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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

Rendsburg : Handy-Funkloch mitten in der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Rätsel um die Funkstörung an der Wyker Straße ist gelöst – aber noch längst nicht behoben. Drei Radiosender kommen sich ins Gehege. Auch Handys und Autoschlüssel arbeiten dadurch fehlerhaft.

Viele Rendsburger und Stammgäste des Gewerbegebietes im Norden von Rendsburg kennen das Problem seit Jahren: Nähert man sich dem Funkturm an der Wyker Straße (Foto), spielt das Radio verrückt. Kurz nach dem Abbiegen von der Schleswiger Chaussee in die Querverbindung zur Friedrichstädter Straße setzt das Phänomen ein. Auch Autoschlüssel mit Funksignal arbeiten im Schatten des Funkturms nicht reibungslos. Im März berichtete die Landeszeitung über das „Bermuda-Dreieck in der Funklandschaft“ und rief die Bundesnetzagentur auf den Plan. Die Bonner versprachen Besserung. Und tatsächlich hat die unabhängige Regulierungsbehörde in der Zwischenzeit drei Radiosender als Störenfriede ausfindig gemacht. Das Ärgernis allerdings ist geblieben. Es rauscht und knistert noch immer auf mehreren Kanälen. Denn die Verursacher können sich nicht auf eine Lösung einigen.

Drei Radiosender kommen sich an der Wyker Straße ins Gehege: „Klassik Radio, Radio Nora und Deutschlandradio Kultur verursachen am Senderstandort Wyker Straße 11 bis 17 im Umfeld des Senders Feldstärken, die zur Übersteuerung von einigen Radios führen“, teilte Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur, mit. Weitere Sender werden in den Klangschredder hineingezogen. Wer die Wyker Straße entlang fährt und NDR 1 Welle Nord eingeschaltet hat, lauscht einem Akustikbrei aus klassischer Musik, einem Informations-Kanal und der Welle Nord selbst. Die ursächlichen Störenfriede Radio Bob (ehemals Nora), Klassik-Radio und Deutschlandradio Kultur selbst kommen jeweils fehlerfrei über den Äther.

„In einigen Fällen können mehrere Radiosender gleichzeitig gehört werden“, bestätigte der Sprecher der Bundesnetzagentur. Auch Auswirkungen auf Funk-Autoschlüssel und Handys seien festgestellt worden. Weiter als bis zur Diagnose der Störung ist die Kontrollbehörde jedoch nicht gelangt. Der Prüf- und Messdienst müsste seine Geräte an der Senderanlage direkt aufbauen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch der Zugang zum etwa 40 Meter hohen Funkturm war bislang nicht möglich. „Die Senderbetreiber konnten sich nicht auf ein Prozedere einigen“, so Behördensprecher Reifenberg. Es geht auch um Geld. Wer bezahlt für das Entheddern der Tonsignale? „Wann eine Lösung des Problems erreicht werden kann und wie die Kosten aufgeteilt werden, hängt entscheidend von der Mitwirkung der Beteiligten ab.“

Carsten Kock, Ansprechpartner für medienrechtliche Fragen im Radiozentrum Kiel, aus dem Radio Bob sendet, zeigte sich überrascht: „Nach 20 Jahren Nora – heute ja Radio Bob – höre ich zum ersten Mal davon. Wenn es diese Störungen gibt, ist das natürlich bedauerlich und weder im Sinne von Radio Bob noch der anderen Sender.“ Allerdings, so Kock, hätten die Sender mit der technischen Ausstrahlung des Programms nichts zu tun. Das mache für Deutschlandradio Kultur zum Beispiel die MediaBroadcast, für Radio Bob das Unternehmen Uplink. Diese Parteien müssten sich über Maßnahmen verständigen, teilte der Sprecher mit und versprach, am Ball zu bleiben: „Wir wollen, dass Rock aus dem Radio kommt und kein Rauschen. Deshalb werden wir auch bei den für die korrekte Übertragung der Signale verantwortlichen Unternehmen umgehend nachhaken.“ Betriebe wie Ditting, Dachser Food Logistics, Reifen Meyenburg und die Feuerverzinkerei werden als vorerst weiter mit dem Funkloch auskommen müssen. Sämtliche Unternehmen liegen im Umfeld des seltsamen Funkturms.

>Bei Funkstörungen hilft die Bundesnetzagentur unter Tel. 04821/89  55  55, E-Mail an: funkstoerungen@bnetza.de.

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