zur Navigation springen

Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 22:28 Uhr

Landwirtschaft : Milch-Krise lässt die Norla kalt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die größte norddeutsche Landwirtschaftsmesse ist fast ausgebucht. Mehr als 550 Aussteller wollen vom 1. bis 4. September dabei sein.

Die Landwirtschaft erlebt derzeit eine der größten Krisen der vergangenen Jahre. Der Preisverfall der Milch macht den Höfen schwer zu schaffen. Doch die Norla bleibt davon unberührt. In knapp zwei Monaten öffnet Norddeutschlands größte Landwirtschaftsmesse ihre Pforten – und fast alle Ausstellerplätze sind ausgebucht. Mehr als 550 Unternehmen wollen sich ihrer Kundschaft präsentieren. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass die „Messe Rendsburg GmbH“ als Organisatorin an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen kann.

Messe-Leiterin Dörte Röhling ist verantwortlich für eine Ausstellungsfläche von insgesamt 130  000 Quadratmetern. „Nur noch in den Hallen sind zwei, drei Plätze unbelegt“, sagt sie. Die Norla (1. bis 4. September) gilt als Schaufenster der Branche, nicht nur für das Fachpublikum, sondern auch für die Endverbraucher. 2015 kamen mehr als 70  000 Menschen. Unter Bauern und Firmen gilt die Devise: Hier muss man dabei sein. Erst recht in Krisenzeiten.

Genau so sieht es der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Klaus-Peter Lucht aus Mörel. Ihn wundert das rege Interesse an der Norla keineswegs. Mit landwirtschaftlicher Ausrüstung werde zwar zurzeit kein Geschäft gemacht, dennoch seien die Firmen sehr bemüht, den Kontakt zu ihren Bauern zu pflegen. Die Firmen und die Höfe wollten ihr Personal halten, notfalls auch über Kurzarbeit, denn wenn die Krise vorbei sei, würden die Mitarbeiter wieder gebraucht. Wer während der wirtschaftlichen Talfahrt auf Entlassungen setzt, hat hinterher das Nachsehen: „Es ist schwierig, Fachpersonal auf dem freien Markt zu bekommen.“

Lucht, zugleich Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, sieht jedoch einen Silberstreif am Horizont – und darauf setzt offenbar auch die Norla. Denn die jüngsten Daten lassen erwarten, dass die Talsohle beim Milchpreis erreicht ist. Lucht bekommt derzeit 21 Cent pro Liter: „Ich hoffe darauf, dass es am Jahresende 26 oder 27 Cent sind“. Die Hoffnung fußt auf mehreren Rahmendaten: Die Zahl der geschlachteten Kühe ist deutlich gestiegen, damit sinkt die Milchproduktion, gleichzeitig läuft die Herstellung von Käse wieder auf Hochtouren. Und wenn der Milchpreis steigt, werden auch wieder Investitionen geplant.

Für was die Bauern ihr Geld ausgeben können, zeigen die Agrartechnik-Firmen auf der Norla. Zu den Highlights zählen Innovationen in Sachen Gülletechnik. Die neuen Fahrzeuge, mit denen die Bauern das natürliche Düngemittel ausbringen können, präsentieren vor Ort ihr Potenzial. Zweimal täglich sind Vorführungen vorgesehen. Messe-Leiterin Röhling gibt Entwarnung: Es werde überhaupt nicht riechen. Denn die moderne Technik erlaube eine sehr fein dosierte und damit Umwelt schonende Düngung der Felder ohne jegliche Geruchsbelästigung.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Jul.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen