zur Navigation springen

Landeszeitung

06. Dezember 2016 | 11:24 Uhr

Spurensicherung : Mann in Autowerkstatt erschossen: Haftbefehl gegen 34-Jährigen erlassen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

31-Jähriger stirbt in Kfz-Halle an der Friedrichstädter Straße. Polizei nimmt Tatverdächtigen (34) fest.

Rendsburg | Gegen den Mann, der in Rendsburg einen 31-Jährigen erschossen haben soll, ist Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Wie die leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte, erging der Haftbefehl am Sonntagabend gegen 22 Uhr und wurde sofort vollstreckt. Zu Motiv und Hintergründen konnten die Ermittler weiterhin nichts sagen. Der Fall gebe nach wie vor viele Rätsel auf, sagte Heß. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Der 31-Jährige aus Aserbaidschan war am Samstagnachmittag in einem Gewerbegebiet in Rendsburg erschossen worden. Warum er getötet wurde, blieb zunächst völlig unklar. Die Obduktion des Opfers ergab laut Polizei, dass er mit mehreren Schüssen getötet wurde. Der mutmaßliche Täter, ein 34-Jähriger aus Armenien, hatte sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten. Er ließ sich festnehmen, ohne Widerstand zu leisten. Der mutmaßliche Todesschütze und das Opfer kannten sich.

Nach der Tat - Polizei sichert den Tatort, Gerüchte machen die Runde

Der blaue Kleinbus der Polizei parkte vor der Rampe, die in die Autowerkstatt führt. Das Tor stand offen. Spezialisten in weißen Overalls betraten die Halle der an der Friedrichstädter Straße ansässigen Firma. Draußen schritten ihre Kollegen in blauer Uniform den Rasen ab und hoben vorsichtig den Deckel eines Papiercontainers – auch hier könnte es wichtige Beweismittel oder Anhaltspunkte geben.

Die Beamten sicherten am Sonntagmittag Spuren des Gewaltverbrechens. Am Sonnabend gegen 16 Uhr wurde im Süden des lang gestreckten Gewerbegebiets ein 31-jähriger Mann erschossen. Tatverdächtig ist ein 34-jähriger Mann, der sich beim Eintreffen der Polizei in der Nähe des Tatorts aufhielt. Beide Männer seien Osteuropäer, hieß es Sonntagabend aus Kiel. „Der Fall gibt uns viele Rätsel auf“, sagte die Leitende Kieler Staatsanwältin Birgit Heß.

Beim Opfer soll es sich um den Chef der auf die Aufbereitung von gebrauchten Fahrzeugen spezialisierten Firma handeln, einen Mann aus Armenien. Sechs Schüsse sollen gefallen sein. Diese Informationen machen am Tag danach die Runde. Er habe gehört, das Motiv sei ein Familienstreit, berichtete ein Mann, der am Zaun stand. Er ist Kunde der Firma und wollte von den Polizisten wissen, wann er denn sein Auto abholen könne – es stehe in der Halle, in der die Bluttat geschah. Antwort des Beamten: Zwei Tage werde das wohl dauern, möglicherweise auch deutlich länger, falls wichtige Spuren gefunden werden.

Den Tatverdächtigen (34) nahmen Beamte am Sonnabend in der Nähe des Tatortes vorläufig fest. „Er befindet sich nicht auf freiem Fuß, die Vernehmungen laufen“, sagte Polizeisprecher Matthias Arends in Kiel. Gestern Abend sollte Haftbefehl gegen den 34-Jährigen erlassen werden. Ob und in welchem Verhältnis die beiden Männer zueinander standen, war zunächst nicht bekannt. Die Kieler Mordkommission, die Kriminalpolizei Rendsburg und die Staatsanwaltschaft Kiel ermitteln gemeinsam.

Flatterband der Polizei verhinderte unterdessen die Zufahrt über zwei Tore auf das gut einsehbare Grundstück. Gehandelt wird mit gebrauchten Autos verschiedener Fabrikate, auch ein Reparaturservice für Glas ist vor Ort. Mehrere Autohändler teilen sich „den Platz“, wie er von den Stammkunden aus Rendsburg und Umgebung genannt wird. Ob der Betrieb an der Friedrichstädter Straße heute weitergeführt werden kann oder ob die Polizei noch mehr Zeit benötigt, um Spuren zu sichern, war am Sonntag nicht abzusehen.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2016 | 06:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen