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Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Rader Hochbrücke : Planer stellen Lärmschutz in Aussicht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Projektentwickler Deges: Windabweiser an neuer Rader Hochbrücke könnten auch für Schall-Abwehr sorgen. Das Verkehrsministerium muss zustimmen.

Großes Interesse an der Informationsveranstaltung zum Ersatzbau der Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7: Rund 100 Einwohner aus Rade und dem Nachbardorf Ostenfeld waren Mittwochabend in die „Große Diele“ gekommen. Im Mittelpunkt der zweieinhalbstündigen Veranstaltung stand der Lärmschutz.

Und der soll verbessert werden, obwohl der Bund dazu nach dem Gesetz nicht verpflichtet sei, betonte Mario Schönherr, Projektleiter der Deges. Die Gesellschaft ist für das Projektmanagement des Brückenbaus zuständig. Weil es sich um einen Ersatzbau in ähnlicher Ausführung wie die bisherige Brücke handele, müsse der Bund keine zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen ergreifen, erklärte Schönherr. Lärmschutzwände könnten aber im Zuge des Baus von Windabweisern realisiert werden, stellte er in Aussicht. Denn im Gegensatz zur alten Brücke soll die neue auf beiden Seiten mit etwa 2,50 Meter hohen Windabweisern versehen werden. Diese sollen auch 500 Meter südlich und nördlich der Brücke auf den Dämmen gebaut werden. Damit könne verhindert werden, dass ab Windstärke 5 die Geschwindigkeit von 100 auf 80 Kilometer pro Stunde reduziert werden muss. Nach Schönherrs Angaben sei das im Durchschnitt an 3550 Stunden im Jahr nötig, womit ein großer volkswirtschaftlicher Schaden entstehe. „Wenn das Bundesverkehrsministerium die Wirtschaftlichkeit der von uns geplanten Windabweiser anerkennt, könnten sie so gebaut werden, dass sie auch Lärmschutzfunktionen erfüllen“, sagte Schönherr gegenüber der Landeszeitung, und er fügte hinzu: „Wir sind auf einem guten Weg dahin.“

Lärmschutz sei dringend notwendig, forderte der Ostenfelder Bürgermeister Arnold Schumacher. Weil der Wind zu 80 Prozent aus westlicher Richtung wehe, sei auch seine Gemeinde stark von Lärm betroffen. Er habe auf seiner Terrasse in diesem Sommer regelmäßig Lautstärken von 60 bis 65 Dezibel gemessen. Der Rader Bürgermeister Hans Stephan Lütje drängte darauf, dass seine Gemeinde rechtzeitig in das Planfeststellungsverfahren für den Brückenbau eingebunden werde. „Wir müssen informiert und beteiligt werden.“
Die Trassenführung für die neue Brücke steht fest. In ähnlicher Form wie bisher soll der Ersatzbau 16,5 Meter östlich der bisherigen Brücke entstehen. Sie wird mit einer Durchfahrtshöhe von 42 Metern für den Schiffsverkehr und 224 Metern Stützweite zwischen den beiden Pfeilern am Kanalufer gebaut.

„Die Baufahrzeuge werden nicht durch Rade fahren“, beruhigte Schönherr. Geplant sei, den Baustellenverkehr über die Autobahn zu führen und dazu eine Behelfsausfahrt zu bauen. Der Damm auf Rader Seite werde zwar an der Krone um 16,5 Meter näher an Rade rücken, solle aber steiler gebaut werden, so dass der Fuß des Dammes nicht oder nur unmerklich näher an die Gemeinde rücke. Schönherr kündigte Probebohrungen für die neuen Brückenpfeiler im Januar und Februar an. Mit dem Bau der ersten Richtungsfahrbahn der neuen Brücke soll 2023 begonnen werden. Nach deren Fertigstellung 2026 soll der Verkehr auf jeweils zwei Fahrbahnen über die Brücke geführt werden. Die alte Rader Brücke wird dann abgerissen und an deren Stelle die zweite Richtungsfahrbahn errichtet. Alles soll 2029 fertig sein.

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