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Landeszeitung

26. März 2017 | 15:12 Uhr

Internationaler Wettbewerb : In Chemie macht Lara Trappe keiner etwas vor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

18-jährige Herderschülerin vertritt Rendsburg bei der Internationalen Schüler-Olympiade.

Als einzige Schleswig-Holsteinerin schaffte es Herderschülerin Lara Trappe in die dritte Runde der Internationalen Chemie-Olympiade (Icho). Gegen 59 Schüler aus ganz Deutschland trat die 18-jährige Rendsburgerin in den vergangenen Tagen an. Dazu reiste sie nach Göttingen, wo alle Teilnehmer eine Woche lang zusammen verbrachten und zwei Klausuren schrieben. Das Ergebnis wird erst in einigen Wochen bekanntgegeben. Gewonnen hat Lara Trappe trotzdem schon etwas. Denn für alle 60 Teilnehmer der dritten Runde organisiert der gleichnamige Förderverein auf Wunsch ein zweiwöchiges Praktikum in der Industrie, in einer Forschungseinrichtung oder in einer Universität. Das Angebot umfasst ganz Deutschland.

Die Icho ist ein Wettbewerb, bei dem Schüler theoretische und experimentelle Chemieaufgaben lösen. Sie dürfen dabei nicht älter als 20 Jahre sein. Seit 1974 nimmt Deutschland regelmäßig teil. Vier Vorrunden müssen die Olympioniken überstehen, um zu dem Team aus vier Finalisten zu gehören, die ihr Land international vertreten. In Deutschland werden die vier Besten jedes Jahr am Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) ermittelt. Für sie geht es weiter zum jeweiligen Gastgeber. 2017 ist das Thailand. Die Schüler erwartet eine einwöchige Reise nach Bangkok, wo sie sich der internationalen Konkurrenz stellen, aber auch Gleichgesinnte treffen und ein spannendes Rahmenprogramm genießen. Unter anderem sollen über die Icho internationale Beziehungen zwischen angehenden Naturwissenschaftlern gefördert werden. Einen Anreiz bieten neben Interesse auch die Preise: Die vier Finalisten werden automatisch in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen und erhalten damit eine finanzielle Förderung. Den Fünft- bis Achtplatzierten wird ein Forschungsaufenthalt im Ausland angeboten.

Ob sie einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen wird, weiß Lara Trappe noch nicht. Die Schülerin der zwölften Klasse hat zwar Chemie als Profilfach und Physik ergänzend gewählt, interessiert sich aber gleichermaßen für Sprachen und Sport. An der Icho nimmt sie teil, weil ihr die Aufgaben Spaß machen. Chemielehrer Malte Lemster pries den Wettbewerb bei seinen Schülern als Abiturvorbereitung an und bewertete auch die Hausarbeiten, die für die erste Runde angefertigt werden mussten. Fünf Engagierte aus seinem Kurs nahmen die Herausforderung an, drei gaben tatsächlich ab. „An Laras Arbeit gefiel mir besonders, dass sie Lust auf ihr gewähltes Thema hatte“, sagt er. „Für die Schüler ist das Mehrarbeit. Die sollte auf Interesse fußen, um den freiwilligen Charakter zu erhalten.“

Die Konkurrenz war groß: 1285 Schüler gingen deutschlandweit in die erste Runde, 500 in die zweite. Zur vierten Runde nach Kiel werden 15 Schüler fahren. Dass Lara Trappe dabei sein wird, hält sie selbst für unwahrscheinlich. „In Göttingen habe ich zum ersten Mal die anderen Teilnehmer kennengelernt. Da waren auch Chemiestudenten dabei. Die Konkurrenz ist ziemlich stark.“

>Wer sich selbst testen möchte, findet die Aufgaben vergangener Ichos beim IPN unter: http://wettbewerbe.ipn.uni-kiel.de/icho/

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erstellt am 17.Mär.2017 | 08:53 Uhr

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