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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 09:56 Uhr

Nortorf : Giftköder: Herrchen halten Leine kurz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Nortorf sorgen Gerüchte um drei angeblich verendete Hunde für Unruhe. Das Ordnungsamt warnt die Besitzer, die Polizei hält sich aber noch zurück.

Die Warnung klingt dramatisch: Vergiftete Köder haben im Nortorfer Stadtgebiet bereits zum Tod von mehreren Hunden geführt. Halter sollen ihre Tiere nicht frei laufen lassen. Mit diesen Hinweisen ist das Ordnungsamt des Amtes Nortorfer Land gestern an die Öffentlichkeit gegangen. Offenbar hat die Behörde damit auf Gerüchte reagiert, die derzeit in den sozialen Netzwerken die Runde machen. Doch die Polizei wiegelt ab: Ob es die Vorfälle tatsächlich gegeben hat, ist noch völlig unklar.

Unter Hundebesitzern geht Angst um. Ein Hunde-Hasser soll sein Unwesen in Nortorf treiben. Vor allem auf Facebook mehren sich die Hinweise darauf. In der Gruppe „Nortorfer Land“ mit 460 Mitgliedern ist zum Beispiel die Rede davon, dass jemand präparierte Hühnerherzen ausgelegt haben soll. Darin soll sich Rattengift befunden haben. Die Vorfälle sollen sich in der vergangenen Woche in der Marienburger Straße und im Stadtpark zugetragen haben. Einige Facebook-Nutzer berichten davon, dass dadurch ein Hund gestorben sei, andere wollen von drei verendeten Tieren gehört haben.

Auch Manuela Dohrmann hat auf Facebook von den Warnungen gelesen. „Auch wenn die Meldungen nicht offiziell bestätigt sind, ist man schon vorsichtiger, wenn man so etwas hört“, verriet die Nortorferin. Sie geht jeden Tag mit ihrem Hund „Spaiky“ durch den Nortorfer Stadtpark und achtet dabei schon darauf, woran ihr vierbeiniger Liebling schnuppert. „Und jetzt halte ich ihn natürlich besonders kurz an der Leine, damit er in meinem direkten Blickfeld bleibt.“

Regina Krämer und Christina Hahlbeck sind fast täglich mit ihren Hunden im Stadtpark und waren bereits von ihren Bekannten über die mögliche Gefahr informiert worden. „Wie kann man so etwas bloß machen“, zeigten sie sich bestürzt. Natürlich gebe es immer noch einige uneinsichtige Hundehalter, die bewusst den Kot ihrer Tiere nicht einsammeln und damit sicher den ein oder anderen Zeitgenossen richtig verärgern. „Aber dafür können die Tiere dann doch nichts“, sind sich die beiden Hundehalterinnen einig.

Gerüchte aus dem Internet sprechen sich schnell in der Bevölkerung herum – das hat wohl das Amt Nortorfer Land zu seiner offiziellen Warnung bewogen. Darin stellt das Ordnungsamt es als Tatsache hin, dass in „Nortorf an verschiedenen Stellen mit Rattengift versetzte Köder ausgelegt“ wurden. „Insbesondere im Stadtpark sind an mehreren Stellen solche gefunden worden. Mindestens drei Hunde sind nach dem Verzehr dieser Fleischköder schon verendet“, steht darin. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Köder ausgelegt wurden, deshalb „wird davor gewarnt, Hunde insbesondere im Stadtpark frei laufen zu lassen“, heißt es abschließend.

Reiner Tödt von der Nortorfer Polizei konnte gestern noch nicht einschätzen, ob Straftaten vorliegen oder ob es sich nur um Gerüchte handelt. Fakt ist: „Der Polizei liegt noch keine Anzeige in dieser Sache vor“, sagte er. Die Informationen zu dem Thema seien sehr dünn. Bis gestern gab es keine gesicherten Hinweise, dass überhaupt ein Hund Schaden genommen hat. Er habe gestern zwar noch erfahren, dass ein Hund zwei Hühner-Herzen in der Marienburger Straße gefressen haben soll. Vergiftungssymptome habe das Tier jedoch nicht gezeigt. Der Halter sei vorsorglich zum Tierarzt gegangen, wo dem Hund sicherheitshalber ein Brechmittel verabreicht worden sei. Die Nortorfer Polizei will zunächst weitere Ermittlungen anstellen. Vorher können die Fälle nicht offiziell bestätigt werden.

Derzeit spricht vieles dafür, dass es sich lediglich um Gerüchte handelt. Denn auch in den beiden Tierarztpraxen des Ortes sind noch keine verdächtigen Fälle mit Vergiftungserscheinungen bekannt worden.

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