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Landeszeitung

26. März 2017 | 19:06 Uhr

Frauke Petry in Aukrug : Mit Video: Hunderte Demonstranten bei AfD-Wahlkampfveranstaltung

vom

Die Besucher der AfD-Veranstaltung mussten teils Spalier durch die Demonstranten laufen. Sie wurden auch beschimpft.

Aukrug | Großer Aufmarsch  im kleinen Aukrug: Rund 400 Demonstranten und Zaungäste versammelten sich am Freitagabend rund um die Gastätte „Tivoli“, um lautstark gegen die dort stattfindende Veranstaltung der AfD mit Parteichefin Frauke Petry zu protestieren. Gleichzeitig waren rund 100 Polizisten im Einsatz, die das Gelände direkt vor dem Haus abgesperrt hatten. Die Stimmung unter den Gegnern blieb bis auf wenige Ausnahmen friedlich. Lediglich eine kleine Gruppe wurde am Einlass für die Besucher so auffällig, dass sie einen Platzverweis durch die Polizei kassierte. Auch auf dem Bahnhof in Neumünster zeigte die Polizei starke Präsenz.

Das Video zeigt erste unkommentiere Aufnahmen von den Protesten gegen die AfD-Veranstaltung.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung im Kieler Schloss stattfinden, war jedoch wegen Sicherheitsbedenken der Betreiber abgesagt und kurzfristig ins Aukurger „Tivoli“ verlegt worden. Unter den Aukruger Teilnehmern war schon eine gewisse Spannung zu spüren. „Es ist erschreckend und merkwürdig, dass sich eine solche Partei in so ein Nest verirrt. Und natürlich müssen wir dazu Stellung beziehen“, erklärte Torben Halft.

Auch wenn die Protestanten weitgehend friedlich agierten, gab es abseits des Veranstaltungsortes eine Festnahme. Gegen 20.40 Uhr konnte die Polizei in der Bargstedter Straße einen Angriff von AfD-Gegnern auf zwei Besucher der Veranstaltung verhindern. In der Folge wurden insgesamt 4 Personen vorläufig festgenommen (drei Frauen, ein Mann). Gegen sie wurden Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchte Körperverletzung eingeleitet. Nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wurden die Personen wieder entlassen. Nach Veranstaltungsende etwa ab 21.45 Uhr wurden die Besucher der AfD-Veranstaltung von der Polizei zu ihren Fahrzeugen geleitet.

<p>Polizisten nehmen einen Demonstranten fest.</p>

Polizisten nehmen einen Demonstranten fest.

Foto: Thomas Heyse

Bereits in der Nacht zu Freitag hatte ein Unbekannter den Eingang der Gaststätte beschmiert. „FCK AFD“ steht nun in großen lila Buchstaben auf der Doppeltür. „Das war um 23.57 Uhr, eine Kamera hat die Tat aufgezeichnet“, sagte „Tivoli“-Wirt Sven Lohse. Er erhielt seit Mittwoch massive anonyme Drohungen, weil er der Versammlung in seiner Gaststätte zugestimmt hatte. Seine Meinung: Jede Partei, die nicht verboten ist, muss ihr Versammlungsrecht ausüben dürfen.

Am Freitag nahmen die Drohungen ihm zufolge ab. „In den vergangenen 24 Stunden habe ich meinen Glauben an die Menschheit zurückgewonnen“, denn er habe so viele Solidaritätsbekundungen erhalten, dass er sie kaum zählen könne. Keine der E-Mails und Anrufe sei anonym gewesen, alle Sympathisanten bekennen sich ihm zufolge offen dazu – im Gegensatz zu den Kritikern. Deren Vorgehen bezeichnete AfD-Sprecher Volker Schnurrbusch als „beschämend“. Das Sicherheitskonzept mit sechs Saal-Ordnern und zwei zusätzlichen Personenschützern für Frauke Petry sei vollkommen ausreichend. 200 Besucher hatten sich zu der AfD-Veranstaltung angemeldet.

Der Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein, Jörg Nobis, bei der Veranstaltung in Aukrug mit AfD-Chefin Frauke Petry.
Der Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein, Jörg Nobis, bei der Veranstaltung in Aukrug mit AfD-Chefin Frauke Petry. Foto: Thomas Nyfeler
 

Die Nachricht, dass die AfD mit Frauke Petry ins „Tivoli“ kommt, hatte die Bewohner Aukrugs bereits Mitte der Woche aufgeschreckt. „Das ganze Dorf ist in Aufruhr“, sagte etwa Beate Pomplun am Freitag gegenüber shz.de. Ihr gehört der Blumenladen gegenüber des Veranstaltungsortes. Sie sorgte sich vor allem, dass die Dekoration vor ihrem Geschäft während der Proteste linksradikaler Gruppen zu Bruch gehen könnte. Regale und große Kübel mit Koniferen habe sie vorsorglich weggeräumt. „Man kann diese Menschen einfach nicht einschätzen“, so Pomplun über die Anhänger der Kieler „Antifa“. Deshalb schloss sie ihr Geschäft am Freitag früher als sonst. Normalerweise ist es bis 18 Uhr geöffnet. Sie halte es zwar auch für richtig, dass das Versammlungsrecht eingehalten wird, doch der Rattenschwanz mit Demonstrationen und Polizei sei für das kleine Dorf Aukrug zu lang, meinte die Geschäftsfrau.

Am Vorabend hatte Petry in Lübeck zum Wahlkampfauftakt der AfD für die Landtagswahl am 7. Mai gesprochen. Auch dort hatten hunderte Menschen gegen die AfD-Veranstaltung demonstriert.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 21:22 Uhr

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