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Landeszeitung

26. Mai 2016 | 10:43 Uhr

Neuer Service : Gespräche am Familientelefon

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine neue Informationsquelle wird am 1. November frei geschaltet. Eltern können sich am Familientelefon über Hilfen beraten lassen. Das Angebot wird getragen von sozialen Einrichtungen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde.

„Das Telefon ist das Medium, das allen Menschen schnell und einfach zugänglich ist.“ Frank Schröder setzt auf ein bewährtes Kommunikationsmittel. „Wir wollen das direkte Gespräch.“ Dafür sei das Internet ungeeignet. Der Bereichsleiter der Evangelischen Jugendhilfe Rendsburg hat gestern mit Kollegen aus zehn verschiedenen sozialen Einrichtungen sowie dem Kreis-Jugendamt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Am 1. November nimmt das „Familientelefon“ seinen Betrieb auf.

Unter der Nummer 04331 / 56813 können sich Eltern mit Kleinkindern bis drei Jahren über Hilfsangebote im Kreis informieren. „Ich wohne in Nortorf. Wo gibt es die nächste Krabbelgruppe für mein Kind?“ Dieses Beispiel nennt Frank Schröder als eine mögliche Frage. Oder eine Mutter, die nur wenig Geld zur Verfügung hat, will wissen: „Gibt es in Eckernförde eine Möglichkeit, einen Kinderwagen gespendet zu bekommen?“ Antworten liefern die Mitarbeiter am Familientelefon jeweils von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie am Montag von 17 bis 19 Uhr.

„Das neue Angebot ist kein Sorgentelefon und auch keine Notfallnummer“, stellt Frank Schröder klar. Vielmehr handele es sich um eine Informationsquelle zu Fragen rund um die Geburt und die ersten Lebensjahres des Kindes. Aber auch Wünsche und Anregungen werden angenommen. Ein Anruf sei völlig unverbindlich. Es werde keine anonyme Computerstimme und keine Warteschleifen geben. Besetzt sei das Telefon mit den pädagogischen Mitarbeitern der beteiligten Träger. Ob die Anrufer später die Auskünfte nutzen, bleibe ihre persönliche Entscheidung. „Wir geben den Eltern die Informationen an die Hand – kümmern müssen sie sich selber.“

Das Telefonprojekt ist eingebunden in die sogenannten „Frühe Hilfen“, die im Kreis nach den Vorgaben des Bundeskinderschutzgesetzes entwickelt worden sind. „Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder optimal aufwachsen können“, sagt Wiebke Schmitz von der Koordinierungsstelle Kinderschutz im Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Es geht darum, Misshandlungen oder Vernachlässigung von Kindern durch überforderte Eltern zu verhindern.“ Mittlerweile seien drei Netzwerke in den Standorten Eckernförde, Rendsburg und Nortorf aufgebaut worden. Die Fachleute wie Ärzte, Familienhebammen und Therapeuten arbeiten eng zusammen und entwickeln gezielte Hilfen. Die Unterstützung der Familie werde durch die Zusammenarbeit wirksamer. „Es soll nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.“

Auch Norbert Schmidt, Leiter des Kreis-Jugendamtes, lobt an dem jüngsten Projekt die Zusammenarbeit und bedankt sich für das Engagement. „Hier ist in nur fünf Monaten eine ungewöhnlich breite Initiative entstanden.“ Es seien nicht nur die bekannten Träger an dem Projekt beteiligt, sondern auch kleinere Organisationen. „Die Mitarbeiter der einzelnen Einrichtungen werden quasi ehrenamtlich tätig.“ Es seien nur Dienstleistungskosten, wie die Telefonanlage, entstanden.

Nach dem Start soll im Frühjahr eine erste Bilanz gezogen werden. „Wir werden dann sehen, ob die Nummer genutzt wird.“ Aber von dem Nutzen des Dienstes ist der Ideengeber Frank Schröder schon jetzt überzeugt: „Gebraucht wird das Familientelefon mit Sicherheit.“

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erstellt am 24.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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