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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 01:27 Uhr

Ungewisse Zukunft nach Verkauf : Rendsburg: Dunkle Wolken über der Schiffbrückengalerie

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Komplex am Schiffbrückenplatz ist Ende Februar verkauft worden. Doch die meiste Mieter ahnen davon nichts – denn die Hausverwaltung schweigt. Selbst im Grundbuch der Stadt steht noch der alte Besitzer.

Rendsburg | Zehn Jahre nach ihrer Eröffnung geht die Schiffbrückengalerie ungewissen Zeiten entgegen. Hinter den Kulissen des 2006 eingeweihten Komplexes am Schiffbrückenplatz rumort es heftig. Während gestern der Verkauf des Hauses an eine Immobilienfirma in Bayern bekannt wurde, erwägen mehrere Mieter den Auszug. Grund: Die in Berlin ansässige Estama-Hausverwaltung lässt sie über die Zukunft des Glaspalastes im Unklaren.

„Man hört von denen nichts, auf Mails wird nicht geantwortet, da ist nur totales Desinteresse zu spüren“, fasst ein Unternehmer, der seit Jahren in der Schiffbrückengalerie vertreten ist, das Verhalten des Managements zusammen. Ende vergangenen Jahres habe die Hausverwaltung auf seine Nachfrage hin von „laufenden Verkaufsverhandlungen“ gesprochen. Was daraus geworden sei, wisse er nicht.

Ein anderer Mieter resigniert ebenfalls: „Man hat nicht den Eindruck, dass ein großes Interesse besteht, verlässliche Mieter zu halten und den Leerstand zu beseitigen.“ Weil ihre Mietverhältnisse bestehen und die Verhandlungen über eine Fortsetzung noch nicht beendet sind, möchten beide Quellen nicht namentlich genannt werden. Die für die Galerie zuständige Hausverwalterin wollte sich auf Anfrage der Landeszeitung nicht äußern. Man sei vertraglich verpflichtet, keine Auskunft zu geben. Auch auf die Frage, wer derzeit Besitzer der Einkaufszeile sei, kam keine Antwort. „Gemäß unseren geschäftspolitischen Vorgaben können wir Ihnen keine Details oder Kontaktdaten mitteilen“, hieß es per Mail.

Die Mietverträge wurden zuletzt mit einer GRI Objekt Rendsburg GmbH & Co. KG abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in München ist unter der Anschrift Schiffbrückenplatz 17 auch im Grundbuch der Stadt Rendsburg verzeichnet. Doch das scheint überholt zu sein. Am Freitagnachmittag teilte ein Sprecher der Jones Lang LaSalle GmbH, zu der GRI zählt, schriftlich mit, dass man seit dem 29. Februar 2016 nicht mehr Eigentümer der Immobilie sei. Zuständig sei jetzt ein anderes Unternehmen in Bayern. Der Sprecher des neuen Eigentümers war am Freitag nicht zu erreichen.

„Jetzt ist nicht mehr am Ende der Hohen Straße Schluss“, frohlockte der damalige Bürgermeister Andreas Breitner beim feierlichen Startschuss am 17. August 2006. Rund 13 Millionen Euro hatte der Bau der Galerie verschlungen. Hinter der Fassade aus Glas und Stahl stehen 4600 Quadratmeter für den Einzelhandel und 330 Quadratmeter für Gastronomie zur Verfügung. Hinzu kommen 430 Quadratmeter Bürofläche, knapp zur Hälfte belegt vom Verein Tourismus Mittelholstein als Hauptsäule des Tourismus- und Stadtmarketings. Noch. Am 30. Juni läuft der Mietvertrag aus. Der Verein hat fristgerecht gekündigt, aber noch kein neues Zuhause für die Bürogemeinschaft mit RD-Marketing und der Stadt gefunden. „Ob wir in der Galerie bleiben, steht noch nicht fest“, sagt Geschäftsführerin Monika Heise. „Wir schauen uns um.“

Fest steht, dass das „Kaffeehaus“ der „Steiskal“-Bäckerei am westlichen Ende des Komplexes im Juli schließt. Das bestätigte Geschäftsführer Eckhardt Schütz in dieser Woche. Als Grund gab er das veränderte Marktumfeld an. Die neue Konkurrenz durch zwei Bäcker in der Nähe, die ebenfalls Sitzplätze anbieten, sei zu groß. Doch es gibt auch positive Signale: Drei Großmieter im Erdgeschoss kündigen an, der Galerie die Treue zu halten. „Es stehen keine Veränderungen an“, sagt eine Sprecherin von „Deichmann“. Auch bei „H  &  M“ nebenan gibt es keine Abwanderungsgedanken. „Eine Änderung unsererseits am Standort Rendsburg ist zurzeit nicht geplant.“ Eine Sprecherin von „C  &  A“ lässt verlauten, dass man in Rendsburg zufrieden sei und bereits auf eine langjährige Entwicklung zurückblicken könne. „Daher gibt es aktuell keine Pläne, den Standort zu verlassen. “

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erstellt am 17.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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