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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Rendsburg : Hertie-Verkauf steht kurz vor dem Abschluss

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Ende des Ex-Kaufhauses in Rendsburg ist eingeleitet: Fünf Monate nach Präsentation der neuen Eigentümer nimmt der Immobiliendeal in diesen Tagen die letzte formale Hürde.

In die Ruine kommt Bewegung. Aufmerksame Passanten haben am vergangenen Donnerstag beobachtet, dass sich tatsächlich ein paar Fenster in dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus öffneten. Vertreter der neuen Eigentümer-Troika – drei Unternehmen aus dem nördlichen Schleswig-Holstein – statteten dem maroden Komplex zusammen mit Baufachleuten einen Besuch ab. Anlass ist die letzte formale Hürde, die in diesen Tagen genommen werden soll: Nach langer Wartezeit liegt das Original des Grundschuldbriefs für die Immobilie im Amtsgericht vor. Die Rendsburger Politik wurde in vertraulicher Sitzung darüber informiert. Der Anfang Mai verkündete Eigentümerwechsel kann nun auch rechtlich „wasserdicht“ vollzogen werden. Sobald dieser Schritt erledigt ist, muss nur noch ein Termin für das offizielle Überreichen der Schlüssel gefunden werden.

„Wir stehen kurz vor der Übergabe“, bestätigte John Schaffer von der in Flensburg beheimateten Planungs- und Beteiligungsgesellschaft Schaffer gestern. Mit zwei Geschäftspartnern will der Diplom-Kaufmann das Gebäude am Altstädter Markt zu einem Supermarkt im Erdgeschoss und einer Senioreneinrichtung mit 80 Plätzen in der ersten und zweiten Etage umbauen. Seine Geschäftspartner sind die ebenfalls in der Fördestadt ansässige Baufirma Höft sowie Diplom-Pflegewirt Matthias Martensen, der im nordfriesischen Drage und St. Peter-Ording bereits Seniorenanlagen („Dahrenhof“) betreibt.

Dass die Übertragung des seit nunmehr sieben Jahren verwaisten Gebäudes mehrere Monate dauert, hängt mit der komplizierten Struktur auf Verkäuferseite zusammen. Das Hertie-Haus gehörte einer insolventen Immobiliengesellschaft in Holland. Hauptgläubiger ist die Deutsche Bank London. Verwaltet wurde das Haus zuletzt von der Firma CR Investment Management in Berlin. Für alle Ex-Hertie-Häuser in Deutschland gibt es nur einen Grundschuldbrief, der bei Verkäufen von Standort zu Standort weitergereicht wird. Sobald die neuen Eigentümer die Schüsselgewalt haben, wollen sie ihre im Frühjahr bekanntgegebenen Pläne öffentlich konkretisieren.

Fest steht, dass nur die äußere Hülle des Komplexes abgerissen wird. Rohbau und Fundament bleiben stehen. Alles andere wird erneuert. Das Skelett aus Stahlbeton ist nach Angaben der Investoren in einem guten Zustand. Mit einer geschätzten Investitionssumme von zehn Millionen Euro wollen sie innerhalb von 15 Monaten ab Baubeginn – so die ursprüngliche Kalkulation – einen ansehnlichen Anlaufpunkt im Herzen der Altstadt schaffen. Anziehungskraft versprechen sich die neuen Eigentümer von einem klassischen Supermarkt mit Lebensmittelsortiment in der Parterre. Ein solches Angebot fehlt in der Innenstadt und wird von vielen Rendsburgern vermisst. Im Erdgeschoss stehen insgesamt 1700 Quadratmeter für Geschäfte zur Verfügung.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 16:59 Uhr

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