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Erfde : Großer Trecker-Check mit 20 kleinen Tüv-Prüfern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

40 landwirtschaftliche Fahrzeuge wurden auf Verkehrstauglichkeit getestet. Eine Kita-Gruppe durfte zusehen.

Ein regelrechtes Event ist der einmal jährlich in Erfde stattfindende Trecker-Tüv. Rund 40 landwirtschaftliche Fahrzeuge fanden sich dieses Mal auf dem Hinterhof der Gaststätte Lühr in Erfde ein. Abgenommen wurden von den Tüv-Spezialisten Karsten Reiher und Michael Drees Trecker, landwirtschaftliche Teleporter und Anhänger ohne Bremsen. „Wir bieten diesen Service vor Ort an, weil wir wissen, wie angespannt so ein Tagesablauf eines Landwirts ist“, so Drees. Der aus Erfde stammende Prüfer Reiher ergänzt: „Für uns ist es schon eine lange Tradition, für die Landwirte aus Erfde und Umgebung die Verkehrssicherheit der immer größer werden Trecker abzuchecken.“

Vor allem die „Lenkungsübertragungsteile haben es in sich“. Hier kennt man bei Mängeln kein Pardon. Zusätzlich wird bei den „Schnellläufern die Druckluftanlage mit Messgeräten überprüft“. „Schon geringe Abweichungen können sich auf das Bremsverhalten negativ auswirken“, fährt Reiher fort. Einen besonderen Fall hatte Michael Drees zu begutachten. „Ein Deutz aus dem Jahre 1950 hat jetzt größere Hinterräder drauf, dazu muss die Betriebserlaubnis neu erteilt werden“, so der Fachmann. Mit Hilfe eines Geschwindigkeitsmessgerätes wurde die Höchstgeschwindigkeit ermittelt. Danach erfolgte ein Bremstest – und schon hatte der „zierliche Oldie“ die entsprechende Neu-Zulassung erhalten. Landwirt Hauke Bruhn (42) aus Erfde ist begeistert von dem Tüv-Angebot: „Ick bruuk nich wiet to fohrn und dat Schönste is de Papierkrom no de Prüfung.“ Dazu begibt man sich in die Schenkstube von Jan Lühr, nimmt zwei belegte Brötchen und ein Kännchen Kaffee zu sich. „Een Stammdisch as fröher givt dat hüüt nich mehr und de Meierie is all lang dicht - und hier kööt wi noch fein schnacken“, fährt Bruhn fort. In die gleiche Kerbe schlagen auch Claus-Eggert Kühl und Senior Claus-Wilhelm Kühl. „Wo givt dat dat noch, dat man mit Berufskollegen noch in Roh över unsen Beruf schnacken kööt“, so Claus-Eggert (49). Vater Claus-Wilhelm erinnert sich gern an früher zurück: „Dor güng dat all sinniger to und wi hebbt mehr int Dörp tosomenholn.“ Auch meinte er, früher seien die Tüv-Abnahmen „preußischer“ gewesen. „Wi harrn richtig Schiss för de Tüv-Beamten und truuten uns nich, mit se to schnacken“, so Senior Kühl.

Aber auch für die Kleinsten ist die Tüv-Abnahme eine Attraktion: Kindertagesstätten-Leiterin Carola Beetz war mit einer Kita-Gruppe zum Abnahmeplatz gewandert. „Die Kinder erzählen mir schon, wann Trecker-Tüv ist“, so Beetz. In der Kita bespricht man Dinge über die Verkehrssicherheit und dann ist man live dabei, wie auf Sicherheit geprüft wird. Hagen Sievers (6) aus Erfde gibt sich fachkundig: „Ich mag gern Trecker und freue mich, dass ich so viele verschiedene Marken sehen kann.“ Der Erfder Arved Rief (4) ergänzt: „Mi interesseert nur de Fendt-Trecker!“

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