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Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

Rendsburger Museen : Kultur – am Sonntag zum Nulltarif

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drei Rendsburger Museen und eines in Büdelsdorf öffnen ab jetzt einmal wöchentlich kostenlos ihre Türen: Die„KulTour“-Kampagne soll Besucher anlocken.

Wenn es draußen bei Regen und Sturm zu ungemütlich für einen Herbstspaziergang wird, dann schlägt die Stunde der Museen. Besonders sonntags ist der Andrang in den Kultureinrichtungen groß. An den Standorten Rendsburg und Büdelsdorf sehen die Verantwortlichen bei den Besucherzahlen aber noch Luft nach oben. Die Kampagne „KulTour“ soll mehr Wissbegierige in die Ausstellungen locken. Der Clou: sonntags ist der Eintritt ab jetzt frei.

Die Aktion „KulTour“ geht auf die Zusammenarbeit zwischen dem Jüdischen Museum, dem Eisenkunstgussmuseum sowie den Museen im Kulturzentrum zurück. Die Kooperation ist ein Pilotprojekt. Den eintrittsfreien Sonntag bieten keine anderen Kulturstätten in Schleswig-Holstein an. Ähnliche Modelle gibt es nur in München oder Großbritannien. „Wir begeben uns mit der Kampagne auf Neuland“, sagt Guido Wendt, kaufmännischer Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf. Die Organisation unterstützt die Rendsburger Museumskooperation mit 10  000 Euro. „Die Aktion läuft erstmal ein Jahr lang. Dann werten wir aus, ob die Besucherzahlen gestiegen sind oder nicht.“ Die Evaluation wird auch zeigen, ob die Museen durch die wegfallenden Einnahmen Verluste zu verzeichnen haben.

„Am Sonntag kommen die meisten Besucher“, sagt Dr. Carsten Fleischhauer, Leiter des Jüdischen Museums. Rund ein sechstel der Gäste würde sich das Museum an einem Sonntag anschauen. Größtenteils seien das Familien. „Wir haben uns aber bewusst für diesen Tag entschieden“, so Fleischhauer weiter. Zum einen gehen die Museumsleiter davon aus, dass ein Teil der Einnahmen durch die Verkäufe in den Museumsshops gedeckt werden kann. Sie bauen zudem darauf, dass die Aktion genug Aufsehen erregt, um langfristig mehr Besucher anzulocken. „Wir würden uns wünschen, dass die Museen in der Freizeitplanung präsenter werden“, so Wendt. „Präzise voraussagen kann man die Entwicklungen letztendlich aber nicht.“ Darüber hinaus sei das Projekt nicht nur auf Gewinn ausgelegt. „Für manchen sind auch fünf Euro Eintritt schon zu viel“, sagt Fleischhauer. „Wir sind aber nicht zuletzt eine Bildungseinrichtung. Der freie Eintritt ermöglicht allen Personengruppen den Zugang zu unseren Exponaten. Wir bauen also eine ganz materielle Barriere ab. Ob und wie viele Einbußen wir machen, ist erst einmal zweitrangig.“ Auch Ulrike Ernemann vom Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf betont, dass es in erster Linie darauf ankäme die Besucher zum Wiederkommen zu animieren.

Der freie Eintritt ist aber nur eine Seite der Imagekampagne. Außerdem erhalten alle Besucher an den freien Tagen einen gratis Kaffee. „Zusätzlich hängen wir Plakate auf und vier Studenten werden bei großen Ereignissen in Rendsburg aktiv auf die Leute zugehen, um unser Projekt bekannter zu machen“, sagt Wendt. Der erste Einsatz für das Promotion-Team, mit KulTour-Jacke, T-Shirt und Kappe ausgerüstet, ist am verkaufsoffenen Sonntag geplant. „Wir sind gespannt, ob die Multiplikatoren uns Besucherströme bescheren“, so Dr. Martin Westphal, Leiter der Museen im Kulturzentrum. „Vielleicht ist es ab jetzt sonntags brechend voll und unter der Woche gähnend leer. Oder wir haben Glück und die Sonntagsbesucher werden auch auf unsere Sonderausstellungen aufmerksam.“

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erstellt am 27.Okt.2016 | 10:27 Uhr

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