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Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 19:11 Uhr

Video : Protestaktionen: Druck auf Kanalbehörde wächst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

400 Teilnehmer bei Menschenkette in Osterrönfeld und weit über 100 Fahrzeuge bei Autokorso-Protest in Rendsburg: Die Bürger in der Region Rendsburg haben die Nase voll. Sie wollen bessere Wege über den Kanal.

Mehrere hundert Menschen aus der Region Rendsburg haben sich gestern Mittag an den Protesten für bessere Verbindungen über den Nord-Ostsee-Kanal beteiligt. Etwa 400 Personen bildeten eine Menschenkette, die von der Eisenbahnhochbrücke bis zum Schwerlasthafen Rendsburg Port reichte. Zur gleichen Zeit fuhren auf Rendsburger Boden weit mehr als 100 Fahrzeuge im Konvoi und hupend vom Paradeplatz zum Bauhof der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) an der Schleife.

Dort übergab Michael Thomas Fröhlich, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Mittelholstein, eine offizielle Protestnote. Darin wird im Kern eine erheblich schnellere Sanierung des Kanaltunnels sowie dauerhafter Ersatz für die ausgefallene Schwebefähre gefordert. Die Hauptverantwortlichen der für die Wasserstraße zuständigen Behörde sicherten Gesprächsbereitschaft zu, machten darüber hinaus jedoch keine konkreten Zugeständnisse.

„Wir wollen nicht den Kurs der Konfrontation einschlagen“, sagte Fröhlich vor dem Werkstor der WSV in der Blenkinsopstraße, die mit Lastwagen, Kleintransportern und Pkw zugeparkt war. „Aber was wir bisher erlebt haben, verdient nur eine Antwort: es reicht!“ Rund 70 Fahrer und andere Mitarbeiter von Unternehmen, die dem Chef des Wirtschaftsverbandes buchstäblich gefolgt waren und ihre Fahrzeuge in mehreren Straßen der Schleife abgestellt hatten, applaudierten. Die Unternehmer fordern bis zum Sommer einen verbindlichen Bauzeitenplan für die Weströhre sowie ein Bonus-Malus-System. Firmen, die ihre Aufträge eher als geplant erledigen, sollen eine Prämie erhalten. Bei einem verspäteten Termin werden Strafen fällig. Außerdem müsse eine Arbeitsgruppe gebildet werden, so Fröhlich. Das Gremium aus Vertretern der Kanalverwaltung, der Kommunen und des Unternehmensverbandes soll zweimal im Monat tagen, um den Baufortschritt abzustimmen und die Kommunikation zu verbessern.

Was die havarierte Schwebefähre betrifft, erneuerten die Unternehmer ihren dringenden Wunsch nach einem dauerhaften Ersatzverkehr. Sollten Kanalamt und Bundesverkehrsminister als oberster Dienstherr keine Verbesserungen auf den Weg bringen, kündigte Fröhlich heftigeren Widerstand noch vor der Sommerpause an. „Dann werden wir zu einer deutlich größeren Protestaktion mobilisieren.“

Für die WSV ergriff Dezernatsleiter Karsten Thode das Wort. Aus Sicht der Behörde seit die Situation „äußerst unangenehm. Wir spüren den Druck tagtäglich“. Man sei bei der Sanierung des Tunnels ein ganzes Stück weiter. Die aus 40 Aktenordnern bestehende Dokumentation sei fertig, jetzt müsse noch der Tüv grünes Licht geben. Einen Termin für die Eröffnung der Oströhre gibt es laut Thode noch nicht. Auch darüber, ob die Schwebefähre neu gebaut werden muss oder repariert werden kann, sei noch keine Entscheidung gefallen. „Dann fangt doch endlich an damit!“, fiel eine sichtlich genervte Zuhörerin Thode ins Wort. Gegen 14 Uhr löste sich die Versammlung auf – auch am südlichen Kanalrand gingen die Teilnehmer der Menschenkette wieder nach Hause. Das Hupen der Autos war am anderen Ufer klar zu vernehmen und sorgte für Freude. Einige Kapitäne vorbeifahrender Schiffe zeigten sich solidarisch und ließen das Schiffshorn ertönen.

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erstellt am 04.Jun.2016 | 07:00 Uhr

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