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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 13:20 Uhr

Rendsburg : Rätselraten um die neue Schwebefähre: Diese Fragen sind noch offen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Kanalamt nennt keinen Termin für Fertigstellung des Nachfolgers. Unternehmer fordern mehr Tempo.

Rendsburg | Für die Mitarbeiter der Kanalverwaltung ist der Anblick Alltag, vielen Menschen in der Region lässt er das Herz bluten: Das seit Februar auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) liegende Wrack der Schwebefähre wird vom Rost zerfressen. Seit Dienstag steht fest, dass das 103 Jahre alte Original nie mehr an der Eisenbahnhochbrücke hängen und zum Einsatz kommen wird. Die bei der Kollision mit einem Schiff am 8. Januar entstandenen Schäden sind zu groß. Der Bund gibt einen Neubau in Auftrag.

Wie geht es mit der alten Fähre weiter?

Über die Zukunft des Havaristen machte eine WSA-Sprecherin am Mittwoch keine Angaben. „Die Fähre wird bis auf Weiteres auf dem Bauhof Rendsburg bleiben“, sagte Claudia Thoma. Über weitere Schritte werde zu gegebener Zeit entschieden. Vorrang habe aus Sicht der Behörde, so schnell wie möglich den Neubau in Auftrag zu geben. Tourismus-Chefin Monika Heise hatte vorgeschlagen, die beschädigte Originalfähre neben der Eisenbahnhochbrücke als Denkmal aufzustellen.

Wie teuer wird die neue Fähre?

Auch über die mögliche Bauzeit und Kosten machte Thoma auf Anfrage keine konkreten Angaben. Bevor die Bauzeit der Schwebefähre festgelegt werden könne, sei noch vieles zu klären. Eine wichtige Rolle spiele der Denkmalschutz. „Die Schwebefähre ist als technisches Kulturdenkmal immer in Verbindung mit der Eisenbahnhochbrücke zu sehen. Deshalb ist auch bei einem Neubau der Denkmalschutz zu berücksichtigen“, so die WSA-Sprecherin.

Wie wird die neue Fähre aussehen?

Fest steht, dass die Schwebefähre 2.0 wie ihre Vorgängerin durch Elektromotoren angetrieben werden wird. Thoma: „Da sich jedoch inzwischen Normen und Vorschriften geändert haben, sind diese bei der Planung zu berücksichtigen.“

Wann wird die neue Fähre fertig?

Auf die Frage, wann die schwimmende Ersatzfähre den Betrieb aufnehmen wird, sagte Thoma: „So schnell wie möglich.“ Das Bundesverkehrsministerium hatte einen Acht-Stunden-Dienst nach Fahrplan zugesagt. Ein Schiff soll – außerhalb der Ferien – von Montag bis Freitag zwischen Rendsburg und Osterrönfeld pendeln und Fußgänger sowie Radfahrer befördern.

So reagiert die Region

Video: Victoria Lippmann

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul begrüßte den Entschluss des Bundesverkehrsministeriums zum Neubau der Schwebefähre. „Das ist eine gute Investitionsentscheidung in Millionenhöhe.“ Ein besonderer Erfolg sei, dass der Ersatzverkehr sichergestellt werden konnte. „Hier war politischer Druck notwendig, nachdem die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung darauf hingewiesen hatte, dass es dafür keine rechtliche Verpflichtung gäbe.“ In einem persönlichen Gespräch habe er Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) von der Notwendigkeit beider Maßnahmen überzeugen können. „Es war gut und hilfreich, dass die Kommunen der Region eine harte und konsequente Position eingenommen haben.“

Michael Thomas Fröhlich vom Unternehmensverband Mittelholstein forderte die Kanalverwaltung auf, „nicht nur den Mund zu spitzen, sondern auch zu pfeifen“. Schnellstmöglich müssten der dauerhafte Ersatzverkehr aufgenommen und die Fertigstellung des Neubaus terminiert werden. Dabei dürfe sich das Tempo nicht an jenen sechs Monaten orientieren, die nötig gewesen seien, um die Irreparabilität der Schwebefähre festzustellen. Seine persönliche Einschätzung, wann die Nachfolgerin eingeweiht wird? „Über den Sommer 2017 würden wir uns freuen.“

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erstellt am 30.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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