwebefähre erst ab 2019

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Auftrag für den Neubau des historischen Verkehrsmittels soll im zweiten Halbjahr 2017 erteilt werden. Danach dauert es noch eineinhalb Jahre, bis der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Rendsburg | Auf die neue Schwebefähre werden die Menschen in Rendsburg und Osterrönfeld länger warten müssen als bisher angenommen. Bürgermeister Pierre Gilgenast gab am Donnerstag im Senat bekannt, dass mit einer Inbetriebnahme erst Anfang 2019 gerechnet werden könne. Bisher ging man in Rendsburg von einem Termin im Jahr 2018 aus. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) sagte auf Anfrage der Landeszeitung, dass der Bau der Schwebefähre im ersten Halbjahr 2017 ausgeschrieben werden soll und man im zweiten Halbjahr den Auftrag erteilen will. Es sei mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren zu rechnen.

Die alte Schwebefähre war im Januar bei einem Zusammenprall mit einem Frachter zerstört worden. Der Fährführer wurde schwer verletzt.

Derzeit werden die Ausschreibungen für den Neubau vorbereitet. Dabei stimmt sich die Kanalverwaltung eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises ab.

Der Landesdenkmalschutz hatte sich bereits vor Monaten positioniert. Demnach soll sich der Ersatzbau am filigran konstruierten Original orientieren. Insbesondere müssen die Erbauer darauf achten, die Abmessungen der historischen Fähre einzuhalten. Der neue Fährkörper, den Experten als Gondel bezeichnen, muss demnach 14 Meter lang und sechs Meter breit sein. „Die Anmutung sollte dem Bild der Schwebefähre, wie wir sie kennen, ähneln“, sagte der stellvertretende Landeskonservator Dr. Dirk Jonkanski im Sommer unserer Zeitung. „Von Weitem sollte man nicht merken, dass es sich um einen Neubau handelt.

Bereits in trockenen Tüchern ist der Bauvertrag für die Grundinstandsetzung des Fährenschienenträgers unter der Eisenbahnhochbrücke. Er wurde im Oktober unterzeichnet. Die ersten Arbeiten, um die Baustelle einzurichten, sind bereits erfolgt. Bürgermeister Gilgenast nannte erstmals konkrete Zahlen zu den Kosten der neuen Schwebefähre. Insgesamt investiert der Bund sechs Millionen Euro in das Nachfolgemodell des historischen Verkehrsmittels.

Davon entfallen 2,5 Millionen Euro auf die Fertigung der Gondel. Der Löwenanteil von 3,5 Millionen Euro fließt in die Technik unterhalb der Hochbrücke. Dazu zählt der elektrisch betriebene Motorwagen, mit dem die Gondel über Stahlseile verbunden ist. Diese Einheit erwies sich in den Monaten vor der Havarie als besonders störanfällig. Mehrfach fiel die Schwebefähre in der zweiten Jahreshälfte 2015 aus.

Als Fehlerquelle wurde ein Wackelkontakt in der elektronischen Steuerung ausgemacht. Die Ursache für die Havarie am 8. Januar ist hingegen ungeklärt. Frühmorgens war die Schwebefähre mit dem Frachter „Evert Prahm“ kollidiert. Der zum Zeitpunkt des Unglücks 52-jährige Maschinist wurde schwer verletzt. Der einzige Passagier an Bord der Schwebefähre kam mit dem Schrecken davon, ebenso die Besatzung der „Evert Prahm“. Das Wrack der alten Fähre wurde im März abgehängt und befindet sich seitdem auf dem Rendsburger WSA-Betriebshof in der Blenkinsopstraße.

Am 12. Juli nahm die Fähre „Falckenstein“ den Ersatzdienst auf. Aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen verkehrt sie nur noch bis Donnerstag, 22. Dezember, und geht danach in eine mehrmonatige Winterpause. Ab dem 24. April soll der Betrieb nach Fahrplan wieder aufgenommen werden. Zuletzt nutzten nur noch durchschnittlich 60 Fußgänger und Radfahrer am Tag den Pendeldienst zwischen den Anlegern am Kreishafen und am Rendsburg Port. Bei einer täglichen Miete von 2400 Euro für das in Kiel beheimatete Schiff ergeben sich für die Kanalverwaltung Kosten von 40 Euro pro Passagier.

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