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Landeszeitung

25. März 2017 | 14:42 Uhr

Gesundes Obst : Mundraub geht auch auf die ganz legale Art

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Internetportal „mundraub.org“ zeigt den Weg zum kostenlosen Vitaminschub. Allerdings sind die Tipps von Nutzern im Kreisgebiet noch relativ spärlich vertreten.

Sie nennen sich selbst „Mundräuber“, aber Böses haben sie nicht im Sinn – auch wenn der Apfel, der als Logo dient, als schelmischer Bandit daherkommt (kleines Bild). „Es geht uns unter anderem um den Erhalt alter Obstsorten“, sagt Konstantin Schroth. Er gehört zum Team der Initiative „Mundraub“. Die hat ihren Sitz zwar in Berlin, doch auf der Mundraub-Karte findet sich auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde mittlerweile der ein oder andere Eintrag. Zu sehen sind darauf die Standorte von öffentlich zugänglichen Obstbäumen oder -sträuchern, an denen sich jedermann bedienen darf.

Noch sind die markierten Stellen relativ spärlich. Apfelbäume auf einem Gemeindegrundstück in Schinkel, Schlehen und Sanddorn bei Sehestedt, Holunderbeerbüsche an der Untereider in Rendsburg, Brombeeren in Haby oder ein Apfelbaum in Breiholz sind von registrierten Nutzern der Internetseite www.mundraub.org markierte Früchte-Fundorte. Dazu gehört auch die Streuobstwiese am Kortenfohr in Büdelsdorf. Dort gibt es Äpfel, Pflaumen und Birnen. Von „Mundraub“ haben Ilse und Dieter Neumann von den Büdelsdorfer Naturfreunden, die die Streuobstwiese betreuen, zwar noch nicht gehört. Die Idee finden sie aber nicht schlecht – sofern die Besitzrechte geklärt sind.

Das ist auch den Ideengebern wichtig. So sind auf der Internetseite klare Mundräuber-Regeln verfasst. Sie besagen unter anderem, das vor einem Eintrag sicherzustellen ist, „dass keine Eigentumsrechte verletzt werden“. Zudem wird ein behutsamer Umgang „mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren“ angemahnt. Seit 2009 gibt es die Mundräuber. Die Idee dazu kam dem Gründer Kai Gildhorn auf einer Paddeltour in Sachsen-Anhalt, als sein Proviant zum Großteil aus fernen Ländern stammte, am Flussufer jedoch zahlreiche Apfelbäume ihm ihre Gaben entgegenreckten. Tonnenweise Obst bleibe häufig gen Herbst ungenutzt am Wegrand liegen und verfaule dort, sagt Konstantin Schroth. Den Mundräubern liegt daran, dass diese Verschwendung aufhört. „Wir wollen den Ressourcen ein Gesicht geben, auf die biologische Vielfalt hinweisen. Die Seite werde rund um die Uhr mit Einträgen aktualisiert und lebe vom Engagement der Nutzer. Mittlerweile sind es schon über 18 300 registrierte Mundräuber. Wie viele davon aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde kommen, kann Schroth zwar nicht sagen. Aber rund 12 500 Seitenaufrufe jährlich kommen aus Schleswig-Holstein. Das seien rund 2,5 Prozent derer, die sich auf www.mundraub.org informieren. „Die Plattform lebt davon, dass ihr verantwortungsvoll und respektvoll mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten in eurer Region umgeht“, heißt es auf der Internetseite.

Das machen auch die Büdelsdorfer Naturfreunde. Das Obst vom Wegesrand ist eine gute Alternative zum Supermarkt. Und so füllen auch Dieter und Ilse Neumann gemeinsam ihren Korb mit einigen Äpfeln. „Wahrscheinlich machen wir Apfelmus daraus.“


> www.mundraub.org

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erstellt am 15.Aug.2014 | 06:30 Uhr

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