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Landeszeitung

01. Juli 2016 | 04:46 Uhr

Hoher Krankenstand : Heftige Grippewelle sorgt für volle Wartezimmer in Rendsburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auffällig viele Krankheitsfälle in Rendsburg. Ungewöhnlicher Krankheitsverlauf. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Auch Rendsburg bleibt nicht erspart, was zurzeit die gesamte Republik durchzustehen hat. Die aktuelle Krankheitswelle hat die Stadt seit einigen Wochen fest im Griff. „Es ist im Moment verrückt“, sagt Dr. Wolfgang Reinke, Allgemeinmediziner in Mastbrook. Selbst für die Jahreszeit seien Zahl und Art der Fälle ungewöhnlich. Besonders betroffen sind Schulen und andere Einrichtungen, bei denen viele Menschen aufeinandertreffen.

Seit etwa Beginn des Monats bemerkt Dr. Reinke einen deutlich überdurchschnittlichen Zulauf von Patienten mit Grippe-, Fieber-, Husten- und Magen-Darm-Erkrankungen. „Die Fälle scheinen oft nicht so schwer, dauern aber deutlich länger an, häufig gleich zwei oder drei Wochen, wo eine Woche üblich ist – und das auch bei Leuten, die sonst wenig anfällig sind“, so der Mediziner. Weit mehr Patienten als gewöhnlich benötigten zudem Antibiotika. Als Hauptursache sieht Dr. Reinke das Wetter. Gefährlicher als Minusgrade sei Nässe bei Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt. Denn, auch wenn es merkwürdig klingt: Die Feuchtigkeit ist bei über null Grad nasser und zieht so leichter in Kleidung und Körper ein.

Auch in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Florian Seidel und Dr. Britta Zybura finden sich zurzeit vermehrt Patienten mit Fieber- und Magen-Darm-Erkrankungen ein, „typisch für die Jahreszeit“ allerdings, wie es von dort heißt.

Die Bergschule Fockbek hat es zuletzt auffällig schwer erwischt. „Wir wurden in den letzten beiden Wochen durch eine Grippewelle bei den Schülern gebeutelt“, sagt Schulleiterin Ute Shabanpoor. „An einem der Tage waren 70 unserer 750 Schüler krank.“

Ähnliche Erfahrungen machen die anderen Schulen in Rendsburg. Für die Jahreszeit seien die häufigeren Krankmeldungen an der Herderschule zwar nicht außergewöhnlich, so die dortige Sekretärin Carita Paßon. „Aber zurzeit gibt es vermehrt Fälle mit 40 Grad Fieber, das nicht sinkt. Das habe ich vorher noch nicht erlebt.“

An der Grundschule Mastbrook waren gestern 13 der 200 Schüler krankgemeldet. „Normalerweise sind es etwa fünf“, so Schulsekretärin Ulrike Arnold.

Eher verschont blieb dagegen nach Aussage von Schulleiterin Renate Fritzsche das Gymnasium Kronwerk. „Gerade heute sind allerdings 32 der 750 Schüler abwesend“, sagte sie gestern. „Meist kommen die Krankmeldungen in Wellen. Vor zwei Wochen etwa hatten wir vermehrt Magen-Darm-Fälle.“

Besagte Wellen treffen dann meist auch die Lehrer: An der Herderschule etwa waren in der vergangenen Woche fünf der 70 Lehrer ausgefallen. Aus Schulen und Kindergärten werden die Krankheiten nach Hause getragen, von wo aus sie sich weiter ausbreiten.

So auch auf die Kunden der Bahnhof-Apotheke. „Die letzten zwei, drei Wochen war ein deutlich auffälliger Anstieg bei infektiösen Erkrankungen zu bemerken“, sagt Dr. Thorsten Neumann, Betreiber der Apotheke. Mittel gegen Erkältung, Husten, Fieber und Magen-Darm-Erkrankungen seien ungewöhnlich häufig nachgefragt gewesen. „Letztlich liegt es einfach an der Jahreszeit“, so der Apotheker. „Wenn die Tage länger und wärmer werden, wird es auch weniger Erkrankungen geben.“

In den meisten Schulen glaubt man denn auch das Schlimmste hinter sich. „Im Moment scheint sich die Lage wieder zu entspannen“, sagt Ute Shabanpoor von der Bergschule Fockbek, und Dieter Anders von der Herderschule bestätigt: „Ich glaube, wir sind gerade über den Berg.“ Dr. Wolfgang Reinke will hingegen keine Entwarnung geben. „Ich habe von einer starken Infektionswelle in Köln gehört.“ Diese werde sich jetzt wohl über ganz Deutschland und somit auch auf Rendsburg zu bewegen. „Ich will hoffen, dass es demnächst besser wird. Ich sehe es aber noch nicht.“

 

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erstellt am 22.Feb.2016 | 15:06 Uhr

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