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Landeszeitung

23. Januar 2017 | 05:35 Uhr

Bürgerstiftung Nortorfer Land : Helfen macht glücklich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sie sammeln Geld und setzen es für die unterschiedlichsten Projekte ein: Drei Stiftungen wurden jetzt mit dem Schleswig-Holsteiner Stifterpreis ausgezeichnet. Darunter sind die Bürgerstiftung Nortorfer Land und die in Rendsburg ansässige Stiftung Seemannsmission.

„Ja!“ Die Freude von Anja Spliessgardt war nicht zu überhören. Mit einem Jubelschrei quittierte die Vorstandsvorsitzende die Auszeichnung ihrer Organisation. Die Bürgerstiftung Nortorfer Land gehört zu jenen drei Stiftungen, die am Sonnabend beim Stiftertag im „Alten Stahlwerk“ in Neumünster geehrt wurden. „Wir sind total überrascht und freuen uns riesig“, sagte Anja Spliessgardt gegenüber der Landeszeitung. „Das ist eine hohe Wertschätzung für unsere Arbeit“. Der dritte Platz bedeutet auch einen Scheck über 2000 Euro für den Stiftungszweck.

Fünfzehn Gemeinden im Amtsbereich Nortorfer Land, die Stadt Nortorf, die Volks- und Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg und die Sparkasse Mittelholstein haben die Stiftung im Dezember 2011 gegründet. Die noch junge Stiftung unterstützte beispielsweise den Ernährungsführerschein an der Schule Timmaspe. „Der stand auf der Kippe“, schildert Anja Spliessgardt. Ebenso half die Stiftung bei der Ferienaktion Mitmach-Zirkus in Bargstedt. Beide Aktionen hätten ohne das Eingreifen der Bürgerstiftung nicht stattfinden können. „Unser Ziel ist es, viele Bürger hinter uns zu versammeln und ein breites Spektrum zu fördern“, erklärte Kuratoriumsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, Georg Schäfer.

„Eine älter werdende Gesellschaft braucht Unterstützung.“ Das hatte Ministerpräsident Torsten Albig in seiner Rede festgestellt. „Stiftungen sind so wichtig wie niemals zuvor“, lautete seine Erkenntnis. Dass es nicht immer die großen Organisationen sein müssen, die etwas bewirken, zeigte sich bei der Vorstellung der sechs für den Preis nominierten Stiftungen. Vor allem seien es „die vielen, vielen Kleinen“, die mit ihrem ehrenamtlichen Handeln helfen würden, so Albig. Wie beispielsweise die Richard-und-Christel-Riese-Stiftung.

„Christel Riese gründete ihre Stiftung kurz vor ihrem Tod 1998 in Gedenken an ihren Vater Richard. Sie übertrug der Stiftung 1,1 Millionen Mark, den Großteil ihres Vermögens“, weiß Norbert Schmelter, der die Stiftung vertritt. Denn unterstützt wird einzig die Pflege-LebensNah in Rendsburg, die auch Richard Riese bis zu seinem Tod begleitet hatte. Christel Riese hatte erfahren, „dass die Zeit alter und kranker Menschen wertvoll bleibt, solange ihnen mit Zuwendung und Unterstützung begegnet wird“. So hilft ihr Geld jetzt im wesentlichen, die chronische Unterfinanzierung der Kurzzeitpflege ein wenig abzumildern.

Die Riese-Stiftung erhielt an diesem Nachmittag keinen Preis. Aber alle Redner wiesen wiederholt darauf hin: Gewinner sind alle Stiftungen, weil sie Großartiges und Menschliches für die Gesellschaft leisten. Und es sei nicht ungewöhnlich, dass sich Organisationen mehrfach um den Stifterpreis bewerben würden. Auch für die Stiftung Deutsche Lutherische Seemannsmission war es der zweite Anlauf, wie deren stellvertretender Vorsitzender Reinhardt Kauffeld gegenüber der Landeszeitung verriet. Um so mehr freute er sich über den zweiten Platz und 3000 Euro. Die Stiftung war 2004 in Rendsburg gegründet worden, wo auch die Verwaltung sitzt. Die Stiftung entstand aus einem Verein, der aufgelöst werden sollte. Ohne die Stiftungsgründung wäre das Vereinsvermögen aufgeteilt worden, erklärt Kauffeld. So wurde das Stiftungskapital von 102  400 Euro nachhaltig angelegt. Es dient dazu, Seeleuten die Aufenthalte in den Häfen von Kiel, Brunsbüttel und Lübeck angenehm zu gestalten. Die Männer und Frauen seien oft monatelang unter schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen von ihren Familien getrennt.

Informationen

> Der Stifterpreis wird vom Netzwerk stiften-in-schleswig-holstein.de ausgelobt, hinter dem die Stiftung Schleswig-Holsteiner Stiftungstag steht.

> Der Stiftungstag versteht sich als informeller Dachverband der rund 770 rechtsfähigen Stiftungen im Lande. Gegründet wurde er im Jahr 2002 und wird seit 2010 unter dem Dach des Diakonischen Werks organisiert und geführt.

> Das Engagement des Stiftungstags ruht auf drei Säulen: Der Aus- und Weiterbildung im Sinne guter Stiftungspraxis, der Öffentlichkeits- und Medienarbeit über das Netzwerk-Portal stiften-in-schleswig-holstein.de und dem Stifterpreis, der im Jahr 2004 zum ersten Mal vergeben worden ist. Er wird in zwei bis drei Jahres-Abständen ausgeschrieben. Bewerben können sich alle in Schleswig-Holstein tätigen gemeinnützigen Stiftungen.


> Infos zu den Gewinnerstiftungen:
www.iris-stifung.de
www.stiftung-seemannsmission.de
www.buergerstiftung-nortorfer-land.de


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erstellt am 07.Nov.2016 | 17:03 Uhr

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