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Ausbildung : Neue Botschafter für Rendsburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Verein Tourismus Mittelholstein schult in diesen Wochen 17 künftige Stadtführer. Die Anwärter kommen aus allen Alters- und Berufsgruppen und müssen vor allem eines mitbringen: die Liebe zu Rendsburg.

Die Liebe zu Rendsburg und die Liebe zu Menschen – beides ist ein Muss für die Arbeit als Stadtführer. Davon ist Monika Heise, die Chefin von Tourismus Mittelholstein, überzeugt. Die 17 neuen Anwärter für den Posten bringen nach ihrer Auffassung genau das mit. Seit einigen Monaten lernen sie unter Federführung des Vereins die Geschichte der Stadt, besuchen die verschiedenen Museen und üben sich in Rhetorik und Didaktik. Im vergangenen Herbst hatten die Touristiker einen Aufruf gestartet, um neue Stadtführer zu rekrutieren. Mehr als 60 Bewerbungen gingen ein, die Besten durften im Januar mit der Ausbildung starten.

Jennifer Bock aus Nübbel ist eine von ihnen. Sie ist ohnehin schon so etwas wie eine inoffizielle Stadtführerin. Da sie meistens mit dem Rad unterwegs ist, wird sie oft von Urlaubern nach dem Weg gefragt – einen Ausflugstipp gibt es da auch schon mal zur Wegbeschreibung dazu. „Rendsburg ist eine wirklich schöne Stadt mit einer spannenden Geschichte. Genau das möchte ich den Besuchern auch zeigen“, sagt die 45-Jährige. Als Angestellte der Stadt ist sie für die Wochen- und Jahrmärkte zuständig. „Für mich sind Märkte auch eine Form von Kultur. Die Arbeit als Stadtführerin passt gut zu meinem Beruf.“

Für Joachim Bergami (59), ehemaliger Offizier in der Feldwebel-Schmid-Kaserne, spielt die militärische Geschichte eine wichtige Rolle. Der Stadtführer-Anwärter aus Rendsburg hat die Umbenennung der früheren Rüdel-Kaserne noch selbst miterlebt. Als Pensionär möchte er nun noch mehr über seine Wahlheimat erfahren. Seit 20 Jahren lebt Bergami in der Kanalstadt. „Ich bekomme öfter Besuch von Freunden aus Süddeutschland. Denen gebe ich ohnehin immer eine kleine Tour durch Rendsburg“, erzählt er.

Zur Ausbildung gehört natürlich viel Stadtgeschichte. Auch wenn Jennifer Bock alles schon einmal in der Schule gehört hat – vieles ist nicht mehr hängen geblieben, erzählt sie und lacht. Monika Neufang (55), ebenfalls Stadtführerin in spe, geht es ähnlich. Die Landfrau aus Königshügel bei Hohn ist fasziniert davon, wie es einst in der Stadt ausgesehen hat: „Wo heute das Schwimmbad ist, war früher überall Wasser. Genauso wie dort, wo heute das Theater steht“, erzählt sie begeistert. „Einem wird jetzt gerade bewusst, wo man eigentlich genau wohnt.“ Erste Erfahrungen im Führen von Gruppen konnte die 55-Jährige bereits sammeln. Auf der Landesgartenschau hat Monika Neufang durch die Ausstellung begleitet.

Trotzdem müssen die drei Damen und ihre 14 Mitstreiter noch einiges lernen, der Lehrplan enthält ein straffes programm. Ausbilder Klaus-Peter Flegel (77) ist ein alter Hase. Seit mehr als 20 Jahren ist er im Geschäft. Dabei setzt er vor allem auf Unterhaltung. „Man braucht gar nicht so viel zu wissen. Man muss unterhalten können. Ein guter Stadtführer ist ein Entertainer, der sein Wissen spannend vermitteln kann.“

Derzeit sind zehn Stadtführer in Rendsburg im Einsatz. Da diese nicht immer verfügbar seien und die touristische Hauptsaison kurz bevorstehe, musste schnell Nachwuchs her, erklärt Heise. Die 17 Anwärter sind unterschiedlichsten Alters – von einer Schülerin bis hin zu Ruheständlern. Wichtig bei der Auswahl seien neben Aufgeschlossenheit, Toleranz und Selbstbewusstsein auch die Sprachkenntnisse gewesen – schließlich sollen Führungen auch auf Englisch oder Dänisch angeboten werden. Kleine Führungsproben zwischendurch sollen zeigen, ob die Kandidaten für den Job bereit sind. Im Juni steht dann eine praktische Abschlussprüfung an, sodass sie anschließend direkt mit der Arbeit loslegen können.

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