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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 05:29 Uhr

Neuer Rettungshubschrauber : Mehr Sicherheit und weniger Krach

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die DRF-Luftrettung hat ihren neuen Rettungshubschrauber an der Imland-Klinik in Dienst gestellt. Ziel: 40 Stunden Lärmersparnis im Jahr durch moderne Triebwerke.

Fliegender Wechsel an der Imland-Klinik: Seit gestern ist ein neuer Rettungshubschrauber in Rendsburg stationiert. Die Maschine der DRF Luftrettung mit dem unveränderten Rufnamen „Christoph 42“ ist leiser und leistungsstärker als ihr Vorgänger. Im Beisein von Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) wurde das bisherige Modell vom Typ BK 117 gegen die modernere Version EC 145 ausgetauscht. „Hiermit melde ich den neuen ,Christoph 42‘ offiziell in Dienst“ – mit diesen Worten kündigte Alheit um 13.45 Uhr die acht Millionen Euro teure Maschine zum ersten Mal bei der Integrierten Regionalleitstelle Mitte in Kiel an.

Wichtigste Änderung für alle, die in Hörweite zur Basis an der Lilienstraße leben: Es wird weniger laut. Im Flug beträgt der Unterschied zwischen Alt und Neu sechs Dezibel. Die Vorteile im Anflug oder nach dem Abheben sind kaum zu spüren. Am deutlichsten ist die Verbesserung beim Herunterfahren der beiden jeweils 738 PS starken Triebwerke nach dem Aufsetzen. Dieser Vorgang dauert nur noch 30 Sekunden. Vorher waren es etwa zwei Minuten. Bei durchschnittlich 1600 Einsätzen im Jahr, die von Rendsburg aus geflogen werden, ergibt sich rechnerisch eine Lärmersparnis von 40 Stunden. Die Länge der Aufwärmphase vor dem Start bleibt unverändert. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer sprach von einer „Verbesserung der Lärmsituation für die Anwohner“.

Der größte technische Sprung spielt sich im Rumpf des Helikopters ab. Das Cockpit von „Christoph 42“ ist nun bis auf wenige Instrumente digital und aus Glas. „Ein sehr leistungsfähiger Autopilot nimmt uns im Einsatz viel Arbeit ab“, sagte Stationsleiter Martin Dlugosch, einer von elf Piloten, die ein Jahr geschult wurden, um für den Flottenwechsel gerüstet zu sein. Dank der neuen Technik lässt sich „Christoph 42“ auch bei starkem Wind präziser als vorher in der Luft halten. Die Piloten müssen sich weniger auf die Suche nach dem richtigen Weg konzentrieren. Für sie bleibt mehr Zeit, um auf bewegliche Hindernisse wie Klein- und Leichtflugzeuge oder Drohnen zu achten. Bauwerke wie Hochspannungsleitungen oder Windräder sind auf den digitalen Karten im Cockpit als Gefahrenpunkte hervorgehoben. Für die nächtlichen Rettungseinsätze sind im vorderen Bereich des Hubschraubers zudem Hochleistungsscheinwerfer angebracht. In der Dunkelheit werden 40 erkundete Landeplätze zwischen Nord- und Ostsee angeflogen. Das Zusammenspiel mit den örtlichen Feuerwehren am Boden wurde intensiv geübt.

Einen besseren Arbeitsplatz haben auch die Notfallmediziner bekommen. Der Patientenraum der 2013 gebauten Maschine gilt auch als „fliegende Intensivstation“. Es ist noch immer eng, aber weniger klaustrophobisch. „Die Raumnutzung ist besser“, erklärte Holger Harbs, Arzt bei der DRF Luftrettung. Im EC 145 gebe es „wesentlich mehr Platz, um eingreifen zu können und den Patienten von Kopf bis Fuß zu behandeln“.

Bevor Ministerin Alheit auf dem Pilotensitz Platz nahm, einen Helm aufsetzte und sich die Digitaltechnik erklären ließ, hob sie vor den geladenen Gästen im DRF-Hangar die Bedeutung der Rendsburger Luftretter für jeden Winkel von Schleswig-Holstein hervor. „Jedes zweite Mal fliegt dieser Hubschrauber auf eine Insel oder eine Hallig.“

Die rot-weiße Maschine ist mit einem Piloten (nachts zwei), einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt. Leitender Notfallsanitäter ist Peter Tiedemann, leitender Hubschrauberarzt Dr. Florian Reifferscheid.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 12:12 Uhr

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