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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Keine Chance für Einbrecher : Größte Schwachstelle ist häufig die Terrassentür

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die technische Beratung gegen Einbrüche durch die Polizei ist ebenso wie der Notruf 110 kostenlos.

Kurz nach 17 Uhr. Es ist bereits dunkel, aber in vielen Häusern brennt kein Licht. Die Bewohner arbeiten noch oder sind beim Einkaufen. Ein idealer Zeitpunkt für Einbrecher. „Wenn um diese Zeit Menschen in der Straße unterwegs sind oder ein großer Wagen vorfährt, wundert sich niemand darüber“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Nachts würden diese Aktivitäten dagegen eher Argwohn hervorrufen. Dies sei einer der Gründe, warum die Zahl der Einbrüche in der dunklen Jahreszeit oftmals ansteige. Doch es gebe etliche Möglichkeiten, sich zu schützen.

So rät Hinrichs, es den ungebetenen Gästen grundsätzlich so schwer wie möglich zu machen. Denn: In rund einem Drittel der Fälle geben die Täter ihren Einbruchversuch auf, wenn sie auf erschwerte Bedingungen stoßen. Da gebe es zum einen technische Hilfsmittel – beispielsweise Alarmanlagen oder abschließbare Griffe. Wer wissen will, was wo hilft, kann sich auf Veranstaltungen oder im Internet beraten lassen (siehe Infokasten). Eine Schwachstelle von Einfamilienhäusern sei die Terrassentür, weiß der Polizeisprecher. „Hier wird meist nicht auf einen so hohen Sicherheitsstandard geachtet wie bei der Haustür.“ Zudem sei der Terrassenbereich meist nicht so gut einsehbar und die Einbrecher daher nicht im Blickfeld von Nachbarn oder Passanten.

Ansonsten nutzten die Täter meist schlichtweg die günstige Gelegenheit, erklärt Sönke Hinrichs. Offene Terrassentüren, ein in der Haustür steckender Schlüssel, baufällige Fenster, die fast mit dem Kugelschreiber aufzuhebeln sind – all dies sind Schwachstellen. Natürlich kosten einbruchssichere Türen und Fenster Geld, dessen sind sich die Polizeibeamten bewusst. Die Beratung durch die Polizei sei jedoch kostenfrei. Außerdem gibt es unterstützende Förderprogramme (siehe Infokasten).

Neben den technischen Vorsorgemaßnahmen gibt es zudem die sogenannten verhaltensorientierten, die kein Geld kosten, aber umsichtiges Handeln bedeuten. Das heißt, dass sich die Bewohner und ihre Nachbarn am besten so verhalten, dass sie es den Gaunern so schwer wie möglich machen. „Auch bei kurzer Abwesenheit sollte man alle Fenster schließen, sie auch nicht auf Kipp stehen lassen“, rät Hinrichs. Aufmerksame Nachbarn seien zudem der beste Schutz. Wer länger abwesend ist, sollte die Anwohner informieren und dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmäßig geleert, vielleicht noch ab und zu Licht angeschaltet wird.

Wenn die Nachbarn etwas Merkwürdiges beobachten „und das Gefühl haben, hier stimmt was nicht, sollten sie in jedem Fall die 110 wählen“, rät der Polizeisprecher. „Wir fahren lieber einmal zu viel an einen Einsatzort, als dass wir hinterher beim Zusammenkehren der Scherben helfen müssen.“ Anrufer müssten auch nicht befürchten, dass Kosten auf sie zukommen. Dies sei nur der Fall, wenn jemand aus Spaß oder als Test die Polizei alarmiere.

Allerdings, das macht der Polizeisprecher deutlich: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 13:50 Uhr

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