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Landeszeitung

06. Dezember 2016 | 21:50 Uhr

Problem verschoben : Politik legt Kita-Provisorium auf Eis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Verwaltung soll zunächst die Bereitschaft freier Träger abfragen, bevor die Stadt selbst in einen Kindergarten mit zwei Gruppen investiert.

Der Weg zu mehr Kindergartenplätzen in Rendsburg gestaltet sich weiter holprig. Der Plan der Verwaltung, im „Pulverschuppen“ an der Herderschule übergangsweise zwei Gruppen für Ü-3-Kinder vermutlich unter städtischer Trägerschaft einzurichten, ist vom Finanzausschuss für drei Wochen auf Eis gelegt worden. Der entsprechende Beschlussvorschlag wurde auf die Sitzung am 17. Mai vertagt. In diesem Zeitraum soll das Rathaus klären, ob nicht auch freie Träger die Gruppen betreiben könnten.

Die Mini-Kita soll nach der Sommerpause zur Verfügung stehen, so der Auftrag aus der Politik, weil in der Stadt ein hoher Bedarf an Kita- und Hortplätzen besteht und der neue Kindergarten im künftigen Stadtteil Neuwerk-West frühestens 2018 in Betrieb gehen kann. Die Investitionskosten zum Herrichten des ungenutzten „Pulverschuppens“ für den Kita-Betrieb beziffert die Stadt mit 130  000 Euro. Nach Abzug der prognostizierten Einnahmen aus Elterngebühren und Zuschüssen des Kreises verbleiben laufende Personal- und Sachkosten in Höhe von 104  000 Euro im Jahr. Die Forderung, nach günstigeren Alternativen zu dieser Lösung zu suchen, wurde im Finanzausschuss von mehreren Seiten vorgebracht. Klaus Schaffner (Grüne) brachte die Brücke Rendsburg-Eckernförde als Betreiber ins Spiel. Der freie Träger plane nach seiner Kenntnis bereits am Büdelsdorfer Einkaufszentrum Rondo eine Kita. Der Verwaltung warf der Grünen-Fraktionschef vor, die Politik schlecht informiert und in eine falsche Richtung geführt zu haben. „Warum entscheidet der Sozialausschuss für einen Pulverschuppen?“ Bereits im vergangenen Herbst sei die Verwaltung aufgefordert worden, Kontakt zu freien Trägern aufzunehmen. Aber erst Ende Februar habe man diesen Auftrag in die Tat umgesetzt.

Auch Fritjof Wilken (Modernes Rendsburg) nahm sich Gilgenasts Mannschaft zur Brust: „Da bieten andere Träger andere, dauerhafte Lösungen an, und wir erhalten von der Verwaltung den Vorschlag, ein Provisorium zu schaffen.“ Das sei widersprüchlich. Ähnlich argumentierte Achim Petersen (CDU): „Wir investieren in ein Provisorium und wissen nicht, wer es betreiben soll. Das ist ein schlechter Umgang mit unseren knappen finanziellen Ressourcen.“ SPD-Anführer René Sartorius stellte für seine Fraktion klar, dass eine Einrichtung in der Eiderkaserne nicht ausreichen werde. „Wir sind der Auffassung, dass der Stadtnorden weitere Kindertagesstätten bräuchte. In der Frage der Trägerschaft sind wir auch offen.“

Bürgermeister Pierre Gilgenast versprach, man werde verstärkt auf Dritte zugehen und die Kitas nach Möglichkeit nicht mehr selbst betreiben. Den Vorschlag Pulverschuppen habe man deswegen unterbreitet, so Gilgenast gegenüber unserer Zeitung, weil er sich am schnellsten verwirklichen lasse. Zudem sei geplant gewesen, den künftigen Bewohnern des Quartiers Eiderkaserne und den bereits jetzt im Umfeld lebenden Familien ein Angebot zu unterbreiten. Dort gebe es schon jetzt einen Bedarf.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 09:21 Uhr

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