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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 01:13 Uhr

Boykott der belegschaft : Keine zusätzlichen Busse zum Stadtfest

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Unternehmen T. H. Sievers zieht seine Zusage für einen Sonderfahrplan beim Rendsburger Herbst zurück. Jetzt sucht der Kreis nach Alternativen.

Die Besucher des Rendsburger Herbstes (25. bis 28. August) müssen in diesem Jahr bei der An- und Abreise auf einen besonderen Service verzichten. Die Firma T. H. Sievers Stadtverkehr hat unerwartet ihre Zusage zurückgezogen, wie in den Vorjahren zusätzliche Busse bis spät in die Nacht und vergünstigte Tickets anzubieten.

Als Grund gab das Management gestern an, dass Belegschaft und Betriebsrat sich dagegen ausgesprochen hätten. „Wir haben keine Chance, die wollen nicht fahren“, sagte Geschäftsführer Hans Peter Horn. „Wenn wir vom regulären Fahrplan abweichen, benötigen wir die Zustimmung des Betriebsrates.“ Grund für den Boykott der Mitarbeiter ist laut Horn die Entscheidung des Kreises, die Konzession für den Stadtverkehr aus Kostengründen an den Transdev-Konzern und nicht an das Rendsburger Traditionsunternehmen zu vergeben. Ende des Jahres läuft die Lizenz von T. H. Sievers Stadtverkehr aus, ab Januar 2017 übernimmt Transdev die Busrouten in der Region Rendsburg. Viele Sievers-Mitarbeiter fürchten seit Bekanntgabe des Wechsels um ihre Jobs.

Am 7. Juli informierte die Geschäftsführung den Kreis sowie RD-Marketing als Veranstalter über das Veto der Mitarbeiter. Aufgrund der zwischenzeitlich getroffenen Entscheidungen und der damit einhergehenden angespannten Personalsituation bei T. H. Sievers sei es zu einer entsprechenden Willensbildung gekommen. Als Geschäftsführung trage man die Entscheidung von Betriebsrat und Belegschaft und sehe sich nicht in der Lage, die Zusatzleistungen zu erbringen. „Leider müssen wir von dem ursprünglichen Vorhaben, das ÖPNV-Angebot an die Öffnungszeiten des Rendsburger Herbstes anzupassen, zurücktreten.“ Der Kreis muss die Freigabe für Sonderfahrpläne im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erteilen. Ende Juni hatte die Verwaltung bereits grünes Licht gegeben.

Bei RD-Marketing wurde man vom Rückzug überrascht. „Das ist ausgesprochen bedauerlich, das Angebot des Stadtverkehrs zum Rendsburger Herbst war immer besonders familienfreundlich“, sagte Anja Ilgenstein in ihrer Funktion als Mitarbeiterin des Vereins. Nach ihren Informationen wird es in diesem Jahr auch keine Sonderfahrten auf der „Stadtbahn“-Trasse mehr geben.

In den vergangenen Jahren verkehrten viele Sievers-Busse am Freitag und Sonnabend zum Teil bis um 2.50 Uhr in der Nacht, am Sonntag ging die letzte Fahrt um 23.30 Uhr – passend zum Ende des Feuerwerks über der Obereider. Beliebt war das Rendsburger-Herbst-Ticket für fünf Euro, denn es galt für alle drei Tage des Volksfestes. Kinder unter 14 Jahren fuhren kostenlos mit.

Malte Nevermann aus dem Bereich Regionalentwicklung im Kreishaus bedauerte die Entscheidung ebenfalls. Das Sonderangebot zum „Herbst“ habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. Jetzt arbeite man an einer anderweitigen Umsetzung. „Wir hoffen, so zumindest in eingeschränkter Form ein ausgeweitetes Fahrtenangebot zum Rendsburger Herbst sicherstellen zu können.“

Mit Blick auf den künftigen Betreiber des Stadtverkehrs kündigte Nevermann an: „In den nächsten Jahren wird dagegen wie gewohnt ein Sonderangebot eingerichtet werden können.“

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erstellt am 13.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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