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Landeszeitung

28. März 2017 | 04:34 Uhr

Schülerprojekt : Lütte Ingenieure

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Windenergie kann eine Handy-Aufladestation antreiben. Diese Behauptung wollen 16 Jugendliche der Gemeinschaftsschule in Nortorf beweisen. Die Schüler nehmen am landesweiten Projekt „LüttIng“ teil.

Derzeit arbeiten 16 Schüler, aufgeteilt in vier Gruppen, an einer eigenen Handyaufladestation, die rein durch Windenergie betrieben wird. Regenerative, erneuerbare Energien ist das Thema, das Lehrer Volker Freund in seinem Wahlpflichtkurs angeboten hat. „Mein Ziel ist es, den Jugendlichen Technik näher zu bringen, die Teamfähigkeit zu fördern und sie auf erneuerbare Energien aufmerksam zu machen“, erklärt Freund, „und vielleicht entwickelt sich dabei der ein oder andere zukünftige kleine Ingenieur.“ Denn auch die Berufsorientierung spielt in dem Wahlpflichtkurs eine große Rolle.

Die Gemeinschaftsschule in Nortorf ist eine von insgesamt acht Schulen in Schleswig-Holstein die am Projekt „LüttIng“ teilnimmt. „LüttIng“, das ist eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft, der Petersen Stiftung und dem Arbeitgeberverband Nordmetall. Gefördert werden die schulischen Projekte mit bis zu 5000 Euro.

Zusätzliche Unterstützung erhalten Volker Freund und die Schüler von zwei Ingenieuren des VDI (Verein deutscher Ingenieure), die im Blockunterricht Wind-, aber auch Solarenergie näher erläutern. Das Lehr- und Experimentiermaterial wird vom VDI  gestellt und wurde in Zusammenarbeit mit der TU Dresden entwickelt. Beim Wettbewerb ,„Jugend forscht“ wurde es sogar mit einem Sonderpreis für Unterrichtsmittel ausgezeichnet. Im Unterricht werden nicht nur beispielsweise die Eigenschaften der Solarzellen visuell betrachtet, sondern auch konkret Spannung und Strom gemessen. Sowohl Volker Freund, als auch die beiden Ingenieure, Gerhard Köhler und Heinz-Dieter Hartwig, sind sich einig, dass vor allem durch eine praxisorientierte Heranführung an das Thema das Interesse der Jugendlichen geweckt wird. „Das erleben wir immer wieder, dass die Schüler dem Thema erst skeptisch gegenüberstehen, dann aber total begeistert sind, wenn sie praktisch erleben, wie etwas funktioniert und realisieren, dass sie auch in der Lage sind mit einfachen Mitteln so etwas selbst herzustellen“, berichtet Gerhard Köhler. Schüler Piet ist überzeugt: „Es ist spannend zu sehen, dass das auch wirklich funktioniert, was wir hergestellt haben.“ Sein Kamerad Aleks fügt hinzu, „dass man aus fast nix, sondern nur mit der reinen Sonneneinstrahlung, Energie herstellen kann, ist schon Wahnsinn.“

Neben „LüttIng“ und dem VDI sind die Stadtwerke Nortorf und die Fachhochschule für Technik in Kiel weitere Kooperationspartner der Gemeinschaftsschule. „Die Stadtwerke geben uns technische Unterstützung“, erklärt Volker Freund, „aber wir besuchen die Räumlichkeiten auch, damit die Schüler in ein mögliches Berufsfeld reinschnuppern können.“ An der Fachhochschule werden im November weitere Versuche im Windenergielabor absolviert und eine Vorlesung besucht. „Das primäre Ziel ist es, das Interesse der jungen Nachwuchskräfte zu wecken“, erklärt Freund.

Ein Jahr werden die 16 Schüler an ihrem Projekt, eine Windturbine zu bauen, arbeiten. Am Ende sollen sie mit diesem Modell ihr Handy aufladen können. Wie genau diese Windturbine aussehen wird, das dürfen die Schüler selbst erarbeiten. Falls es dabei jedoch zu Schwierigkeiten kommen sollte, hat Lehrer Volker Freund ein „Notfallmodell“ in petto. „Ich habe Kontakt mit einem 85-jährigen Ingenieur in Los Angeles“, berichtet Volker Freund, „dieser hat eine Windturbine entwickelt, die mit sehr wenig Wind läuft. Der würde sich sicher freuen, wenn wir sein Modell verwenden“, gesteht Freund  „aber bis dahin, haben wir ja noch  Zeit, ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen das toll hinbekommen werden.“

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erstellt am 11.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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