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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Staus in Rendsburg : Kanaltunnel: Alle 77 Minuten wird der Höhenalarm ausgelöst

vom

Immer wieder fahren Autofahrer mit zu hohen Fahrzeugen durch den Tunnel. Das hat massive Folgen für den Verkehr.

Rendsburg | Der Ärger am Kanaltunnel geht weiter: Von 7 Uhr am Dienstag bis 15 Uhr am heutigen Mittwoch wurde die Höhenkontrolle nach Angaben eines Polizeisprechers insgesamt 25 Mal aktiviert. Rechnerisch wurde die Höhenkontrolle damit alle 77 Minuten ausgelöst. Es kam phasenweise zu langen Staus und Behinderungen, auch auf den Ausweichstrecken.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels hatte sich über Jahre hingezogen und war für Anwohner, Pendler und die Wirtschaft ein großes Ärgernis. Lange blieb die Oströhre geschlossen. Auch als sie von außen fertig aussah und keine Bauarbeiter zu sehen waren, war sie für den Verkehr geschlossen. Im Juli 2016 fuhren ein Auto- und ein Motorradfahrer trotz Sperrung durch die Röhre und filmten sich dabei. Am 1. Oktober wurde die Röhre freigegeben.

Die für den Rendsburger Kanaltunnel zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) appelliert an Autofahrer, sich an die neuen Regeln in dem Bauwerk zu halten. Mit der Freigabe der sanierten Oströhre am 1. Oktober wurde erstmals auch eine automatische Höhenkontrolle in Betrieb genommen. Bei Fahrzeugen mit einer Höhe von mehr als vier Metern leitet das Warnsystem eine sofortige Sperrung des Tunnels ein.

Die Lichtschranke befindet sich vier Meter über der Fahrbahn (rote Linien). Autofahrer merken von den unsichtbaren Strahlen nichts.
Die Lichtschranke befindet sich vier Meter über der Fahrbahn (rote Linien). Autofahrer merken von den unsichtbaren Strahlen nichts. Foto: höfer/yalim

Sönke Meesenburg, Leiter der Planungsgruppe für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals in der WSV und Chef der Tunnelsanierung, forderte alle Verkehrsteilnehmer auf, ihr Verhalten im Tunnel den neuen Grenzwerten anzupassen und beispielsweise Abdeckplanen abzurollen. „Die neuen Höhenkontrollen und die maximale Durchfahrtshöhe entsprechen den aktuellen Sicherheitsstandards.“ Bei Überschreitungen bestehe die Gefahr, dass technische Einrichtungen im Tunnel beschädigt oder gar abgerissen werden. Durch herabfallende Teile könne der nachfolgende Verkehr erheblich gefährdet werden.

Werden die Anlagen von einem Fahrzeug passiert, dessen Höhe über vier Meter beträgt, folgt eine technische Kettenreaktion: Die Höhenkontrolle meldet dies an einen Zentralcomputer, dieser schaltet umgehend die Ampeln der betreffenden Richtungsfahrbahn auf Rot. Niemand darf mehr in den Tunnel einfahren. Gleichzeitig wird die Polizei alarmiert. Die Beamten müssen vor Ort entscheiden, ob der Höhensünder den Tunnel doch passieren kann oder ob er wenden muss. Nach Angaben aus der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Kiel wird dieser Vorgang erst ab Ende der Woche vollautomatisch ablaufen.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 16:32 Uhr

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