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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 17:24 Uhr

Rendsburg : Hier schwingt der Körper mit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Landesmusikrat erklärte die Harfe zum Instrument des Jahres 2016. Henrik Schupp betreibt eine Manufaktur in Hamburg.

Ob Folk, Klassik oder Jazz – Harfenklänge hört man immer öfter. Sie drücken unmittelbar aus, was mit Worten nicht zu singen ist. Zwischen Musiker, Instrument und Klang ist nichts – kein Bogen oder Plektrum. Die Saiten werden gefühlvoll mit den Fingern gezupft. Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein hat die Harfe als „Instrument des Jahres 2016“ proklamiert und das Rendsburger Nordkolleg präsentierte es auf den „Harfentagen“.

Klein, aber fein war die Auswahl der Instrumente, die der Hamburger Harfenbaumeister Henrik Schupp zeigte. Thomas Breckheimer und Bettina Seidenfad leiteten einen zweitägigen Kurs, der mit Spielweise und universellen Einsatzweisen des Instrumentes vertraut machte. Es scheint nicht schwer zu sein, Harfe zu spielen. Zumindest dem Anschein nach. „Vorteil ist, dass man mit den Händen direkt an der Tonerzeugung beteiligt ist. Man muss nicht lernen, ein Instrument zu halten, oder wie bei einer Geige den Bogen zu führen“, so Schupp. Der Körper schwingt durch den engen Kontakt zum Instrument mit. Man hört nicht nur den Ton, sondern fühlt ihn auch.

Henrik Schupp beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Instrument. Er hat als einer der ersten in Mittenwald seine Meisterprüfung abgelegt. In Hamburg betreibt er eine Harfenbau-Manufaktur mit fünf Mitarbeitern. „Der Klang wird wesentlich durch die Holzarten und die Saiten bestimmt. Für den Resonanzboden ist besonders Fichtenholz geeignet, das in 1400 Metern Höhe in einem bestimmten Alpen-Hochtal ganz langsam gewachsen ist. Schön, wenn es 300 bis 400 Jahre alt ist“, erklärt der Meister. Freiere Wahl gibt es, je nach Geschmack, für den Korpus. Das Holz muss nur stabil genug sein. „Ahorn, Nussbaum oder Kirsche sind geeignet.“ Standardmäßig werden die Instrumente mit farbigen Nylonsaiten ausgeliefert. Verschiedene Farben dienen dabei mehr der Orientierung beim Spielen als dem Klang. Es gibt aber auch Darmsaiten und solche aus speziellem Kunststoff, mit umsponnenem Stahlkern oder aus Carbon.

„Eine Wissenschaft für sich“, erklärt Henrik Schupp im Gespräch mit der Landeszeitung. „Für gleichmäßigen Klang und ein angenehmes Spielgefühl soll die Spannung für alle Saiten möglichst gleich groß sein. Das erklärt auch die geschwungene Form des Instrumentes.“ Wie es sich dann anhört, demonstrierten dann die Seminarteilnehmer – neun Frauen und ein Mann: Voll und wohlklingend.



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