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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Rendsburg : Noch höhere Personalkosten drohen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das voraussichtliche Lohnplus im öffentlichen Dienst belastet die klamme Stadtkasse mit einer halben Million Euro zusätzlich.

Eltern von Kita-Kindern, Flugreisende und Pendler atmeten Ende April auf: Statt neuer Streiks im öffentlichen Dienst kam es in der Tarifrunde 2016 zu einer schnellen Einigung. Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich auf eine Erhöhung von insgesamt fast fünf Prozent auf zwei Jahre für die Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die noch ausstehende Zustimmung der Verdi-Basis gilt als sicher.

Rückwirkend ab 1. März 2016 soll es auch für die Beschäftigten in den Ämtern und Rathäusern am Kanal 2,4 Prozent und ab 1. Februar 2017 dann 2,35 Prozent mehr geben. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Mit den Auswirkungen auf die klamme Rendsburger Stadtkasse befasst sich am Dienstag der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen (18 Uhr, Altes Rathaus). Im Fachdienst Personal wurden die voraussichtlichen Änderungen der Entgeltordnung auf Anregung des Ausschussvorsitzenden Klaus Brunkert (CDU) bereits umgerechnet. Demnach erhöhen sich die Personalkosten für die Stadt nach einer Grobkalkulation im laufenden Jahr um rund 250.000 Euro und im kommenden Jahr um 270.000 Euro. „Wir müssen das rechtzeitig wissen“, begründete Brunkert sein frühes Vorgehen. Der Tarifabschluss liege deutlich über dem, was in den Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr vorausschauend eingeplant worden sei. Die Politik müsse sich schon jetzt und nicht erst in der zweiten Jahreshälfte Gedanken darüber machen, wie ein Anstieg des Personalkostenanteils vermieden werden könne. „Haushaltskonsolidierung ist eine Aufgabe, die das ganze Jahr über besteht.“ Es werde schwierig sein, das Lohnplus vollständig zu kompensieren, meinte Brunkert.

Der Tarifabschluss trifft die Stadt in einer Phase, in der die Ausgaben für Mitarbeiter mehr denn je im Fokus des Interesses stehen. Wie berichtet, hatte der Landesrechnungshof (LRH) in seinem Ende März fertiggestellten Prüfbericht einen Rüffel nach Rendsburg entsandt. Keine der fünf verglichenen Mittelstädte im Land leiste sich mehr Planstellen pro Kopf als Rendsburg: 4,3 je 1000 Einwohner bei einem Durchschnittswert der Mittelstädte von 3,5. Würde die Stadt zur Effizienz der anderen Kommunen im hohen Norden aufschließen, müsste sie 22 Stellen abbauen. Die jährliche Einsparung läge bei 1,4 Millionen Euro.

Bezieht man die aktuelle Entwicklung mit ein, werden die Dienstposten jedoch nicht weniger, sondern mehr. Der Finanzausschuss soll am Dienstag über die Erweiterung des Stellenplans im laufenden Haushaltsjahr beschließen. Auf Empfehlung des Sozialausschusses sollen zwei Vertretungskräfte für die städtischen Kindertagesstätten eingestellt werden. Die finanziellen Mittel sind über den Nachtragshaushalt bereitzustellen, heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage.

Sollten die Halbtags-Springerkräfte Anfang Oktober die Arbeit aufnehmen, ergeben sich zusätzliche Personalkosten für den Rest des Jahres in Höhe von 14.000 Euro. Ab 2017 erhöhen sich die jährlichen Personalausgaben um 47.000 Euro.

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erstellt am 16.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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