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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 05:29 Uhr

Gutachterausschuss : Grundstücksmarkt wächst kräftig

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Umsatz mit Immobilien erreicht Spitzenvolumen von 588 Millionen Euro im Kreis. Gutachterausschuss stellt erstmals Jahresbericht vor.

Der Grundstücks- und Immobilienmarkt im Kreis Rendsburg-Eckernförde boomt. Im vergangenen Jahr betrug der Geldumsatz 588 Millionen Euro. Damit ist der Markt seit der Jahrtausendwende kräftig gewachsen. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor, den die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses beim Kreis jetzt vorgelegt hat. Heute wird das Werk im Umwelt- und Bauausschuss offiziell vorgestellt.

Iris Bennühr hat eine Mammutaufgabe bewältigt: Aus tausenden von Einzeldaten hat die Vorsitzende des Gutachterausschusses den Bericht zusammengefasst. Dazu hat sie die Notarverträge aller Käufe und Verkäufe im Kreis analysiert und statistisch ausgewertet. 2015 waren das fast 3500. Im Jahr zuvor betrug die Zahl noch gut 3000. Der nun vorgelegte, gut 190 Seiten starke Report bezieht sich auf die Jahre 2013 bis 2015. In dieser Zeit stieg das Umsatzvolumen von 554 Millionen um 34 Millionen Euro an. 2014 gab es einen Einbruch auf 446 Millionen Euro. Zu Beginn des Jahrtausends lag der Umsatz mit Immobilien und Grundstücken mit rund 380 Millionen Euro jedoch auf einem weit niedrigeren Niveau. Seitdem sind die Vertragsabschlüsse im Trend von rund 2700 auf rund 3500 im vergangenen Jahr kontinuierlich gestiegen. 2013 erreichten sie einen Höchststand von mehr als 3700.

Laut Bauamtsleiter Dr. Martin Kruse kommt der Kreis mit dem nun erstmals vorgestellten Bericht einer gesetzlichen Pflicht nach. „Es geht darum, dass Käufer und Verkäufer Immobilienpreise einordnen können“, erklärt er. Weil Grundstücke in ihrer Größe und Lage sowie ihrem Zuschnitt durchweg individuell sind, sei ihr Wert schwer zu ermitteln. „Interessenten müssen ja einen Vergleich ziehen können, ob ein Angebot dem angemessenen Preis entspricht.“ Der Grundstücksmarktbericht gibt dabei eine Orientierung und richtet sich an alle, die mit dem Immobilienmarkt zu tun haben. Iris Bennühr erklärt den Vorteil gegenüber anderen Marktbetrachtungen: „Der Gutachterausschuss kann unabhängig einschätzen.“ Seine 18 ehrenamtlichen Mitglieder haben zum Beispiel als Architekten oder Immobilienfachwirte Erfahrung in der Bewertung. Zudem gehören ihm Mitarbeiter von Banken und der Finanzämtern an. Hinzu kommen die Vorsitzende und zwei Stellvertreter.

Der Bericht stellt erstmals bis auf die Gemeindeebene aufgeschlüsselt dar, wie stark der Markt in Bewegung ist und welche Preise aufgerufen wurden. Die Stadt Eckernförde spielt dabei ganz vorn mit: Zwischen 2010 und 2015 sind dort 740 Kaufverträge über Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Doppel- und Reihenhäuser mit einem Gesamtwert von knapp 148 Millionen Euro abgeschlossen worden. Zudem wechselten 634 Eigentumswohnungen sowie 51 Mehrfamilienhäuser den Besitzer. Entsprechend hoch sind die Preise. Aus dem 63 Kaufverträgen des Jahres 2015 für Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhäusern ergibt sich ein Quadratmeterpreis von rund 387 Euro. Zum Vergleich: In Rendsburg sind es etwa 192 Euro. Iris Bennühr weist darauf hin, dass die Preise in Spitzenlagen weitaus höher liegen können. Da sie aber das Ergebnis verfälschen würden, sind sie nicht berücksichtigt worden.

Doch auch außerhalb der beiden Mittelzentren des Kreises unterscheiden sich die Preise. Für Einfamilienhäuser zum Beispiel wurde 2015 im Amt Mittelholstein am wenigsten ausgegeben: Im Mittel fielen 118  000 Euro an. Im Amt Hohner Harde waren es rund 130  000 Euro, im Nortorfer Land aber schon knapp 158  000 Euro. Dazwischen liegt das Amt Jevenstedt mit 142  000 Euro. Käufer in den Hüttener Bergen mussten 166  000 Euro berappen, während es im Amt Achterwehr bereits 227  000 Euro waren.

Der Umwelt- und Bauausschuss tagt heute um 17 Uhr im Amtsgebäude Hüttener Berge an der Mühlenstraße 8 in Groß Wittensee.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 11:02 Uhr

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