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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 03:35 Uhr

Oströhre für den Verkehr offen : Kanaltunnel Rendsburg: Dieser Autofahrer fuhr als erster durch die neue Röhre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kanaltunnel-Abschnitt wurde in der Nacht für den Verkehr freigegeben. Hochmoderne Sicherheitstechnik wurde verbaut.

Rendsburg | Nach einigen monatelangen Verzögerungen war es in der Nacht von Freitag auf Sonnabend endlich soweit: Kurz vor 4 Uhr morgens wurde die fertig sanierte Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels für den Verkehr freigegeben.

Und der erste, der durchfuhr, war Giorgio Di Matteis. „Das feiere ich heute Abend mit einem Prosecco“, freute sich der Rendsburger Restaurantbesitzer. Der Italiener hatte auf dem Weg zum Hamburger Großmarkt von der bevorstehenden Öffnung der Oströhre gehört und wollte gerne der erste sein, der sie durchfuhr. „Ich musste zwar noch eine halbe Stunde vor der Absperrung warten, aber das war es mir Wert“, betone Di Matteis.

Er war der erste: Rund eine halbe Stunde hatte Giorgio Di Matteis gewartet, um durch die frisch sanierte Oströhre fahren zu können.
Daumen nach oben von Giorgio Di Matteis nach seiner Premierenfahrt. Foto: Kai Eckhardt
 

Von 21 Uhr an war der Tunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal in der Nacht rund sieben Stunden für den Verkehr komplett gesperrt, um die notwendigen Umbauten an der Streckenführung zu treffen.

Gut sieben Stunden dauerten die notwenigen Umbauten an der Streckenführung .

Gut sieben Stunden dauerten die notwenigen Umbauten an der Streckenführung.

Foto: Kai Eckhardt
 

Denn während die Oströhre nun geöffnet ist, wurde im gleichen Zuge die Weströhre gesperrt. Dadurch steht weiterhin erst einmal nur eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung. Erst wenn die Weströhre einer Reinigung und Bauwerksprüfung unterzogen wurde, wird auch sie vorrübergehend geöffnet und der Verkehr kann wieder über alle vier Spuren laufen – bis auch dort mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird. Einen genauen Zeitrahmen konnte die für den Kanaltunnel zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) zu diesem Zeitpunkt aber nicht geben.

Der Kanaltunnel stand in den letzten Tagen nicht nur wegen der Öffnung der Röhre im Mittelpunkt, sondern auch wegen einer Fernsehsendung. In der Show „Mario Barth deckt auf“ wird der Tunnel vorkommen. Mittlerweile steht der Sendetermin fest.

Am Freitagnachmittag hatte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zu einer Vorbesichtigung der neuen Röhre eingeladen. Die gesamte Technik war bereits hochgefahren worden. Hellerleuchtet wirkte die Röhre wie die Einflugschneise eines Raumschiffhangars aus „Star Wars“. Verschiedene Komponenten der neuen Beleuchtungstechnik sorgen für optimale Lichtverhältnisse. So stellen beispielsweise Speziallampen im Einfahrtsbereich sicher, dass Autofahrer beim Wechsel von natürlichem Tageslicht zu künstlicher Tunnelbeleuchtung nicht in ihrer Sicht beeinträchtigt werden.

Die Oströhre des Kanaltunnels wurde nach modernsten Sicherheitsstandards gebaut. Dass sie sich noch nicht zu den sichersten Tunnelabschnitten Europas zählen darf, liegt schlichtweg darin, dass die Röhre in den kommenden Jahren in beide Richtungen befahrbar sein muss, weil die Weströhre voraussichtlich bis Ende 2019 ausfällt, um ebenfalls saniert zu werden. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind und somit für jede Fahrtrichtung eine separate Röhre zur Verfügung steht, rückt Rendsburgs Kanalunterquerung in die Top-Liga der sichersten Tunnels auf.

Sönke Meesenburg, Chef der für den Tunnel zuständigen Planungsgruppe bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, erläutert das Sicherheitskonzept.
Sönke Meesenburg, Chef der für den Tunnel zuständigen Planungsgruppe bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, erläutert das Sicherheitskonzept. Foto: Matzen
 

Rauchsensoren, Kameras, eine erstklassige Entwässerungsanlage, hochmodern Lautsprecher – alles, was die Tunneltechnik hergibt, hat man verbaut. Und vor den Rampen, die in die Tiefe führen, gibt es ebenfalls High-Tech.

Ab heute ist die automatische Höhenkontrolle eingeschaltet. Fahren Fahrzeug mit einer Höhe von über vier Metern hindurch, löst sie aus. Am Dienstag haben die Verantwortlichen sie getestet. Zwischen 6.30 und 13 Uhr wurden in Fahrtrichtung Norden acht Fahrzeuge angehalten, die einen Aufbau über vier Meter aufwiesen. Die Fahrer wurden eindringlich ermahnt. Die gute Nachricht: Ihre Fahrzeuge waren zwar höher als die erlaubten vier Meter, sie hätten aber die von den Ingenieuren einkalkulierte Sicherheitsreserve nicht ausgeschöpft. Das bedeutet: Die an der Tunneldecke montierten Ampeln, Lautsprecher und Sensoren wären nicht beschädigt worden.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 19:37 Uhr

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