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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 18:21 Uhr

Problemzonen : Muss die Stadt so aussehen?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

UTH kommt mit dem Unkraut jäten nicht nach . Baustelle am Jungfernstiegbecken liegt weiter still. Parkdeck wird zur Bedürfnisanstalt.

Jede Stadt hat Problemzonen. Meistens liegen sie schamhaft versteckt in Vierteln, in die sich kein Auswärtiger verläuft und die Einheimische meiden, wenn sie können. Rendsburg ist da mutiger. Seine Schmuddelecken liegen oft in bester Lage.

So zum Beispiel am Stadtsee im Bereich Landestheater/Jungfernstieg. Was Besucher auf den ersten Blick für eine archäologische Grabungsstätte halten könnten, sind die Fundamente der im Januar abgerissenen Holztribüne. Das Aufstellen des Kunststoff-Bauzauns war allerdings die letzte Arbeit, die am östlichen Seeufer getan wurde. Aus Kostengründen – möglicherweise. „Von unserer Seite aus kann es losgehen“, sagt Ulli Clausen vom zuständigen Tiefbauamt. „Aber es gibt eine Förderung, die wir bekommen wollen“, sagt er. Für die naturnahe Wiederherstellung der Ufer-Anlage könnte es vom Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Zuschuss geben. Der Antrag ist eingereicht. In welcher Höhe die Förderung ausfallen würde, wenn sie denn käme, ist unbekannt, aber: „Es könnte der überwiegende Teil sein“, sagt Clausen. Den möchte sich die Stadt nicht entgehen lassen. Verständlich angesichts der Haushaltslage. Allerdings habe der Kreis sich bislang noch nicht gerührt, sagt der Leiter des Tiefbauamtes. Und so werden die Rendsburger wohl noch länger mit der innenstädtischen Baustelle, an der seit sechs Monaten nicht mehr gebaut wurde, leben müssen.

Wenige Meter weiter, auf der Straße Am Gymnasium, stehen Pflanzenkübel, die bereits jetzt einen sehr naturnahen Eindruck machen. Während die morsche Holzverschalung vor sich hin verrottet, wachsen und gedeihen nicht nur die Bäume in den Kübeln. Teilweise steht in ihnen auch das Gras halbmeterhoch. So sieht es zur Zeit an einigen Ecken im Stadtgebiet aus. „Zur Zeit haben wir einfach eine Wachstumskurve“, sagt Niels Faust vom Umwelt- und Technikhof (UTH) der Stadt Rendsburg. „Wir arbeiten uns der Reihe nach durch“, sagt er. Eine „Mähtour“ der städtischen Gärtner dauert vier Wochen, dann sind sie wieder am Ausgangspunkt. „Früher haben wir gespritzt, da ist danach kein Grashalm mehr gewachsen. Aber das machen wir zum Glück heute nicht mehr.“ Das Rendsburger Unkraut wird mechanisch gejätet. Das dauert zwar länger, ist biologisch aber sinnvoller. Allerdings gibt es auch Bereiche wie etwa den Spielplatz an der Kollunder Straße, dessen Benutzung zur Zeit einer Mutprobe gleicht. So stehen die Turnstangen inzwischen in einem Brennnesselfeld.

Eine Problemzone ganz anderer Art ist das Parkdeck an der Nienstadtstraße. Viele Besucher meiden inzwischen den Ausgang Stegengraben, weil es ihnen dort im Treppenhaus den Atem verschlägt. Einige Bürger verwechseln das Treppenhaus mit den städtischen Bedürfnisanstalten. „Das ist schon lange ein Ärgernis“, sagt Ulli Clausen. Der Urin habe sich inzwischen in den Boden geätzt, der Gestank sei deshalb nur schwer wieder loszuwerden. Während das Tiefbauamt für Bürgerbeschwerden zuständig ist, kümmert sich das UTH um die Reinigung, sagt er. Nur: „Wöchentlich durchgefeudelt wird da sicher nicht“, sagt Niels Faust.  

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erstellt am 16.Jun.2016 | 12:05 Uhr

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