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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 12:56 Uhr

Hohenwestedt : Historische Funde kosten die Gemeinde 70 000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Archäologische Hauptuntersuchung im geplanten Gewerbegebiet beginnt im Frühjahr.

Bis zu 70  000 Euro kann es die Gemeinde Hohenwestedt kosten, fundierte wissenschaftliche Einblicke in die eigene Frühgeschichte zu erhalten. Nachdem Anfang September auf einer geplanten Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Böternhöfen etwa 1700 Jahre alte Schlacke und sogar 5000 Jahre alte Tonscherben gefunden worden waren (wir berichteten), ordnete das archäologische Landesamt eine sogenannte „Hauptuntersuchung“ von zwei jeweils 2000 Quadratmeter großen Flächen an. Gemäß dem schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetz und der „Europäischen Konvention zum Schutz des archäologischen Erbes“ muss der Verursacher eines Eingriffs in ein „archäologisches Interessengebiet“ die Kosten für die fachgerechte Untersuchung der Fläche und Dokumentation der Funde tragen. Als Verursacher gilt in diesem Fall die Kommunalservice-Abteilung der Gemeindewerke Hohenwestedt, die das Areal im Auftrag der Gemeinde zwecks Schaffung neuer Gewerbeflächen erschließen will. Der Hohenwestedter Gemeinderat billigte nun in seiner Sitzung am Mittwochabend einen „öffentlichen-rechtlichen Vertrag zur archäologischen Hauptuntersuchung“ zwischen den Gemeindewerken und dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. In der Präambel des Vertrages wird auf bei der Voruntersuchung vor fünf Wochen freigelegte Pfostenstandspuren, Siedlungsgruben und Eisenverhüttungsanlagen hingewiesen, die „auf im Untergrund erhaltene Gebäudestrukturen und Produktionsstätten der Römischen Kaiserzeit (etwa 50 vor bis 350 n. Chr.)“ schließen lassen. In Paragraph 1 des Vertrags wird der zeitliche Rahmen der archäologischen Hauptuntersuchung auf „ca. 44 Arbeitstage“ festgelegt („abhängig von der Wertigkeit und dem Umfang der Grabungsergebnisse“). Die Untersuchung soll im Frühjahr beginnen und „spätestens bis zum 30. Juni 2017 abgeschlossen sein“. In Paragraph 2 heißt es: „Der Vorhabenträger übernimmt die Gesamtkosten für die Durchführung der archäologischen Hauptuntersuchung bis zu einer Höhe von maximal 66  000 Euro.“ Wenn man die rund 4000 Euro für die Voruntersuchung addiert, ergeben sich für die Gemeinde Hohenwestedt Kosten von 70  000 Euro. „Das kann theoretisch auch günstiger werden, wenn die Flächen nicht in ganzer Ausdehnung untersucht werden müssen“, erläuterte Ortsmanager Jan Butenschön, der die Funde als gutes Omen für die Gewerbegebietserweiterung sieht: „Wenn die Menschen schon ca. 300 n. Chr. erkannt haben, dass das eine gute Fläche für Gewerbe ist, sind wir mit unseren Plänen ganz gut davor.“

Neben neuen Gewerbeflächen plant die Gemeinde Hohenwestedt auch neue Baugrundstücke für Häuslebauer. Am Ortsausgang Richtung Wapelfeld sollen 63 Bauplätze entstehen. Der Gemeinderat billigte den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 53 „Zu den Fischteichen/Wapelfelder Weg“ sowie die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans „Südlich zu den Fischteichen“. Den Satzungsbeschluss wollen die Kommunalpolitiker in der ersten Sitzung des nächsten Jahres fassen. „Wir hoffen, dass wir dann baureife Grundstücke anbieten können, so dass Interessenten 2017 anfangen können zu bauen“, sagte Bürgermeister Holger Bütecke.

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