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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 10:40 Uhr

Defekte Schwebefähre in Rendsburg : Kanalamt will nur noch Reserve-Fähre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Wasser- und Schifffahrtsamt schafft offenbar keinen Ersatz für die havarierte Schwebefähre.

Rendsburg | Die Schwebefähre ist nach einem Unfall defekt und abmontiert, doch kommt sie je wieder zurück? Der Kanalverwaltung liegen mehrere Angebote von möglichen Betreibern einer Personenfähre als Ersatz für die pausierende Schwebefähre vor. Bis Gründonnerstag um 14 Uhr hatten Unternehmen Zeit, beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) ihr Interesse zu bekunden. Vier Firmen warfen ihren Hut in den Ring. Die Namen und weitere Einzelheiten wollte WSA-Sprecher Matthias Visser nicht nennen. Eine Entscheidung, ob und welcher Bewerber den Zuschlag erhält, werde nach Ostern fallen.

Anfang Januar war die Rendsburger Schwebefähre bei einer Kollision mit einem Frachter stark beschädigt worden. Sie ist 102 Jahre alt. Wenn sie nicht wieder repariert wird, würde Rendsburg sein Wahrzeichen verlieren.

Die Ersatzfähre zwischen einem bereits fertigen Anleger am Kanal-Café (Südufer) und einem noch zu bauenden Zustieg auf Höhe der Wehraustraße (Nordufer) verkehren. Anders als noch im Februar strebt die Behörde nun eine Linie an, die nur dann aktiviert wird, sollte es im Fußgängertunnel zu größeren Problemen kommen, etwa durch technische Störungen. Auch könnte die Fähre bei Volksfesten, Messen und Sportevents wie dem Ruder-Cup eingesetzt werden. „Wir reden über eine Ersatzfähre nicht für die Schwebefähre, sondern für den Fußgängertunnel“, sagte Visser. Vor allem dort sei die Notwendigkeit gegeben. Der zeitliche Bedarf für eine solche Reserve-Fähre ist nach Einschätzung des WSA begrenzt. Die Behörde geht von zehn Tagen im Jahr aus – fünf bei Defekten und Wartungsarbeiten an Fahrstühlen und Rolltreppen im Fußgängertunnel sowie fünf bei Großveranstaltungen.

Ein Kriterium bei der Auswahl des Betreibers sei, wie schnell eine Fähre bereitgestellt werden könne, so Visser. Nicht ausgeschlossen sei auch weiter ein täglicher Fährbetrieb außerhalb der Schulferien von 7 bis 15 Uhr. Auch hier müsse man zunächst die Kosten ermitteln. Nach Auswertung der eingegangenen Angebote will das WSA alle Fakten mit Vertretern des Kreises, der Stadt Rendsburg und der Gemeinde Osterrönfeld besprechen. Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe wurde für den 11. April in Rendsburg anberaumt.

Möglich ist auch, dass gar kein Schiff eingesetzt wird, sondern zusätzliche Busse zwischen Osterrönfeld und Rendsburg verkehren. An einem entsprechenden Konzept wird im Kreishaus gearbeitet. Ergebnisse liegen nach Angaben von Sprecher Martin Schmedtje noch nicht vor. „Da läuft die Prüfung noch.“ Einen Fahrradanhänger für Busse, von dem im Februar ebenfalls noch die Rede war, wird der für den ÖPNV zuständige Fachbereich Regionalentwicklung, Bauen und Schule aller Voraussicht nach nicht empfehlen.

Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht nimmt zur Kenntnis, dass die Kanalverwaltung einen Standby-Betrieb favorisiert. „Das müssen wir erst mal hinnehmen. Alles andere würde dazu führen, dass man sich vor Gericht wiedersieht.“ Die Möglichkeiten einer schwimmenden Ersatzfähre seien ohnehin begrenzt. „Wir kriegen nie den Durchsatz hin, den der Fußgängertunnel schafft, wenn er in Betrieb ist.“ Jetzt gehe es darum, zusammen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt konstruktiv zu einer für alle Seiten bezahlbaren Lösung zu kommen. Alles weitere wolle man beim nächsten Arbeitstreffen auf der WSA-Werft im April besprechen. Dort werde man sich dann auch über den Stand der Inspektions- und Vermessungsarbeiten an der beschädigten Schwebefähre informieren.

Zu einer planmäßigen Sperrung im Fußgängertunnel kommt es bereits am Mittwoch, 30. März, von 8 Uhr bis etwa 14.30 Uhr. Wegen Wartungsarbeiten stehen in dem oben genannten Zeitraum die Aufzüge still. Die Rolltreppen bleiben in Betrieb, Hilfspersonal steht laut WSA bereit.

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erstellt am 27.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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