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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 07:14 Uhr

Intensive Probenarbeit : Nordkolleg macht Bahn frei für Rock- und Popmusik

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Band-Camp gastiert zum ersten Mal in Rendsburg. 36 Jugendliche proben für Auftritt am Freitag.

Man hört sie schon auf der Straße vor dem Nordkolleg. Wenn man aus dem Auto aussteigt, wird man von Gitarrenklängen, Bässen, Schlagzeugen und Sängern begrüßt. Ab und zu ist eine falsche Note mit dabei. Die Musik stoppt kurz, beginnt dann von neuem. Diesmal ohne Fehler. Die Musiker gehören zum Band-Camp unter der Leitung von Hörbie Schmidt, das zum ersten Mal in Rendsburg gastiert.

Sechs Tage lang üben 36 Jugendliche im Nordkolleg für den großen Auftritt an diesem Freitag um 13 Uhr. Die 13- bis 18-Jährigen kommen aus ganz Schleswig-Holstein. Aus Flensburg und Hamburgs Speckgürtel, von Sylt und von Fehmarn. Am Sonntag trafen die Jungen und Mädchen in Rendsburg ein. Das Nordkolleg ist in dieser Woche ihr neues zu Hause. Zwei Songs soll jede der sechs Bands, die am ersten Tag eingeteilt wurden, bis zum Ende des Camps einstudiert haben.

Bei der Wahl der Lieder lassen Schmidt und die anderen sechs Coaches ihren Schützlingen freie Hand. „Die Jugendlichen können etwas covern oder selbst einen Song schreiben“, so Schmidt. „Bei uns gilt die Regel: Wir sind offen für alle Stile, aber bitte keine Schlager.“ Die Jugendlichen nehmen den kreativen Freiraum gern an. Während aus dem einen Raum „Human“ von Rag’n’Bone Man erklingt, versuchen sich die Nachwuchsmusiker im nächsten Zimmer an dem Hit „Nothing else matters“ von Metallica. Guido Froese, Leiter und Geschäftsführer des Nordkollegs, ist stolz auf den Besuch des Band-Camps in seinen Räumlichkeiten.

„Genau dafür sind die neuen schallgedämmten Probenräume im ,U’ gemacht“, so Froese. Perfekt für die jungen Musiker, denn bis zum Auftritt kommt noch harte Arbeit auf sie zu. Die Jungen und Mädchen starten täglich um 9 Uhr mit einer gemeinsamen Warm-Up-Übung in den Tag. Anschließend arbeiten sie in den Bands mit einem Coach an den Texten und Melodien der ausgewählten Songs. Und das jeden Tag bis 22 Uhr. Natürlich mit Pausen, dennoch musizieren die meisten von ihnen deutlich länger, als sie es gewohnt sind. „In den letzten Jahren hatten wir am dritten oder vierten Tag immer etwas heisere Sänger und Sängerinnen“, sagt der Camp-Leiter. Die Coaches wissen sich allerdings zu helfen. Um kratzige Kehlen zu vermeiden, gehört Stimmtraining fest zum Camp-Programm. Gegen die Blasen an den Fingern der Gitarristen und Bassisten gibt es jedoch kein Heilmittel, da helfen nur Pflaster ein wenig. All das scheint die Jugendlichen aber nicht abzuschrecken. So zum Beispiel Randi Sandmann. Die 16-Jährige war auch im letzten Jahr schon mit dabei. „Das Camp hat mich einfach begeistert“, so die Keyboarderin. „Da musste ich wieder kommen.“

Genau diese Begeisterung für Rock- und Pop möchte Schmidt bei den Jugendlichen wecken. „Es gibt viele, die klassische Musik machen. Aber sobald die Geige gegen eine E-Gitarre getauscht wird stehen sie vor einem Problem“, so der Musiker. Die Fördermittel seien in Schleswig-Holstein zu gering und in den Schulen würde das modernere Genre oft vernachlässigt. „Wir möchten den jungen Talenten einfach eine Chance geben“, sagt Schmidt.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 11:12 Uhr

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