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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Rendsburg : Kanaltunnel: Ab Ende Oktober freie Fahrt durch beide Röhren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am 29. Oktober wird auch die Weströhre freigegeben. Nach vier Jahren sind so erstmals wieder alle Spuren frei.

Rendsburg | Erstmalig nach vier Jahren werden Ende Oktober alle vier Spuren des Kanaltunnels wieder befahrbar sein. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bestätigte am Freitagvormittag, dass die Freigabe der derzeit gesperrten Weströhre in der Nacht zum 29. Oktober erfolgen wird. Die Weströhre, die während der Sanierung ihres östlichen Pendants den Verkehr in Richtung Norden und Süden aufnehmen musste, war in der Nacht zum 1. Oktober für Wartungs- und Reinigungsarbeiten gesperrt worden. Seitdem rollen die Fahrzeuge durch die modernisierte Oströhre.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels hatte sich über Jahre hingezogen und war für Anwohner, Pendler und die Wirtschaft ein großes Ärgernis.  Auch als sie von außen fertig aussah und keine Bauarbeiter zu sehen waren, war sie für den Verkehr geschlossen. Im Juli 2016 fuhren ein Auto- und ein Motorradfahrer trotz Sperrung durch die Röhre und filmten sich dabei.

Bereits vor über einem Jahr hatten führende WSV-Vertreter von der Option gesprochen, nach der Sanierung der Oströhre vorübergehend den kompletten Tunnel für die Autofahrer freizugeben. Hintergrund: Die Fehler, die die bisherigen Bauarbeiten um mehr als drei Jahre verzögerten, will man beim zweiten Akt der Tunnelsanierung nicht wiederholen. Das heißt: Für die Arbeiten in der Weströhre sollen die Firmen diesmal auf einen strikt einzuhaltenden Bauzeitenplan eingeschworen werden.

Bei Verstößen sollen Konventionalstrafen greifen. Im Gegenzug ist denkbar, dass die WSV gute Leistungen belohnt. Möglich seien demnach Prämien für schnelles und solides Arbeiten. Ein großes Manko der bisherigen Verträge: Jedes Bauhindernis hatte Neuplanungen zur Folge, die wiederum mit den Firmen abgestimmt werden mussten, unter anderem in finanzieller Hinsicht.

Höhenkontrolle: Verkehrsbehörde ordnet bessere Ausschilderung an

Dringlicher ist aktuell allerdings ein anderes Problem: Auf die neue automatische Höhenkontrolle, die in den ersten vier Tagen nach Eröffnung der Oströhre 25 Mal anschlug und jedes Mal eine Sperrung der jeweiligen Richtungsfahrbahn auslöste, sollen die Lasterfahrer künftig auffälliger und vor allem frühzeitiger hingewiesen werden. Dazu hat die Straßenverkehrsbehörde des Kreises das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau per Anordnung verpflichtet. Die neuen Schilder (1,25 Meter breit, 1,60 Meter hoch) sollen darauf hinweisen, dass für den Kanaltunnel eine maximale Durchfahrtshöhe von vier Metern gilt und dies überwacht wird.

Das Dilemma mit der Höhenkontrolle: 650 Meter vor der südlichen Tunneleinfahrt befindet sich die Messstation (weißer Pfeil). Sollte ein Laster mit einer Höhe von über vier Metern hindurchfahren, wird ein Alarm ausgelöst.
Das Dilemma mit der Höhenkontrolle: 650 Meter vor der südlichen Tunneleinfahrt befindet sich die Messstation (weißer Pfeil). Sollte ein Laster mit einer Höhe von über vier Metern hindurchfahren, wird ein Alarm ausgelöst. Foto: Luftbildservice Bernot.

Fünf Standorte gibt die Straßenverkehrsbehörde für die Tafeln vor, beispielsweise an der B77 auf Höhe Jevenstedt und Höhe Kropperbusch. Sönke Meesenburg, Leiter der WSV-Planungsgruppe für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, sagte, dass man die entsprechenden Aufträge bereits erteilt habe: „Wir wollen die Schilder schnellstmöglich aufstellen.“ Auf einer Arbeitssitzung von WSV, Polizei, Straßenverkehrsbehörde und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr am Mittwoch, 19. Oktober, sollen die exakten Standorte festgelegt werden. Offen sei noch die Frage, ob für die Schilder Fundamente gegossen oder Schutzplanken aufgestellt werden müssten.

Landrat Rolf-Oliver Schwemer hat in Sachen Höhenkontrolle einen weiteren Aspekt ins Spiel gebracht. Schwemer will prüfen lassen, ob weitere Höhenkontrollstationen weit vor dem Tunnel eingerichtet werden müssten, damit die Fahrer zu hoher Fahrzeuge noch eine Chance hätten, von der B77 abzufahren. Diese Möglichkeit bieten die vier derzeitigen Messstationen nicht. Sie befinden sich nur bis zu650 Meter von der Tunneleinfahrt entfernt.

Allerdings hat die Zahl der Verstöße gegen die maximale Durchfahrtshöhe spürbar abgenommen. Das hat aus WSV-Sicht zwei Gründe: Zum einen sind die Lasterfahrer durch die Erfahrungen der letzten Tage sensibilisiert, zum anderen toleriert die Höhenkontrolle jetzt Verstöße von wenigen Zentimetern. Die jüngsten Daten stammen vom Mittwoch: Lediglich zweimal löste die Höhenkontrolle aus.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 10:10 Uhr

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