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Landeszeitung

07. Dezember 2016 | 21:23 Uhr

Auf dem Dach : Kreis wird zum Energie-Musterknaben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gebäude der Verwaltung stießen 2015 erstmals weniger als 1000 Tonnen Kohlendioxid aus. Stromkosten gegen den Trend gesenkt.

Trendumkehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde: Erstmals seit Jahren gibt die Verwaltung weniger Geld für Strom aus. Das geht aus dem Energiebericht hervor, der heute im Umwelt- und Bauausschuss vorgestellt wird. Drastisch ist auch der Ausstoß von Kohlendioxid gesunken: Die Kreis-Gebäude schleuderten im vergangenen Jahr 40 Prozent weniger des Treibhausgases aus als noch 2014 in die Luft.

Obwohl sich die Strompreise seit Jahren im Aufwärtstrend befinden, drückte der Kreis seine Ausgaben vom Jahr 2014 auf 2015 um rund 17  000 Euro auf rund 300  000 Euro. Das geht laut Mathias Nitzer vom Fachdienst Gebäudemanagement vor allem darauf zurück, dass für alle Liegenschaften ein einziger Vertrag geschlossen wurde. Auf diese Weise sei ein günstiger Preis möglich gewesen, obwohl es sich zu 100 Prozent um Strom aus erneuerbaren Energien handele, der gegenüber dem herkömmlichen Mix aus Kohle- und Atomstrom teurer sei. Es ist aber auch weniger Strom verbraucht worden: Mit 1275 Megawattstunden fiel der Verbrauch fast 27  000 Kilowattstunden geringer aus als 2014.

Klimaschutzmanager Dr. Sebastian Krug führt das unter anderem auf seine Kampagne zurück, die die Mitarbeiter des Kreises zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit Energie bringen sollte (wir berichteten). Zudem sei die Umstellung der Datenverarbeitung weiter vorangetrieben worden. Die Arbeitsplätze verfügen nicht mehr jeweils über einen eigenen – stromfressenden – Computer, sondern nur noch über kleine „Thin Clients“, die die Verbindung zum Zentralrechner herstellen. Darüber hinaus sind auch die letzten Leuchtstoffröhren gegen moderne LED-Lampen ausgetauscht worden. Der geringere Stromverbrauch des Jahres 2015 mache eine Einsparung von bis zu 15 Tonnen Kohlendioxid aus. „Im kommenden Jahr werden die Kosten extrem sinken, weil wir auf dem Dach des Kreishauses eine Photovoltaik-Anlage installieren“, sagte Sebastian Krug.

Der erhebliche Rückgang des Kohlendioxid-Ausstoßes geht vor allem auf die Nutzung von Öko-Strom zurück, der vor zwei Jahren durch den Kreistag beschlossen wurde. Dadurch wurden im vergangenen Jahr 760 Tonnen des Treibhausgases weniger verursacht. Damit sind erstmals weniger als 1000 Tonnen jährlich durch die Kreis-Gebäude entstanden, konkret waren es 977 Tonnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 waren es noch 2500 Tonnen. Das Niveau von 2015 sei bereits ein großer Erfolg, findet Dr. Martin Kruse. „Ab jetzt werden Einsparungen bei Strom- und Heizenergieverbrauch immer schwieriger“, sagte der Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung, Bauen und Schule. Laut Sebastian Krug stecke aber noch Potenzial darin, Energie effizienter zu nutzen und den Verbrauch zu vermeiden. Insgesamt musste der Kreis im vergangenen Jahr gut 700  000 Euro für Energie und Wasser bezahlen. Darin sind auch die Heizkosten enthalten, die ebenfalls sanken – auf etwa 340  000 Euro. Durch eine neue Gasausschreibung in diesem Jahr erwartet die Verwaltung darüber hinaus geringere Einkaufspreise ab dem Jahr 2017. Die meiste Energie verbrauchten das Kreishaus sowie die Berufsbildungszentren in Rendsburg und Eckernförde – alle aufgrund ihrer Größe.

Der Umwelt- und Bauausschuss tagt heute um 17 Uhr öffentlich im Sitzungssaal 2 des Kreishauses an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 11:45 Uhr

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