zur Navigation springen

Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 08:08 Uhr

Neues Filmgefühl : Kino im "Knasthof"

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein neues Filmgefühl in Rendsburg. Der sauber geputzte Hinterhof des Schauburg-Kinos, gegenüber dem Kinocenter entpuppte sich als idealer Outdoor-Kino-Ort.

Ein neues Filmgefühl in Rendsburg, auch für Raucher: Der sauber geputzte Hinterhof des Schauburg-Kinos, gegenüber dem Kinocenter in der Wallstraße, entpuppte sich bei der Premiere des ersten Rendsburger Sommerkinos als idealer Outdoor-Kino-Ort mitten in der Stadt. Kinocenter und Schauburg haben sich zusammengetan und drei Filmabende organisiert. Mit allem Komfort: Eis, Snacks, Würstchen, Getränke und etwas Romantik. Dazu die neue, große Leinwand, ein super-edler Ton. Sogar das Rauchen war gestattet. Alles gut erreichbar, mitten im Zentrum der Stadt.

Nicht nur wegen seiner Lage hat der ehemalige „Knasthof“ eine Zukunft – stand die gemeinsam mit dem Kommunalen Kino angeschaffte Groß-Leinwand doch Rücken an Rücken mit dem ehemaligen Polizeigefängnis. Hier residierte bis 1844 der königliche Oberpolizeidiener August Friedrich Markgraf. „Dat is mien Huus, hier hebb ick fröher wohnt“ begrüßte Erwin Schimmer im historischen Gewand die Zuschauer. „Der Hof erinnert mich an meine Jugendzeit vor über 40 Jahren. Als kleiner Junge habe ich bei Peter Arff Sinalco-Flaschen sortiert, der Künstler Heinrich Jepsen hatte sein Atelier im ersten Stock. Typisch für ihn waren sein rosa Hut und der offene weiße Kittel. Auch ein der Fotograf Ernst Jakobsen mit Trenchcoat, Baskenmütze und Hebammenkoffer, wohnte hier. Sein Archiv bewahrte er in Schuhkartons auf. „Sogar das schönste Haus der Stadt mit vielen Blumen drum herum stand früher einmal hier!“

Unterhaltsam, spritzig, mit viel Selbsterkenntnis gewürzt, ohne aber Probleme wie Zeitnot, Termine, Wettbewerb und den allgegenwärtigen finanziellen Druck zu ignorieren, unterhielt der Premierenfilm „Kiss the Cook“ (Küsse den Koch – So schmeckt das Leben). Es ist die Geschichte um einen geschiedenen Chefkoch und seinem 10-Jährigen Sohn Percy sowie einem Restaurantkritiker. Eine Vater-Sohn-Ex-Ehefrau, Freunde-, Geld-, Erfolgs- und Glückgeschichte mit vielen Seitenblicken ins echte Leben. Auch ein Werbefilm für „Twitter“: Der Vater liefert Neuigkeiten, der Sohn „postet“ sie blitzschnell, Erfolg stellt sich ein. In der Schnelligkeit unbegreiflich für den Alten, erkennt der: Wenn auch bislang ignoriert, haben die Smartphone-Medien im schnelllebigen Digital-Zeitalter doch ihre Berechtigung. Märchenhaftes Happy End. Alle glücklich und zusammen.

Bei so viel Kino in unmittelbarer Umgebung wäre „Broadway“ auch passend als neuer Name des Durchgangs von der Mühlen- zur Wallstraße. Der Broadway war zu den Gründungszeiten New Yorks auch nur ein Indianerpfad, der sich dann im Lauf der Geschichte zu einer Hauptverbindungsstraße entwickelte. Der Rendsburger Broadway ist es als Verbindung der beiden Lichtspielhäuser und dem Open-Air-Kino heute schon.

> Die Reihe der Open-Air-Filme wird heute abgeschlossen mit der romantischen Komödie „Birnenkuchen und Lavendel“.
> Beginn: 21.30 Uhr, Einlass ab 20 Uhr.

> Karten gibt es für sechs Euro in der Schauburg, im Kinocenter und an der Abendkasse. Eine Platzreservierung ist nicht möglich. Sollte das Wetter nicht mitspielen, können die Veranstalter in eines der Kinos ausweichen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen