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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 21:42 Uhr

Ostenfeld : Neuer Wald für besseres Klima

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwölf Hektar groß ist die Fläche, die mit Hilfe der Stiftung Klimawald und der Waldjugend in Ostenfeld aufgeforstet wird.

Herbstzeit ist Pflanzzeit, nicht nur im eigenen Garten. In Ostenfeld bei Rendsburg werden die Spaten im großen Stil geschwungen: Dort pflanzen die Stiftung Klimawald und die Deutsche Waldjugend auf einem zwölf Hektar großen Gelände einen neuen Wald.

Nahe dem Nord-Ostsee-Kanal entsteht ein besonderer Wald. Fast zwölf Hektar groß ist die ehemals landwirtschaftlich intensiv genutzte Fläche, die die Stiftung Klimawald mit Unterstützung der Landgesellschaft Schleswig-Holstein und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde für eine Neuanpflanzung sichern konnte. „Darauf wird neuer Wald wachsen, der auf ganz natürlichem Weg über die Fotosynthese der Atmosphäre Kohlendioxid entzieht und in der wachsenden Holzmasse bindet“, erklärte Alf Jark, Vorsitzender der Stiftung Klimawald.

Eine Woche lang werden auf acht Hektar der Fläche Eichen und Buchen gepflanzt. Zu Beginn der Arbeiten mussten alte Zäune entfernt und ein Gatter gegen Wildverbiss errichtet werden. An den Rändern der Baumpflanzung wird eine Strauchzone entstehen. „Mit einer Mischung aus heimischen Knickpflanzen als Lebensraum für Vögel“, erklärte Franz Isfort von der Stiftung.

„Hier entsteht der achte und bisher größte Klimawald in Schleswig-Holstein“, machte Jark die Bedeutung der Anpflanzung deutlich. Ein Jahr lang habe man den Wald projektiert und Bodenproben genommen, um die passenden Baumarten auszusuchen.

Gepflanzt wurde mit Hilfe der Deutschen Waldjugend. 30 Kinder und Jugendliche aus dem Landesverband Nord legten Hand an. „Wir wollen die Kinder an die Natur heranführen. Dafür ist die Pflanzaktion ideal“, sagte Lars Heimann von der Waldjugend.

Momme Schneeberg (13) aus Osterby und die gleichaltrige Anna Jürgensen aus Burg in Dithmarschen waren mit Begeisterung bei der Sache. Sie hoben Löcher aus, steckten einen jungen Baum hinein, füllten die Erde wieder auf und traten sie fest. Timm Alexander Ulrich aus Owschlag schleppte in der Zwischenzeit neue junge Eichen heran. „Die Arbeit hier macht Laune“, meinte der Elfjährige. „Ich mache das gern.“ Knapp eine Woche verbringen die Jugendlichen in Ostenfeld. Ihre Zelte haben sie an der „Alten Schule“ aufgebaut, deren Sanitäranlagen sie nutzen können.

„Wir sind in der Gemeinde richtig nett aufgenommen worden“, betonte Alf Jark. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Eichholz habe den fleißigen Helfern Kuchen gebracht, und die Kindergartenleiterin Silke Marks habe sie mit Apfelpunsch versorgt. Auch Bürgermeister Arnold Schumacher lobte die Baumpflanzung: „Der neue Wald ist eine Bereicherung für das Dorf.“

Der neue Wald werde, gerechnet über ein Baumleben, auf zehn Quadratmetern gut eine Tonne Kohlendioxid (CO2) der Atmosphäre entziehen, machte Jark die Bedeutung des neuen Waldes für die Senkung der Erderwärmung deutlich. Kohlendioxid sei eines der bedeutendsten Treibhausgase, die für die aktuelle erdnahe Erwärmung ursächlich sind. Insgesamt werde der neue Klimawald über 8000 Tonnen CO2 binden.

„Wir alle stehen in der Verantwortung für die kommenden Generationen. Unterstützenswert sind grundsätzlich alle Maßnahmen, mit denen der Klimawandel abgemildert werden kann“, betonte Jark. „Wenn wir auf diesem Feld erfolgreich sind, profitieren alle davon.“

Die Stiftung Klimawald ist eine Bürger-Mitmach-Stiftung und arbeitet ehrenamtlich. Stifter sind Alf Jark (49) aus Ehndorf, Franz Isfort (59) aus Aukrug und Martin Grischkat (37) aus Münsterdorf. Im Mittelpunkt der Stiftung steht die Neuwaldbildung. Die Aufforstungen werden durch Spenden ermöglicht.
> Mehr Informationen zur Stiftung, zu den Spendenmöglichkeiten und zur Neuwaldbildung gibt es im Internet unter www.stiftung-klimawald.de.

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