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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 04:10 Uhr

Handball : „Ich möchte die Jungs besser machen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neu-Coach Matthias Hinrichsen spricht in der Landeszeitung über seine Ziele mit dem Handball-SH-Ligisten HSG Eider Harde. Einen Einsatz als Spieler schließt der 33-Jährige aus.

Eigentlich hatte Matthias Hinrichsen (33) nach seinem Jahr als spielender Co-Trainer beim Drittligisten DHK Flensborg schon mit einer Handball-Pause geliebäugelt. Doch dann kam die Anfrage des SH-Ligisten HSG Eider Harde. Und Hinrichsen, früher Mittelmann bei den Zweitligisten HSG Tarp/Wanderup und VfL Bad Schwartau, ließ sich noch einmal locken. Die Landeszeitung sprach mit dem Mann aus Hüsby bei Schleswig über sein Engagement bei der HSG.


Warum haben Sie sich für die HSG Eider Harde entschieden?
Weil die HSG ein sehr interessantes Projekt ist. Vier Vereine wurden zu einer Spielgemeinschaft zusammengefasst. Hier herrscht immer eine große Euphorie und die Jugendarbeit ist ausgezeichnet.

Wie gut kennen Sie Ihre Mannschaft schon?
Wir hatten bereits einige Trainingseinheiten zusammen. Ich konnte mir einen guten Überblick verschaffen. Manche Spieler kenne ich auch noch von früher. Jörg Gosch, Gerald Dobratz, Steffen Oeltjen und Boris Hohnsbehn sind ja schon länger dabei.

Und den Rest?
Den lerne ich jetzt kennen. Was ich schon sagen kann: Die Mannschaft ist sehr motiviert und zieht im Training voll mit.

Wie viele Spieler gehören denn aktuell zum Kader?
In der jetzigen Vorbereitungsphase trainieren wir mit 16 Leuten. Gerald Dobratz, Jannik Severin und Niklas Warnecke im Tor. Steffen Oeltjen und Jerome Weigmann auf Linksaußen. Janek Fisch, Jörg Gosch, Nico Greve, Jannik Oettershagen, Niclas Bartsch, Eike Möller und Philip Meyer im Rückraum. Boris Hohnsbehn auf Rechtsaußen und Finn Ketelsen, Timo Petersen und Bjarne Claußen am Kreis.

Suchen Sie noch nach Neuzugängen?
Ja, aber das ist nicht einfach zum jetzigen Zeitpunkt. Auf Halblinks und Rechtsaußen sind wir mit Janek Fisch und Boris Hohnsbehn nur einfach besetzt. Wir führen zwar Gespräche, aber spruchreif ist nichts. Sollten diese Gespräche nicht zum Erfolg führen, traue ich auch dem jetzigen Kader zu 100 Prozent zu, genügend Spiele zu gewinnen, um ein super Ergebnis zu erzielen.

Mit Niklas Warnecke, Niclas Bartsch und Bjarne Claußen trainieren drei Spieler aus der A-Jugend-Bundesliga-Truppe mit. Die drei größten Talente Georg Rohwer, Julian Fröhlich und Jarno Mumm haben die HSG in Richtung SG Flensburg-Handewitt verlassen. Enttäuscht?
Nein, sicher nicht. Sie sollen ihre Chance nutzen. Das haben sie sich verdient. Falls es dann aus irgendwelchen Gründen nicht klappen sollte, steht ihnen die Tür bei uns offen. Wir bleiben in Kontakt. Ich kenne die Verantwortlichen bei der SG gut. Sollte es zu einem Wiedersehen mit den Jungs kommen, sind sie um eine Erfahrung reifer und dementsprechend besser. Das ist dann auch positiv für uns. Ich kenne keinen Spieler, der schlechter von der SG Flensburg-Handewitt wieder weg gegangen ist. Es spricht für die gute Arbeit von Thies Schmalfeld und Co., dass die SG überhaupt Interesse an diesen Spielern hat. Da kann Eider Harde stolz drauf sein.

Wie lautet das Saisonziel der HSG Eider Harde?
Ich bin extrem ehrgeizig, möchte immer gewinnen und hasse es zu verlieren. Aber in der vergangenen Saison hat die Mannschaft den Aufstieg nur sehr knapp verpasst. Kein schönes Erlebnis. Ich werde sie deswegen jetzt nicht unter Druck setzen und ein konkretes Ziel ausgeben.

Sondern?
Ich werde ein anspruchsvolles Training mit den Jungs machen und somit gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Dann ist die logische Schlussfolgerung, dass wir viele Spiele gewinnen werden.

Anspruchsvolles Training – wie meinen Sie das?
Ich habe mehr als zehn Jahre unter vielen verschiedenen Trainern höherklassig Handball gespielt. Jetzt werde ich die besten Trainingsinhalte herausfiltern, die ich in meiner Zeit als Spieler erlebt habe. Generell bin ich ein Trainer, der gerne viel Technik und Taktik trainiert und dieses mit ein wenig Physis verbindet. Ich möchte die Jungs besser machen. Durch die begrenzten Trainingszeiten wird die Physis eventuell etwas zu kurz kommen. Da ist unbedingt Eigenverantwortung der Spieler gefordert.

Sie sind mit 33 Jahren jünger als ihr Kapitän Jörg Gosch. Spielen Sie mit dem Gedanken, selber nochmal auf der Platte anzugreifen?
Nein, definitiv nicht. Ich möchte mich voll auf mein Amt als Trainer konzentrieren. Es gehen einfach zu viele Sachen unter, wenn man beides miteinander verbindet. Man muss filtern, wie ich der Mannschaft am meisten helfe. Und das tue ich, wenn ich mich ausschließlich auf den Trainerjob konzentriere. Es wird auch keinen Co-Trainer geben.

Können Sie das Niveau der SH-Liga einschätzen?
Ich denke ja, weil ich vor meiner Zeit beim DHK schon die HSG Tarp/Wanderup in der SH-Liga trainiert habe. Für mich ist der Oberliga-Absteiger TuS Lübeck Favorit auf den Titel. Dahinter gibt es viele ambitionierte Mannschaften. Dazu zähle ich auch uns.

Die 1. Herren der HSG Eider Harde war in der Vergangenheit nicht immer ein leichtes Pflaster für Trainer.
Das mag sein, aber die Vergangenheit interessiert mich nicht. Ich gehe unvoreingenommen an meine Aufgabe heran und habe klare Vorstellungen von dem, was ich will.

Wie sieht denn die Vorbereitung auf die neue Saison aus?
Wir trainieren noch bis Ende nächster Woche. Im Juli bekommt jeder Spieler dann einen Trainingsplan mit nach Hause. Anfang August geht es wieder los. Dann haben wir noch sieben Wochen Zeit, bis die Saison am 17. September beginnt. Das reicht.

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