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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 15:22 Uhr

Aukrug : Porschefahrer können nicht mithalten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Corvette Club Hamburg macht bei seiner Ausflugstour Station in Aukrug-Bargfeld. Das schnellste Auto Europas hat viele Fans.

Mit insgesamt 14  000 Pferdestärken – verteilt auf 36 Fahrzeuge – war der Corvette-Club Hamburg bei seiner Ausflugstour im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterwegs. Als die Corvette-„Kapitäne“ auf ihrem Weg nach Groß Wittensee eine Frühstückspause in Hanßens Gasthof in Aukrug-Bargfeld einlegten, waren die „Flundern“ schnell von Schaulustigen umringt.

Bei der Corvette C6 ZR1 von Horst Bandow konnten die Sportwagenfans dank eines integrierten Sichtfensters sogar direkt unter die Motorhaube schauen. Unter diesem „Guckloch“ sitzt der Ladeluftkühler des Kompressors, den Bandows Corvette braucht, um ihre 647 PS voll auszureizen. Höchstgeschwindigkeit? „335 km/h“, sagte Bandow, dessen erstes Auto 1966 ein Fiat 2300 (190 km/h) war, der dann „alles andere gefahren“ ist (Audi, Mercedes, Lamborghini), bis er 2007 eine dauerhafte Liebe zur Corvette von General Motors entwickelte. Der Rellinger fährt seit achteinhalb Jahren Corvette, und man glaubt ihm ohne weiteres, dass ihn seitdem „noch nie einer überholt“ hat.

Andreas Vogel fährt seit 2002 eine Corvette C6R. Bei der Frage, ob er denn schon mal überholt worden sei, kommt er ins Grübeln. „Das wüsste ich nicht“, meinte der Hamburger nach kurzer Bedenkzeit: „Nein, das hab ich noch nicht erlebt – Porschefahrer legen sich nicht mit mir an, die ziehen zurück.“ Was man den Porschebesitzern auch nicht verdenken kann, denn die Corvettes haben im Gegensatz zu allen anderen Sportwagen keine Drosselung eingebaut. „Das ist mit 345 km/h der schnellste in Europa zugelassene Pkw“, vermerkte Vogel, „bei allen anderen vergleichbaren Autos ist bei maximal 320 km/h Schluss.“ Kein Wunder, dass Clubausflugs-Organisator Frank van der Bel eine Autobahnfahrt mit einer Corvette als „Ritt auf einer Kanonenkugel“ beschreibt. Als er Anfang der 90er Jahre bei einem Corvette-Treffen in Idstein erlebte, wie die versammelten „Flunder“-Fahrer das „Start your engines!“-Kommando befolgten, war es um den Hamburger geschehen. „Der Sound ist einfach nicht zu übertreffen“, sagt van der Bel über das „V8-Geblubber“ seiner Corvette C3 (Baujahr 1974), die er 1992 aus Florida importieren ließ. Ebenfalls aus Florida nahm Harry Schollmeyer seine Corvette mit, als er 2004 nach drei Jahren in den USA nach Deutschland zurückkehrte. Für den Stapelfelder ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Corvette nicht zu toppen: „Für 50  000 Dollar, also 45  000 Euro, hab ich ein vollwertiges Cabrio mit 350 PS bekommen, und so ein Auto hält ewig – die Karosserie ist aus Karbon, was soll da groß kaputt gehen?“

Nicht unbedingt an das Preis-Leistungs-Verhältnis hat Jürgen Plitzko gedacht, als er sich vor drei Jahren einen Kindheitstraum erfüllte, indem er eine Corvette C3 Stingray T-Top aus Las Vegas importierte. „Als kleiner Butscher hab ich solche Corvettes in Altona und auf der Reeperbahn gesehen und davon geträumt, später selbst mal so einen Wagen zu fahren“, erzählte Plitzko. Mit einem „Stingray“ von 1977 zieht man die Blicke natürlich überall auf sich. In einer Karawane von 36 Corvettes hingegen ist man nur einer von vielen Hinguckern. „Das ist auch mal ganz schön“, meinte der Schenefelder, bevor sich die Corvette-Kolonne wieder in Bewegung setzte – durch die Bargelder Tempo-30-Zone Richtung B 430.

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