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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 04:15 Uhr

Mit dem Bauern durchs Jahr: Oktober : Körner-Saat auf „sauberem Tisch“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Was den Alltag eines Landwirtes bestimmt, zeigen wir am Beispiel des Milchviehbetriebes Butenschön. Im Oktober endet die Bodenarbeit und die Familie gönnt sich eine Woche Urlaub.

„Die Feldarbeit ist abgeschlossen“, sagt Henrik Butenschön. „Jetzt geht nichts mehr“. Der Grund: Der Boden ist zu nass. Aber es ist auch alles erledigt: Der Mais gehäckselt (siehe September-Folge), die Flächen gepflügt, der Roggen gedrillt. Rund 35 Hektar der ehemaligen Maisfläche wurden mit Winterroggen bestellt. Dafür sind mehrere Bearbeitungsgänge nötig. „Als erstes wird gegrubbert“, erklärt der Landwirt. Und übersetzt für den Laien: „Das heißt, die Stoppeln werden herausgerissen“. Dann wird bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern gepflügt, oder wie der Fachmann sagt: „Der Boden wird gedreht“. Das Ergebnis ist ein sauberes – schwarzes – Saatbett. Der Vorteil: So wird das Unkrautwachstum unterdrückt und es sind weniger Pflanzenschutzmittel nötig. 0,3 Liter vermischt mit 200 Liter Wasser bringt Butenschön auf einem Hektar aus. Das Mittel legt sich wie ein Film auf den Boden, die Unkräuter gehen ein.

Dass der Bauer das Mittel sparsam anwendet, hat neben ökologischen auch ökonomische Gründe. „Ein Liter kostet rund 90 Euro“, erklärt der Hof-Chef. Ganz ohne die geht es nicht. Das hat Sohn Tjark (16) in einer Projektarbeit in der Schule aufgezeigt. Vier verschiedene Flächen wurden vorbereitet: Eine gegrubberte mit und ohne Pflanzenschutz, eine gepflügte, ebenfalls mit und ohne Pflanzenschutz. Nur grubbern ohne Pflanzenschutz, „das ging gar nicht“, erinnert sich der Landwirt. „Der Roggen erstickte im Unkraut.“ Das beste Ergebnis brachte Pflügen plus Pflanzenschutz.

Der Hofgründer hat um 1890 das zu bestellende Land noch sieben Mal gepflügt, „um einen sauberen Tisch zu haben“ – also zu erreichen, dass der Boden gewendet ist und die Unkräuter unter der Erde sind. Das Säen – das Drillen – übernehmen heute die Maschinen. Bei großen Flächen sind sie GPS-gesteuert. Butenschöns Schwager in Thüringen bewirtschaftet große Flächen. „Bei 500 Hektar bedeuten zehn Prozent Abweichung schon einen hohen Verlust.“ Auf dem Bast in Bargstedt ist noch Augenmaß gefragt, die Felder sind nicht so groß. Nach ein paar Frosttagen geht der Roggen in die Winterruhe. Auch auf dem Hof geht es dann ruhiger zu. Dann widmen sich Butenschön und sein Team verstärkt der Tierpflege, draußen werden die Gräben kontrolliert und eventuell sauber gemacht. Aber vorher gönnen sich Henrik und Katja Butenschön mit Tjark und Lina eine Woche Urlaub in Dänemark. Dass auf dem Hof alles läuft, dafür dafür sorgt das Team Ralph, Fredi, Ole, Lennart und Butenschön senior.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 18:42 Uhr

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