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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:06 Uhr

Fachbereich Bürgerdienste in Rendsburg : Posten-Gerangel im Rathaus entwickelt sich zur Posse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Fachbereichsleiter Herbert Schauer muss neu aufgerollt werden. Ein unterlegener Bewerber droht mit Klage – er fühlt sich zu Unrecht ausgebootet.

Rendsburg | Das Bewerbungsverfahren um einen Spitzenposten im Rendsburger Rathaus entwickelt sich zum Schauspiel – und möglicherweise zu einem Fall für die Juristen. Weil ein unterlegener Kandidat sich zu Unrecht ausgestochen fühlt und mit einer Klage droht, hat die Stadt den laufenden Auswahlprozess nach rechtlicher Prüfung gestoppt. Das teilte Bürgermeister Pierre Gilgenast dem Senat hinter verschlossenen Türen mit. Eigentlich hätte er dem Gremium an diesem Tag einen neuen Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste zur Abstimmung präsentieren sollen.

Zum Stopp des Verfahrens habe eine Kieler Anwaltskanzlei geraten, erklärte Kämmerer Herwig Schröder gestern auf Anfrage. „Im laufenden Verfahren war ein formeller Mangel enthalten“, sagte der Chef der Haupt- und Finanzverwaltung. „Unterlagen, die von den Bewerbern eingereicht wurden, haben nicht den aktuellen Stand wiedergegeben.“ Vom Vorwurf der Manipulation, der in den Medien verbreitet wurde, wisse er nichts. „Da können wir uns keinen Reim draus machen.“

Jetzt soll eine neue Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Zu besetzen ist bis zum 1. März der Arbeitsplatz von Herbert Schauer (65). Der vielleicht dienstälteste Fachbereichsleiter in Schleswig-Holstein wird das Rathaus Ende Februar nach gut einem halben Jahrhundert verlassen. Fünf Bürgermeister in fünf Jahrzehnten hat Schauer seit Beginn seiner Ausbildung erlebt: Beisenkötter, Speck, Teucher, Breitner, Gilgenast. Zwölf Kandidaten hatten sich auf seine Stelle beworben, drei kamen in die engere Auswahl. Unter ihnen Bernd Brommann (52), Büroleitender Beamter im Fockbeker Rathaus und Kreisgeschäftsführer beim Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag, sowie ein 48-jähriger Polizeibeamter aus Berlin-Charlottenburg. Brommann galt als Favorit von Pierre Gilgenast, für ihn hatte er sich bereits entschieden. Beide kennen sich aus der Zeit, als der Rendsburger Bürgermeister noch Verwaltungschef in der Nachbargemeinde war. Von 2008 bis 2012 arbeiteten Gilgenast und Brommann unter einem Dach.

Brommann und Gilgenast waren für Fragen der LZ gestern nicht zu erreichen, der Berliner Polizeibeamte ebenfalls nicht. Fockbeks Bürgermeister Holger Diehr bestätigte, dass Brommann sich um die Stelle im Rendsburger Rathaus beworben habe. „Aufgrund der Stellenplan-Obergrenze sind für ihn weitere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten hier in der Gemeinde nicht möglich“, sagte er.

Im Rathaus ist man guter Hoffnung, die Stelle trotz der Querelen fristgerecht zu besetzen. „Wir sind frohen Mutes, dass wir das schaffen“, sagte Kämmerer Schröder. Mit der neuen Ausschreibung, die so schnell wie möglich veröffentlicht werden soll, gehe man einer möglichen Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht aus dem Weg. Die bisherigen Bewerber können ihren Hut erneut in den Ring werfen.

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