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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 11:14 Uhr

Investor gegen Bauamt : In Ex-Kaserne droht ein Rechtsstreit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Um das „Alte Offizierheim“ an der Schleswiger Chaussee in Rendsburg ist ein Streit entbrannt. Der Eigentümer droht der Bauverwaltung mit einer Klage.

Zwischen einem Investor auf dem Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne und der Bauverwaltung bahnt sich ein Rechtsstreit an. Anlass sind die Pläne der Stadt, das Areal als Gewerbegebiet auszuweisen. Dagegen wehren sich Anne und Hugo Bädtker, die Eigentümer des Gebäudes „Altes Offizierheim“ an der Schleswiger Chaussee. Das Haus wird von einer Wohngruppe für Demenzkranke genutzt. Das Ehepaar Bädtker möchte sich die Möglichkeit offen halten, den denkmalgeschützten Bau auch in Zukunft wohnungswirtschaftlich nutzen zu können. In einem Gewerbegebiet wäre das nicht erlaubt. Deshalb schlägt es vor, den betreffenden Bereich als Mischgebiet zu deklarieren. Doch zu diesem Kompromiss ist die Stadt nicht bereit.

„Wir fühlen uns an den Beschluss der Ratsversammlung gebunden, dass das Kasernengelände keine Wohnbebauung enthalten soll“, sagte Bauamtsleiter Frank Thomsen am Dienstag im Bauausschuss. Die Ausweisung als Mischgebiet würde die Grundzüge der Planung verändern und sei nicht mit den Eigentümern der ehemaligen Kaserne abgestimmt. Die Thielen Projektträgergesellschaft aus Goch am Niederrhein hatte das Militärareal im Februar 2012 vom Bund übernommen. Außerdem, so Thomsen weiter, hätte ein solcher Schritt Folgen für den benachbarten Abschnitt in der Ex-Kaserne. „Der angrenzende Bereich könnte kein uneingeschränktes Gewerbegebiet mehr sein.“

Hugo Bädtker hält dagegen. Bereits beim Kauf des Offizierheims vor drei Jahren habe man grundsätzlich eine Wohnnutzung beantragt, das sei dann auch genehmigt worden. In den Anfangsjahren der Konversion sei immer von einem Mischgebiet die Rede gewesen, auch um den Übergang zu den umliegenden Wohngebieten in Mastbrook und Kronwerk weich zu gestalten. „Ich hätte niemals in ein Gewerbegebiet investiert“, so Bädtker senior. Gemeinsam mit seinem Sohn Ingolf Bädtker (CDU-Ratsherr) leitet er die Immobilienfirma Schnoor. Mehr als eine Million Euro habe er in die Sanierung des Offizierheims investiert. „Wir sind eigentlich der Ansicht, dass wir damit auch etwas für die Stadt und das Stadtbild getan haben.“ Hugo Bädtker betont, dass es sich bei dem Wohnprojekt für Demenzkranke schon jetzt um Privatwohnungen und nicht um ein Gewerbe handele. „Das ist kein Altenheim.“ Jeder Bewohner der zwölf Wohneinheiten habe seinen eigenen Mietvertrag. Pflegedienstkräfte seien nur „Gäste in diesem Haus“.

Für die genehmigte Wohnnutzung im Offizierheim sagt die Stadt Bestandsschutz zu. Hugo Bädtker kündigte dennoch eine Klage durch alle Instanzen an, sollte die Verwaltung nicht einlenken. „Notfalls ziehen wir vor das Bundesverwaltungsgericht.“ Der Bauausschuss fällte keine Entscheidung, sondern vertagte die Angelegenheit.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 06:37 Uhr

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