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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Neuer König traf genau ins Schwarze

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde: Jan-Christian Schulz geht als „Jan-Christian der Lebenslustige“ in die Geschichte der Gemeinschaft ein

Die Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde von 1692 hat einen neuen Regenten. Gestern Abend um 19.45 Uhr war die Regierungszeit von Walther Schmielewski, genannt „der Fürsorgliche“, zu Ende. Sein Nachfolger, der gelernte Dachdeckermeister und Makler Jan-Christian Schulz, trägt von nun an bis zum Ende seiner Regentschaft den Beinamen „der Lebenslustige“ – einen Namen, den er zu Recht trägt. Mit den Worten „Liebe Untertanen, ich freue mich, für ein Jahr euer neuer König zu sein“, begrüßte er sein „Volk“ als neuer Gilde-König und präsentierte am Schützengrund gleich ein Freudentänzchen.

Von 34 Schützen kamen drei in die nähere Auswahl, doch keiner traf besser als Schulz. „Mehr ins Schwarze treffen als er kann man einfach nicht“, sagte Major Peter Kehrberg, das militärische Oberhaupt der Schützen-Gilde und hielt zum Beweis die Scheibe mit dem daumendicken Einschussloch in der Mitte hoch.

Stunden zuvor waren die Gildebrüder mit Gästen im Conventgarten zum Gildefrühstück zusammengekommen, das traditionell erst zur Mittagszeit begann. Erster Ältermann Norbert Klause wollte den als Gast geladenen Bürgermeister Pierre Gilgenast zwar nicht über Gebühr ärgern, konnte sich aber die Bemerkung nicht verkneifen, „dass in Rendsburg alles viel zu langsam passiert“. Aber als Gilde mit 324-jähriger Geschichte sei man langmütig. Mit Freude habe er hingegen zur Kenntnis genommen, dass am Obereiderhafen unter anderem eine Einrichtung mit pädagogisch-universitären Zügen geplant sei – eine Verbindung, die Klause selbst bereits seit Jahren zwischen Kiel und Rendsburg pflegt und fördert. Man habe zwar 500 Neubürger in Rendsburg, sagte der Ältermann in Anspielung auf die Folgen der Flüchtlingswelle, aber das reiche nicht. „Wir müssen Start-Ups und Studenten in die Stadt bekommen.“

Die Festrede hielt Dr. Ernst Joachim Fürsen. Er stellte den Aspekt Freundschaft in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Freude lerne man in der Schule, während der Ausbildung und im Beruf kennen. Man könne aber auch in Vereine eintreten, um Freundschaften zu schließen. Bei den Gilden hingegen sei das etwas anders. Man werde zum Mitmachen aufgefordert und benötige zwei Bürgen. In der Gilde seien Menschen Mitglied, die ein gewisses Ansehen haben. „Jeder kann stolz darauf sein, Mitglied einer solchen Gemeinschaft zu sein“, so Fürsen. Solidarität und Kameradschaft seien hier bedeutende Werte. Er machte deutlich, dass die Gilden eine besondere Verbindung zu Stadt und Land pflegten, eben „Patriotismus im besten Sinne.“ Und in diesem Zusammenhang forderte er Bürgermeister Gilgenast dazu auf, die in den Gilden vorhandenen Kompetenzen zu nutzen: „Sie können immer auf unser Fachwissen zugreifen.“

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