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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 17:42 Uhr

Rendsburg : Reaktionen zum Hertie-Verkauf: Kaufleute brechen in Jubel aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rendsburgs Kaufleute erwarten wieder mehr Laufkundschaft in der Innenstadt. Besonders eine Neuerung weckt Hoffnung.

Ungläubigkeit, Stoßseufzer und Jubelsprünge. Das sind die Reaktionen der Rendsburger Einzelhändler, als sie am Montag vom Verkauf des Hertie-Hauses erfahren.

Barbara Priese von der Coburg’schen Buchhandlung

Barbara Priese
Barbara Priese von der Coburg’schen Buchhandlung. Foto: Urich Hoeck
 

Die Buchhändlerin kann es im ersten Moment gar nicht glauben, dann siegt die Vorfreude. „Ich freue mich wirklich, dass dieser bröckelnde, tropfende Schandfleck endlich verschwindet. Sieben Jahre lang haben wir darauf gewartet.“ Als Schülerin hat sie selbst noch im damaligen Kaufhaus Karstadt gejobbt. „Ich hoffe, dass die Rendsburger das jetzt auch annehmen“, sagt sie. Und ihre Tochter Katrin Murmann findet: „Das ist ein tolles Signal für den Altstädter Markt und die ganze Stadt Rendsburg.“

Tabakhändler Dirk Draksal

Dirk  Draksal
Tabakhändler Dirk Draksal. Foto: Ulrich Hoeck
 

Der Tabakhändler in der Hohen Straße ist vollkommen überrascht von der Nachricht. „Ich kann das gar nicht glauben“, sagt er. „Das ist ja genauso unglaublich, als ob der Kanaltunnel wieder frei wäre“, legt er den Finger gleich noch in eine andere Wunde. Angst davor, dass durch die Baustelle Kunden wegbleiben, hat er nicht. „Was soll mich das stören“, fragt er. „Der Bauverkehr kann ja nicht durch die Hohe Straße fahren. Alle wollen, dass das Haus wegkommt. Dann muss man dafür auch mal was in Kauf nehmen.“

Sylvia Trost vom gleichnamigen Reisebüro

Sylvia Trost
Sylvia Trost Foto: Ulrich Hoeck
 

Sylvia Trost freut sich, dass endlich eine Entscheidung gefallen ist. „Wir Anlieger vom Altstädter Markt sind sehr glücklich, dass dieser Schandfleck endlich wegkommt“, sagt sie. „Und wenn da wirklich ein Supermarkt hinkommt, ist das ganz toll für die Leute, die in der Innenstadt wohnen bleiben wollen. Und für uns, die hier arbeiten, auch.“ Für das Erscheinungsbild des Altstädter Marktes und der gesamten Stadt Rendsburg „ist das nur positiv.“

Dietrich Maaß vom Fotogeschäft Wagner

Dietrich Maaß
Dietrich Maaß Foto: Ulrich Hoeck
 

Seit mehr als 30 Jahren ist Dietrich Maaß mit Fotogeschäft Wagner in der Straße Am Stegen selbstständig. „Wenn das wirklich so stimmt“, sagt er mit einer Portion Restskepsis, „dann ist das ein Segen.“ Seitdem Hertie weg ist, kommen weniger Besucher in die Innenstadt und damit weniger Laufkundschaft in sein Geschäft, hat er festgestellt. „Ein Supermarkt wäre fantastisch und sehr positiv“, sagt er. Allerdings müssten die Rendsburger den auch annehmen, gibt er zu bedenken. Dennoch: „Alles, was südlich des Alten Rathauses ist, profitiert von Innovationen – in welcher Form auch immer.“

Beate Ströhnisch von Schreibwaren Brendemühl

Beate Ströhnisch
Beate Ströhnisch Foto: Ulrich Hoeck
 

Die Schreibwarenhändlerin bricht in Jubel aus, als sie die Nachricht vom Verkauf erhält. Lange war sie skeptisch. „Ich habe davon geträumt, aber gerechnet habe ich nicht damit“, sagt sie. Als sie davon gehört hat, dass es Kaufinteressenten für das Gebäude gibt, dachte sie nur: „Das wird doch wieder nix.“ Jetzt hofft sie, das durch den Supermarkt wieder mehr Besucher in das alte Zentrum der Stadt kommen. Vor allem aber hofft sie, dass durch die Belebung mehr Menschen im Gebiet um den Altstädter Markt wohnen bleiben.

Weitere Stimmen:

Die Kaufhaus-Ruine direkt vor Augen hat auch Norman Grenda. „Wir haben den Verfall die ganzen Jahre über direkt mitbekommen“, sagt der Chef des Restaurants Markthalle am Altstädter Markt. „Ich freue mich vor allem auf den Supermarkt – ich bin doch der Erste, der laufen muss, wenn etwas fehlt.“ Als das Kaufhaus noch funktioniert hat, hatte er mehr Laufkundschaft. Er hofft jetzt auf eine Wiederbelebung des Geschäfts. „Wir brauchen doch alle das Zubrot“, sagt er. „Toi, toi, toi, dass es los geht.“

Axel Bornhöft, Inhaber und Geschäftsführer des Modehauses I. D. Sievers, ist glücklich. „Unter dem negativen Anblick hat die gesamte Innenstadt gelitten“, sagt er. Und: „Ich kann mir da alles vorstellen, was nicht so ist, wie jetzt. Aber wenn dort wirklich ein Supermarkt hinkommt, wäre das ausgesprochen positiv.“ Er hofft, dass durch durch den Neubau auch die Besucherfrequenz in der Innenstadt wieder steigt. „Dass am Altstädter Markt wieder mehr gelebt und gearbeitet wird, ist äußerst wichtig für die Stadt.“

Bürgermeister Pierre Gilgenast wollte die Fraktionschefs der Ratsparteien erst nach Abschluss des Verkaufs am Nachmittag informieren. Ratsherr Norbert Klan von den Grünen erfährt die Neuigkeit gegen 18 Uhr zuerst durch die Landeszeitung. „Alles, was in diese Ecke hinkommt, macht es besser“, sagt er. Stillstand sei Rückschritt.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 06:47 Uhr

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