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Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Verzögerung : Neuwerk-West: Kiel bremst Stadt aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rückschlag für künftiges Wohngebiet: Bau eines Lärmschutzwalls an der B 77 wird nicht gefördert. Verwaltung sucht nach Alternativen.

Bei der Entwicklung des künftigen Wohngebiets auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne ist die Stadt auf neue Hindernisse gestoßen. Probleme bereiten jetzt die Planung und Finanzierung eines Lärmschutzwalls an der B  77 nördlich des Kanaltunnels. Das Innenministerium weigert sich, einen solchen Damm öffentlich zu fördern, sofern er direkt neben der Bundesstraße errichtet wird – in akustischer Hinsicht die wirkungsvollste Lösung. Begründung aus Kiel: Mittel aus der Städtebauförderung könnten nicht auf Grundstücken des Bundes eingesetzt werden. Nun sucht die Bauverwaltung nach Alternativen und ermittelt deren Kosten. „Der Wall muss fertig sein, wenn die ersten Bewohner ins Neubaugebiet ziehen“, sagte Frank Thomsen, Leiter des Fachbereichs Bau und Umwelt im Rathaus. Ein Zeitpunkt steht noch nicht fest. Auch der Beginn der Erschließungsarbeiten wurde noch nicht terminiert.

Was den Lärmschutzwall betrifft, verbleiben der Stadt nach Thomsens Angaben nun zwei Optionen: Bau eines Walls unmittelbar neben der B77– dann aber ohne finanzielle Hilfen aus Kiel. Die dafür nötige Fläche würde das Land der Stadt per Überlassungsvertrag zur Verfügung stellen. Oder, als zweite Möglichkeit, Rendsburg entscheidet sich für einen Lärmschutzwall etwas weiter östlich, auf tiefer liegendem städtischem Grund und mit Förderung. Nachteil in diesem Fall: Das Bauwerk müsste deutlich höher und breiter ausfallen, um die gleiche Schutzwirkung wie an der Straße zu entfalten. Ein Wall an der B77 würde nach den ursprünglichen Plänen der Stadt 325 Meter lang sein und die Fahrbahn um 3,5 Meter überragen.

Ungeachtet der neuen Probleme versucht die Stadt seit dieser Woche, Käufer für die bereits vorhandenen Altbauten auf dem Ex-Kasernengelände zu finden. Am Montag startete die Vermarktung des Sanierungsgebiets Neuwerk-West. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude werden in Zeitungen und Online-Immobilienportalen ausgeschrieben. Bis zum 16. Januar 2017 haben Interessenten die Möglichkeit, ihre konkreten Ideen bei der Stadt einzureichen. „Gesucht wird ein möglichst schlüssiges und tragfähiges Konzept, das der Eigenart des jeweiligen Gebäudes entspricht“, heißt es aus dem Rathaus. Der Verkaufspreis der ausgemusterten Militärbauten sei nicht verhandelbar. Auf die Frage, wann mit dem Bau der Haupt-Erschließungsstraße zu rechnen sei, gab Bauamtsleiter Thomsen zu Wochenbeginn an: „Einen belastbaren Zeitplan gibt es aufgrund der vielen Unwägbarkeiten nicht.“

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erstellt am 21.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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