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Landeszeitung

26. April 2017 | 12:01 Uhr

Gespannt auf die Post aus Afrika

vom

AUKRUG | Briefe von gleichaltrigen Schülern aus der westafrikanischen Gemeinde Sien hatte Reimer Reimers im Gepäck, als er der Klasse 4a der Aukrugschule gestern Mittag einen Überraschungsbesuch abstattete. Ganz unerwartet kam die Post aus Burkina Faso für die Viertklässler allerdings nicht, denn die Mädchen und Jungen hatten selbst auch Briefe an die Schüler von Sien geschrieben, die Reimers am 4. Oktober in Empfang genommen (wir berichteten) und dann bei der Burkina-Faso-Reise des Vereins "Partnerschaft Aukrug-Sien" an die Lehrer der afrikanischen Schulkinder weitergegeben hatte.

Bevor Partnerschaftsvereins-Chef Reimer Reimers gestern die Klasse 4a besuchte, hatte er bereits ein großformatiges Geschenk für die Schule an Aukrugs Rektor Helmut Simon überreicht: einen 2,50 x 1,50 Meter großen Batikwandschmuck mit Szenen aus dem Dorfleben von Sien. "Da sind auch die Staumauer mit ihrem Überlauf, die Gärten, die Schule und die Kirche drauf abgebildet", erläuterte Reimers, "diese Batik könnte man ja vielleicht im Unterricht einsetzen". "Das ist wirklich ein sehr ausdrucksstarkes Kunstwerk", freute sich Simon. Über die neuesten Entwicklungen an der Schule in Aukrugs Partnergemeinde Sien war Simon bereits bestens informiert: durch einen Brief von Siens Schulleiter Dipina Charles Louwanga Dié. "Er schreibt mir von den neuen Klassenräumen und den neuen Lehrerwohnungen", sagte Simon, "und er teilt die aktuellen Schülerzahlen mit." Die beim Besuch der Aukruger Delegation offiziell in Betrieb genommene Schule von Sien wird derzeit von 251 Mädchen und Jungen besucht, die sich auf fünf Klassen verteilen. Rektor Dié habe einen "sehr energischen und einsatzfreudigen Eindruck" vermittelt, berichtete Reimers: "Er hat die Briefe der Aukruger Kinder an seine Schüler verteilen lassen und gleich veranlasst, dass auch Antwortbriefe verfasst werden - das war das erste Mal, dass wir das bei einem Besuch so erlebt haben."

In den vergangenen Jahren hatte die Aukrugschule schon öfter Projekte zugunsten der Schule von Sien gestartet. "Da ist dann aber immer relativ wenig aus Sien zurückgekommen", bedauerte Reimers, "und nun hoffen wir, dass der Austausch von jetzt an regelmäßiger stattfinden möge." Wie es denn um die Ausstattung der Schule von Sien bestellt sei, wollte Simon wissen. "Obwohl sich die wirtschaftliche Situation etwas verbessert hat, ist das Geld im Schulbereich nach wie vor sehr knapp und die Ausstattung von Lehrern und Schülern mit Lehrmaterial sehr schlecht", befand Reimers, "weil die staatlichen Schulen über so wenig Finanzmittel verfügen, entstehen auch immer mehr Privatschulen." Auch in Sien habe ein privates Gymnasium seine Pforten geöffnet, in welchem im kommenden Jahr die ersten Schüler ihre Mittlere Reife absolvieren werden. Das Schulgeld am Privatgymnasium betrage umgerechnet 50 Euro im Jahr, erklärte Reimers: "Das ist für die dortigen Umstände ziemlich viel Geld, aber auch die normalen Bauern können sich das durchaus leisten und machen von dem Angebot Gebrauch."

Im Frühjahr 2011 wird Sien ans elektrische Netz angeschlossen, und als erstes soll die Dorfschule einen Anschluss erhalten. "Sien hat sich zu einer für afrikanische Verhältnisse relativ attraktiven Gemeinde entwickelt", bilanzierte Reimers und lobte den Einsatz der Einheimischen beim Entwicklungsprozess: "Es gibt in Sien sehr viele tüchtige Leute, die unser Projekt sehr gut begleiten und auf die man sich absolut verlassen kann." Die Fortschritte seien keineswegs nur dem Engagement der Aukruger zu verdanken, betonte Reimers: "Sien ist kein normales afrikanisches Dorf, sondern ein echter Glücksfall für uns!"

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erstellt am 10.Nov.2010 | 06:56 Uhr

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