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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

B77 bei Rendsburg : Neue Eiderbrücke – Ende des Abwartens

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Schwachstelle in der B77 nördlich des Kanaltunnels soll jetzt beseitigt werden. Die Großbaustelle war seit Jahren angekündigt und immer wieder verschoben worden.

Stahl umklammert altersschwachen Beton und gibt ihm Halt bis zum Abriss – die bei der Rader Hochbrücke praktizierte Notlösung verlängert auch die Lebenszeit der Eiderbrücke im Verlauf der Bundesstraße   77 auf Rendsburger Stadtgebiet. Bereits im Sommer 2012 waren die Längsträger durch ein aufgeschraubtes Korsett Meter für Meter stabilisiert worden. Für das Jahr 2014 sei ein Neubau der Brücke aus Spannbeton geplant, hieß es damals.

Es folgte: Stillstand.

Vor zwei Jahren kam das Thema Brückenneubau auf die Tagesordnung der Politik. Der Rendsburger Bauausschuss wurde über die drei Varianten einer Baustellenbrücke informiert. Bis 2017 müsse die bestehende Brücke durch einen Neubau ersetzt werden, hieß es damals.

Es folgte: Stillstand.

Beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) in Rendsburg verwies man wiederholt auf die Sanierung des Kanaltunnels. Man wolle den Autofahrern nicht zwei Baustellen auf so kurzer Strecke zumuten und abwarten, bis die Grunderneuerung abgeschlossen sei. Etwa 1000 Meter liegen zwischen der Eiderquerung und der nördlichen Tunnelzufahrt. Doch nun duldet der Zustand der Brücke offenbar keinen weiteren Aufschub. „Wir lassen uns von dem Fortschritt im Kanaltunnel nicht mehr beeinflussen“, sagt Matthias Paraknewitz, Leiter der LBV-Niederlassung Rendsburg. „Lange Zeit haben wir darauf hingearbeitet, erst dann zu beginnen, wenn der Tunnel fertig ist. Jetzt machen wir uns davon unabhängig.“

Einen Zeitpunkt für den Start der Bauarbeiten konnte Paraknewitz nicht nennen. Nur dass es noch in diesem Jahr losgeht, ist ausgeschlossen. Für den Bau einer Behelfsbrücke liegt noch kein Baurecht vor. Sie soll über vier Fahrbahnen verfügen und dafür sorgen, dass der Verkehr weiter ungehindert fließen kann. Anders als bei der Sanierung des Kanaltunnels soll es keine Verengung von vier auf zwei Spuren geben. Die Eider wird während der jahrelangen Bauphase voraussichtlich mit einer Stahlkonstruktion überbrückt. Knifflig sind die Zufahrten. Der Baugrund neben dem vier Meter hohen Damm, auf dem die Bundesstraße verläuft, ist nicht besonders stabil. „Da haben wir noch nicht die letzte technische und wirtschaftliche Lösung gefunden“, sagt Paraknewitz. Fest steht, dass der Baustellen-Bypass fast 14 Meter breit sein und für Fahrzeuge bis zu 44 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt wird. Die Kosten allein für die Behelfsbrücke betragen nach einer vor zwei Jahren präsentierten Kalkulation 3,74 Millionen Euro. Ihre Errichtung dürfte nach einem ersten groben Zeitplan neun Monate dauern, der gesamte Bau vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung der neuen Eiderbrücke wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

Der Geh- und Radweg unter der Eiderbrücke soll zumindest auf südlicher Seite erhalten bleiben. Diesen Wunsch hatte die Rendsburger Politik geäußert. Viele Schüler und andere Bürger aus Hoheluft nutzen ihn als Schulweg oder um ohne Umwege beispielsweise zum Schwimmzentrum zu kommen. Unter der Baustellenbrücke werde es einen Durchlass geben, versprach Paraknewitz – zumindest die meiste Zeit. Beim Abriss der alten Brücke und in der anschließenden Neubauphase könne aus Sicherheitsgründen immer eine komplette Sperrung vonnöten sein.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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